Verbandsgemeinde-Feuerwehrtag in Frücht
Ehrungen, Ernennungen und Verabschiedungen standen auf dem Programm
Die anstehende Fusion mit der VG Nassau war ein weiteres Thema des Tages
Frücht. Was wäre die Verbandsgemeinde (VG) Bad Ems ohne die ehrenamtlichen Einsatzkräfte, die bei der Feuerwehr Dienst leisten? In den neun, der VG angehörenden Einheiten engagieren sich die Feuerwehr-Männer und -Frauen unter Aufopferung von viel Freizeit und mit großem Pflichtgefühl. Beim diesjährigen VG-Feuerwehrtag im Dorfgemeinschaftshaus in Frücht standen sie und ihre Leistungen im Mittelpunkt. Auf der Tagesordnung standen Jahresberichte, Neuverpflichtungen, Beförderungen und Ehrungen. VG-Bürgermeister Josef Oster, von Amts wegen Chef der Feuerwehr, zeigte sich erfreut, so viele Aktive, darunter die Mitglieder der Alterskameradschaft und der Jugendfeuerwehr, im Festsaal begrüßen zu dürfen. Der Veranstaltung wohnten außerdem die komplette politische Führungsspitze der VG Bad Ems sowie etliche Stadt- und Gemeindebürgermeister und Mitglieder des Feuerwehrausschusses bei. In Grußworten wandten sich der Ortsbürgermeister der Gemeinde Frücht, Dieter Hahn, der Früchter Wehrführer Uwe Schmidt und Kreisfeuerwehrinspekteur Guido Erler an die Teilnehmer. Hauptsächlich sagten sie Dank für geleistete Einsätze, bei denen die Wehrleute immer wieder hohe Professionalität und Verlässlichkeit bewiesen hatten. Erler hob besonders den von Zivilcourage zeugenden, mehr als 15-stündigen Großeinsatz aufgrund eines Brandes bei einer Recycling- und Transportfirma in Miellen am 24. Dezember 2016 hervor. Er lobte die gute Zusammenarbeit aller 232 Einsatzkräfte, darunter 175 Kräfte der Feuerwehr, die von Wehren der benachbarten Städte und Verbandsgemeinden unterstützt wurde. Das sei ein gelungenes Beispiel für die auch überregional funktionierende Zusammenarbeit und zeige, dass die heimischen Feuerwehren bestens vorbereitet seien auf Einsätze jeglicher Art und zu jeglicher Zeit, schloss sich Bürgermeister Oster Erlers Worten an.
Verwaltung steht unterstützend, auch juristisch, hinter der Feuerwehr
„Wir können uns auf unsere Feuerwehr verlassen“. Wenn auf derlei Einsätze polizeiliche Ermittlungen gegen Wehrleiter hinsichtlich einer Gewässerverunreinigung folgen, so sei das ein Affront gegenüber den Verantwortlichen und den ehrenamtlich tätigen Feuerwehrleuten, verurteilte Erler den gegebenen Sachverhalt. Das sei überhaupt nicht in Ordnung, zeigte sich Oster ebenso empört. Selbstverständlich stehe die Verwaltung unterstützend, auch juristisch, hinter der Feuerwehr. Die Politik habe darauf zu achten, dass derartige Verfahren gar nicht erst in Gang gesetzt werden. Neben diesem war die VG-Feuerwehr im Jahr 2016 bei weiteren, rund 130 verschiedenartigen Einsätzen gefordert. Damit die Feuerwehr auch künftig erfolgreich Schäden von der Bevölkerung abzuwenden vermag, leiste die VG kontinuierlich Beiträge, um den Wehren ihre Arbeit so leicht wie möglich zu machen. Eine gute Ausstattung der Feuerwehr sei die vornehmste Aufgabe der Politik, sagte Oster. Allein in die komplette Erneuerung der Einsatzkleidung für die fast zweihundert aktiven Feuerwehrangehörigen habe die VG 139.000 Euro investiert. Im Haushaltsplan 2017 stehen weitere rund 580.000 Euro für Investitionen in die Feuerwehr, die unter anderem für die Anschaffung von Fahrzeugen gebraucht werden.
Fusion mit der VG Nassau
Dem Thema, das derzeit die gesamte VG bewegt, die anstehende Fusion mit der VG Nassau zur dann größten VG im Rhein-Lahn-Kreis, widmete sich natürlich auch Josef Oster in seiner Ansprache. Bei den auf beide Gemeinden zukommenden strukturellen Änderungen spiele das Feuerwehrwesen eine ganz zentrale Rolle. In enger Zusammenarbeit mit den Wehrleitungen seien Vorschläge eingefordert und schließlich ein 10-Punkte-Programm erarbeitet worden. Die bisherigen Gespräche darüber, wie die neue VG-Feuerwehr, dann mit über 500 aktiven Wehrleuten, in ihrer Gesamtstruktur aussehen könnte, bezeichnete Oster als sehr konstruktiv, sachlich und zielorientiert. Er kündigte an, zudem den Weg der kreisweiten Zusammenarbeit der Verbandsgemeinden gemeinsam mit der VG Nassau zu beschreiten. Den Zukunftsaussichten folgte anhand des Jahresberichts ein Rückblick in das Jahr 2016 durch Wehrleiter Michael Debusmann. Besonders hob er die 9.685 Stunden betragende Arbeitszeit hervor, darunter 2.356 Einsatz- und 2.829 Ausbildungsstunden. Ehrenamtlich geleistete Stunden, die einen Geldwert von 125.000 Euro hätten, machte er deutlich. Er dankte den Aktiven für ihr Engagement und äußerte die Hoffnung, dass alle stets gesund und munter von den Einsätzen wieder zurückkehren. Den Jahresbericht der 30 Mitglieder starken Jugendfeuerwehr trugen Jugendwart Christoph Specht und Bambiniwartin Daniela Lenz vor.
Neuverpflichtungen und Beförderungen
Nach der Zeremonie der Neuverpflichtungen und Beförderungen galt es Alfred Fülla aus der Einheit Fachbach in die Altersabteilung zu verabschieden. Seit 48 Jahren ist er aktiver Feuerwehrmann, von 2003 bis 2008 war er Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Fachbach. Für 25 Jahre aktiven und pflichttreuen Dienst wurden Marco Pfaffenberger aus der Einheit Becheln und Jürgen Merz aus der Einheit Dausenau von Wehrleiter Debusmann und Bürgermeister Oster mit dem „Silbernen Feuerwehr-Ehrenzeichen“ ausgezeichnet. Zehn Jahre länger dabei sind Harald Gerharz und Christoph Specht aus der Einheit Bad Ems. Die offizielle Würdigung ihrer Verdienste erfolgte bereits im Dezember durch Landrat Frank Puchtler mit der Übergabe des „Goldenen Feuerwehr-Ehrenzeichens“. Mit einem kleinen Geschenk bedankte sich jetzt die VG bei beiden für das Engagement. „Wir brauchen Sie alle“, machte Oster klar. Die Feuerwehr lebe von Menschen, die sich, wie die Geehrten, dauerhaft und langfristig einbringen, Ausbildungen absolvieren und ihre Karriere in der Feuerwehr darauf aufbauen. Die Feuerwehr sei für die meisten Mitglieder nicht nur eine Institution, sondern Teil ihres Lebens. Für Klaus Poetzsch, den langjährigen Ansprechpartner der Feuerwehren in der Verwaltung der VG, der in diesem Jahr aus Altersgründen ausscheidet, gab es am Ende des Abends noch eine ehrende Überraschung. Sämtliche anwesende Wehrführer, allen voran Karl Peter Salzmann, standen wie ein Mann hinter ihm, um sich für die hervorragende Zusammenarbeit zu bedanken. Mit einem dreifachen „gut Schlauch!“ und Applaus im Stehen stimmten alle Kameraden in die Danksagung ein. Poetzschs Arbeit wird künftig Alfred Diel, der Kollege aus der VG Nassau mit übernehmen – ein erster spürbarer Schritt in Richtung VG-Fusion. Der Feuerwehrtag fand in geselliger Runde bei Aschebraten mit Pellkartoffeln seinen Ausklang.
BSB
