Verleihung der Ehrenplakette des Kreises Ahrweiler
„Ehrenamtliches Engagement steht auf breiter Basis“
Luitgard Näkel, Peter Jansen und die Kreisgruppe des Kinderschutzbundes wurden ausgezeichnet
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die im Jahre 1985 eingeführte „Ehrenplakette des Kreises Ahrweiler“ ist eine der höchsten Auszeichnungen, die der Landkreis Ahrweiler an verdiente Menschen, Organisationen, Vereine, Verbände oder Personengruppen vergibt. In diesem Jahr hatte die kürzlich in der Kreisverwaltung stattgefundene Verleihung der Ehrenplakette einen besonderen Charakter, fiel sie doch noch in das Jubiläumsjahr zum 200. Geburtstag des Kreises Ahrweiler. Den engen Bezug zwischen dem Kreisjubiläum und der Ehrenplakette hob Landrat Jürgen Pföhler in seiner Begrüßungsansprache hervor: „Es sind immer die Menschen, es sind die Bürgerinnen und Bürger und es sind unsere Kinder und Jugendlichen, die unsere Region aktiv gestalten und voranbringen. Es sind diejenigen, denen nicht egal ist, was um sie herum passiert, die sich für ihre Heimat einsetzen, mit anpacken, Verantwortung übernehmen und viel Zeit und Herzblut für eine Sache investieren. Wir alle können froh und stolz sein, dass ein solch großes ehrenamtliches Engagement auch nach 200 Jahren im Kreis Ahrweiler auf einer breiten Basis steht.“ Hergestellt wird die Ehrenplakette, die eine stilisierte Kreiskarte zeigt, in 27 Arbeitsschritten vom heimischen Künstler Friedhelm Pankowski, der im Rahmen der Verleihungsfeier auch selbst zugegen war. Den Anfang der zu Ehrenden machte an diesem Abend der Kinderschutzbund Kreisverband Ahrweiler e. V.. Seit einem Vierteljahrhundert ist der 200 Mitglieder starke Verein auf AW-Kreisebene aktiv und setzt sich mit herausragendem Engagement für Kinder, Familien und Jugendliche in der Region ein.
7.540 Stunden ehrenamtlicher Arbeit
Und das in äußerst vielfältiger Weise, beispielsweise bei der Qualifizierung von Tagesmüttern, mit dem Projekt „Familienpaten“, den Kleiderläden in Hönningen und Sinzig sowie den Familientreffs in Ahrweiler/Bachem und Oberbreisig. 7.540 Stunden ehrenamtlicher Arbeit wurden allein im Jahre 2015 von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Kreisverbandes Ahrweiler geleistet. Ulrike Kaiser, Vorsitzende des Kreisverbandes Ahrweiler, nahm die Ehrenplakette entgegen und bezeichnete die bisherigen Leistungen des hiesigen Kinderschutzbundes als „25-jähriges Gemeinschaftswerk“. Für ihren langjährigen, medizinischen Einsatz im Sudan und Süd-Sudan erhielt Luitgard Näkel aus Dernau die Ehrenplakette des Kreises Ahrweiler. Am St. Josef-Krankenhaus in Adenau als Oberärztin im Bereich der Inneren Medizin tätig, behandelt Luitgard Näkel kranke Menschen auf zwei Kontinenten der Erde. Zweimal im Jahr reist die Medizinerin in den Süd-Sudan, wo nach Berichten der UN sowie von Amnesty International grausamste Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung sind. Bereits 1982 knüpfte Luitgard Näkel erste Kontakte in den Sudan und gründete elf Jahre später den Verein „Meth e. V.“, um aktiv die Not in dem afrikanischen Land etwas zu lindern. Zunächst wurde mit Kuchenverkäufen Geld gesammelt. Als das Krankenhaus in Bad Neuenahr-Ahrweiler neue Betten bekam, organisierte Luitgard Näkel den Versand der gebrauchten Betten via Container nach Khartum, der Hauptstadt des Sudans. Hier konnten die Betten fortan in einem Flüchtlingslager genutzt werden. Darüber hinaus unterstützte sie die Hilfsbedürftigen mit Medikamenten.
Freiwilliges Engagement bei „Ärzte ohne Grenzen“
Nach einer großen Hungerkatastrophe im Jahre 1998 schloss sich Luitgard Näkel als Freiwillige der Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ an und behandelte chronisch Hungernde in einem „medizinischen Ernährungszentrum“, darunter 177 Kinder. Darüber hinaus bildete Freiwilliges Engagement bei „Ärzte ohne Grenzen“ Näkel vor Ort Gesundheitshelfer aus, organisierte einen Ort zur Unterbringung von Medikamenten sowie Fahrräder, um Patienten auch außerhalb der Gesundheitsstation behandeln zu können. Außerdem setzte sie intensiv dafür ein, dass die häufig anzutreffende Augenerkrankung „Grauer Star“ von Augenärzteteams vor Ort operiert werden kann. „Solch eine Anerkennung gibt auch Ansporn“, freute sich Luitgard Näkel über die Auszeichnung. Dritter zu Ehrender des Abends war Peter Jansen, Geschäftsführer des 1878 gegründeten Unternehmens P. A. Jansen GmbH und Co. KG aus Bad Neuenahr-Ahrweiler. Peter Jansen ist seit 1985 bei dem Traditionsunternehmen tätig, 1992 folgte die Berufung zum Geschäftsführer. Trotz eines intensiven Wettbewerbs steht die Firma Jansen sehr gut da. Die Exportumsätze stiegen jüngst um 28,6 Prozent, die Ausbildungsquote liegt beständig bei über zehn Prozent. Rund 80 Mitarbeiter sind derzeit in dem leistungsstarken Werk der Lackindustrie beschäftigt. Die Unterstützung im Bereich „Ausbildung“ reicht von der Mitgliedschaft im Arbeitskreis „Schule und Wirtschaft“ über eine Patenschaft mit der Berufsbildenden Schule in Bad Neuenahr-Ahrweiler bis hin zu der Teilnahme an den Aktionstagen „Girls and Boys Day“. Soziales Engagement ist fester Teil der Firmenphilosophie. So unterstützt die Firma Jansen verschiedene Projekte mit finanziellen Mitteln. Erst kürzlich erfolgte beispielsweise eine großzügige Spende an den kreiseigenen Hilfsfonds „Nachbar in Not“. Das Geld kommt den Bürgern im Kreis zugute, die nach den schweren Unwettern in Schwierigkeiten geraten sind. Zur Integration von Menschen mit Behinderung stellt das Unternehmen einen ausgelagerten Arbeitsplatz für die Caritas-Werkstätten zur Verfügung. Im Rahmen der Kampagne „Dein Tag für Afrika“ bietet Jansen Tagespraktika an.
„Voraussetzung für Wohlstand und sozialen Frieden“
Zudem setzt sich Peter Jansen ehrenamtlich in verschiedenen berufsständischen Organisationen ein und war 15 Jahre lang ehrenamtlicher Richter beim Landesarbeitsgericht in Mainz. „Unternehmen wie die Jansen GmbH und Co. KG mit hoch engagierten Führungskräften sind für unseren Wirtschaftsstandort unerlässlich: Sie schaffen Arbeitsplätze, bringen Steuereinnahmen und sorgen für neue Investitionen. Sichere und zukunftsfähige Arbeitsplätze sind eine unabdingbare Voraussetzung für Wohlstand und sozialen Frieden. Sie sind der Schlüssel für eine gute Zukunft des gesamten Kreises. An dieser Stelle gilt mein Dank neben Ihnen, sehr geehrter Herr Geschäftsführer Jansen, selbstverständlich auch den Gesellschaftern“, unterstrich Landrat Jürgen Pföhler. Peter Jansen dankte in seiner anschließenden Ansprache vor allem den Mitarbeitern der Firma Jansen, ohne die all dies nicht möglich sei. Die „Flying Notes“, die Schulband des Are-Gymnasiums, gab der Veranstaltung mit Stücken wie „We are the World“ und „Celebration“ den passenden musikalischen Rahmen.
