Dritter Lauf zur VLN-Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring war so schnell wie nie
Ein Dreifacherfolg für BMW
Nürburg. Mit einem Doppelsieg der BMW-M6-GT3-Besatzungen von Schubert-Motorsport aus Oschersleben endete der dritte Lauf zur VLN-Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring. Marco Wittmann, Jörg Müller und Jesse Krohn setzten sich am Ende des vierstündigen Rennens mit einem Vorsprung von nur 0,382 Sekunden gegen ihre Teamgefährten Lucas Luhr, Martin Tomczyk und John Edwards durch. Mit ihrem Erfolg sicherte sich das Siegertrio mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 170,26 Kilometern pro Stunde auch den Rekord des schnellsten VLN-Rennens aller Zeiten.
Zahlreiche Zuschauer
Hinter den beiden werksunterstützten M6 GT3 sicherte das Team von Walkenhorst-Motorsport mit ihrem privat eingesetzten M6 GT3 den dreifachen Erfolg des Münchner Autobauers. Pilotiert wurde der drittplatzierte BMW von den Fahrern Christian Krognes, Victor Bouveng und Tom Blomqvist. Für Spannung sorgten bei den erneut zahlreich angereisten Zuschauern im Gesamtklassement fast ausschließlich die Führungswechsel innerhalb der drei Podiumsteams. Lediglich der Phoenix Audi R8 LMS von Markus Winkelhock, Christopher Mies und Christian Mamerow konnte mit einer Führungsrunde in die BMW-Dominanz einbrechen. Am Ende überquerte das Phönix-Trio auf Rang vier die Ziellinie.
Auf Platz fünf fuhr der schnellste von Manthey Racing eingesetzte Werks-Porsche 911 GT3 R mit Michael Christensen und Fred Makowiecki am Steuer. An sechster Stelle beendeten René Rast und Nikolaus Mayr-Melnhof im zweiten werksunterstützten Phoenix Audi R8 LMS das Rennen, gefolgt von HTP Motorsport, die als bestplatziertes Mercedes-AMG-GT3- Team den Sternboliden, pilotiert von Stefan Mücke, Ranger van der Zande und Christian Hohenadel, auf Rang sieben einreihten. Platz acht ging mit Marc Basseng, Connor De Phillippi, Mike Rockenfeller und Timo Scheider an die Audi-Besatzung von Land Motorsport, die damit den zweiten Manthey-Porsche von Earl Bamber und Nick Tandy auf den neunten Rang verwiesen. Christopher Brück, Christian Menzel und Marco Holzer komplettierten im Bentley Continental GT3 die ersten Zehn.
Für viele Insider stellt sich nach dem souveränen BMW-Erfolg nun die Frage: Haben die Münchner vor dem 24-Stunden-Rennen die Karten zu früh aufgedeckt oder ist es ein genialer Schachzug? „Wir haben heute wirklich die Hosen runtergelassen und alles gezeigt, mehr geht nicht“, merkt Martin Tomczyk nach dem Rennen an. Teamchef Thorsten Schubert glaubt, dass die Konkurrenz noch nicht alles gezeigt hat und beim 24-Stunden-Rennen am letzten Maiwochenende noch eine Schippe drauflegen kann. Und genau das könnte es sein, was BMW in die Karten spielt.
Nicht die erste Geige
Auf Grund der sogenannten Balance of Performance, die eine ausgeglichene Leistungsstärke der verschiedenen Fahrzeugmarken gewährleisten soll, müssten die BMW-Boliden ihre Leistungsstärke nach dem dritten VLN-Lauf reduziert bekommen. Dies dürfte zur Folge haben, dass BMW beim Zeittraining zum 24-Stunden-Rennen nicht die erste Geige spielt und somit im Gegensatz zu den Kontrahenten bei der letzten Anpassung der BoP vor dem Rennen keine Sanktionen mehr hinnehmen müsste. Bestenfalls würde die Leistung zum Rennen sogar noch einmal optimiert werden können.
Immer wieder sorgt die Einstufung der Fahrzeuge in der BoP für Diskussionsstoff. So auch im Vorfeld zu diesem Rennen, als Frikadelli Racing verkündete, dass es sich aufgrund der derzeitigen Einstufung des Porsche 911 GT3 R bis auf Weiteres mit diesem Fahrzeug aus der VLN und vom 24-Stunden-Rennen zurückziehen würde. Nur ein kleiner Trost dürfte daher für die Fans des Teams der Sieg des unter der Bewerbung von Frikadelli Racing eingesetzten Porsche 911 GT3 Cup MR mit Marc Gindorf, Frank Kräling und Martin Ragginger in der SP7 gewesen sein. Begünstigt wurde der Sieg durch das Pech der zweimaligen Saisonsieger aus der SP7, Alexander Toril und Tim Scheerbarth, deren Black Falcon Porsche in Führung liegend ein Reifenschaden ereilte. Das Duo überquerte mit einem Rückstand von 18 Sekunden als Zweites in seiner Klasse die Ziellinie.
Rang zwei auch in der H4 für das Black Falcon Team. Dabei kam es in dieser Klasse zum Duell zwischen dem RTR-Porsche und dem Black Falcon Porsche, unter anderem mit Carsten Knechtges am Steuer. Fast zwei Drittel des Rennens hatten allerdings die RTR-Piloten die Nase vorn, erst im letzen Renndrittel konnte Knechtges den RTR-Porsche noch abfangen und damit sich und seinen beiden Fahrerkollegen zum dritten Mal in Folge die zweite Position in der Gruppe H sichern. Das Adenauer RTR-Team durfte sich nach den Erfolgen bei Lauf eins und zwei auch beim dritten Lauf in der Cayman GT4 Trophy über den Sieg freuen.
Fehlerfreie Leistung
Marc Hennerici und Moritz Oberheim glänzten mit einer fehlerfreien Leistung und hatten im Ziel über 44 Sekunden Vorsprung auf die nachfolgenden Kontrahenten. Zudem konnten auch Alex Autumn und Marc Hennerici wie schon erwähnt in der Gruppe H mit Position drei einen Podiumsplatz erringen. Nur knapp an diesem vorbei pilotierten Airgee und Milan Kodidek in der SP7 den PTR Porsche 911 GT3 Cup auf Position vier. Nach einem packenden Duell mit den neuen Tabellenführern Alexander Mies und Michael Schrey überquerten Thomas Jäger und Rudi Adams vom Team Scheid-Honert-Motorsport mit dem Eifelblitz im BMW M235i Racing-Cup als Zweite die Ziellinie.
Im Allgemeinen schien es für viele der lokalen Piloten und Teams der Tag der zweiten Position zu sein. So belegten auch Michael Mönch (BMW E90 325i) in der Klasse V4 und Stefan Manheller (BMW M3) in der SP6 den zweiten Rang.
Der vierte Lauf der VLN-Langstreckenmeisterschaft Nürburgring findet am 25. Juni mit der 47. Adenauer ADAC Deutschen Payment-Trophy statt. Zuvor steht für viele der Teams mit dem ADAC 24-Stunden-Rennen vom 26. bis 29. Mai der Saisonhöhepunkt auf dem Programm.
BURG
Die beiden siegreichen Schubert BMW M6 GT3.
Die beiden in der Cayman GT4 Trophy siegreichen RTR-Piloten Marc Hennerici (links) und Moritz Oberheim. Foto: Peter Burggraf / PeBuMedia
Nach einem Reifenschaden hatte sich am BMW M3 von Stefan Manheller und Oliver Frisse der rechte Kotflügel verabschiedet.Fotos: BURG
