Mayen bei Konferenz in Bristol vertreten
Ein Blick von beiden Seiten
Teilnehmer diskutierten über Herausforderungen und Chancen der deutsch-britischen Beziehungen
Mayen. Unlängst fand in der englischen Stadt Bristol eine Konferenz zum Thema „Herausforderung und Chance in der Förderung des britisch-deutschen Verständnisses“ statt. Zu dieser Konferenz waren über 120 Teilnehmer aus ganz England und Deutschland erschienen. Das Hauptanliegen war, das Verhältnis beider Länder trotz des bevorstehenden Brexits zu festigen und Strategien zu entwickeln, deutsch-englischen Austausch und vor allem deutsch-englische Städtepartnerschaften weiterhin aktiv zu gestalten.
So begrüßte der Bürgermeister von Bristol, Marvin Rees, die anwesenden Deutschen mit den Worten: „Bitte fühlen Sie sich immer willkommen bei uns in England! An unserer Freundschaft zu Ihnen wird sich nichts ändern, egal welche Entwicklungen England durch den Brexit durchlaufen wird.“ Er betonte, dass seine Stadt gegen den Brexit gestimmt habe. Dies hatte auch Mayens Partnerstadt Godalming getan, die bei der Konferenz durch die 1. und 2. Vorsitzende der Godalming-Mayen Association, Liz Wheatley und Inge Hempstead, vertreten war.
Aus Mayen war die 1. Vorsitzende des Deutsch-Englischen Freundschaftskreises Mayen-Godalming, Bettina Cornely, angereist. Sie hielt einen Gastvortrag zum Thema „Der Blick von beiden Seiten“ der von englischer Seite durch Erfahrungsberichte von Inge Hempstead bereichert wurde.
Cornely nutzte die Gelegenheit auch, um Werbung für ihre Stadt zu machen. Interessiert wurden die mitgebrachten Broschüren „Mayen – Tor zur Eifel“ entgegengenommen.
Freundschaft wird auch weiterhin Bestand haben
Neben grundsätzlichen Erläuterungen zu den Aufgaben und Erfahrungen des Freundschaftskreises, brachte Cornely ihre Zuversicht zum Ausdruck, dass die über 35-jährige, intensive Freundschaft der beiden Partnerstädte Mayen und Godalming auch weiterhin Bestand haben wird. Mittlerweile besucht schon die dritte Generation des deutschen und des englischen Freundschaftskreises ihre Freunde in der Partnerstadt.
Ehrenamtliche Helfer als Garanten für stabilen Austausch
Dr. Charlotte Schwarzer, Direktorin für Kultur und Bildung der Deutschen Botschaft in London, betonte in ihrer Ansprache, wie wichtig es sei, an der Basis gut zusammen zu arbeiten. Sie erklärte, dass sich ohne das Engagement ehrenamtlicher Helfer eine Stabilität im Austausch zwischen beiden Ländern sehr schwierig gestalten würde. Professor Katrin Kohl vom Jesus College in Oxford sprach von einer Herausforderung. Sie brachte ihr Bedauern zum Ausdruck, dass Deutsch als Fremdsprache in England einen starken Rückgang erfahren hat. Überhaupt sei die Bereitschaft Sprachen zu erlernen in Großbritannien nicht sehr ausgeprägt. Kohl gründete daher in Oxford die Initiative „Oxford German Network“, die dieser Tendenz entgegenwirken möchte.
Eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Der Weg nach vorne“ rundete den Tag, der mit verschiedenen Workshops belegt war, ab. Die Teilnehmer konnten viele Anregungen zu deutsch-englischem Austausch und intensiver Zusammenarbeit mitnehmen. Der Vorsitzende der British-German Association, Stephen Watson, schloss die Veranstaltung voller Zuversicht auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit. Er wünschte allen Teilnehmern Kraft, gutes Gelingen, regen Austausch und – last but not least – Nachwuchs für alle Vereine und Initiativen, die sich dieser wichtigen Aufgabe auch in Zukunft widmen.
