Zehnthaus-Kolumne (66)
Ein Haus geht auf Reisen – eine Dorfgeschichte (2)
Ein Interview mit Frau Käthe Kerner - geführt von Klaus Peter Scholz
Die Zeit nach Kriegsende und Neubeginn für meine Familie
Bei Kriegsende waren die Folgen im Dorf unübersehbar, um das Haus herum lagen Trümmer. Mein Vater Josef Kümpel kam 1945 mit einem Augenleiden aus dem Krieg zurück und arbeitete als Selbständiger im Bereich Elektroinstallation. Kundschaft gab es in der Eifel. Meine Mutter Anna Kümpel arbeitet mit auf dem Felde und teilweise in der Kundenberatung. Elektroherde waren damals etwas Hochtechnisches. Der Großvater starb 1951, damit hörte die Landwirtschaft auf. Der Stall wurde aufgegeben und in eine Werkstatt umgewandelt. Im Garten der Eltern errichteten mein Mann und ich 1961 für meine Familie einen Bungalow, der heute noch von der Familie meiner Tochter bewohnt wird.
Das Haus auf Reisen
Das Elternhaus gehörte inzwischen meinem Bruder, der sich von dem „Altertümchen“ trennen wollte. Wobei dieser Begriff etwas schmeichelhaft ist, denn das Haus war wirklich in die Jahre gekommen. Unmittelbar daneben wurde ein neues Haus gebaut mit einem Abstand von 1,5 Metern. Beide Häuser standen eine Weile nebeneinander.
Mit Hilfe eines Architekten kam es 1973 zu der Vereinbarung, das Haus abzubauen und das Ständerwerk an neuer Stelle in der Eifel wieder zu errichten. Das Traggerüst aus Holz wies keinerlei Schäden auf. Die Gefache bestanden aus einem Holz-Stroh-Lehmgemisch, das einfach rausgeschlagen wurde. Das Balkengerüst bekam vor dem Abtransport eine sorgfältige Nummerierung.
Der Architekt hatte am neuen Standort einen Aushub für einen neuen Keller veranlasst. Darauf wurde das Balkenwerk im Original wieder errichtet und mit denkmalgerechtem Fachwerk versehen. Dort steht es noch heute. Es sind kleinere Veränderungen im Inneren des Hauses vorgenommen worden, seitlich wurde ein moderner Anbau angefügt, aber in der Grundsubstanz steht das Original unverändert.
Ein Besuch in der Eifel
Das Haus steht in Schmiethof in der Nähe von Roetgen in der Eifel an markanter Stelle umgeben von Grün und Baumbestand. Inzwischen bewohnt die dritte Familie das Schmuckstück. Bei einem Besuch im Februar wurden wir sehr freundlich empfangen und waren von der Außen- und Innenwirkung des Hauses und dem baulichen Zustand stark beeindruckt. Es könnte wieder auf eine Reise gehen.
Was bewegt Sie heute, wenn sie an jene Zeit denken?
Ich hatte eine sehr glückliche Kindheit in Odendorf, an die ich sehr gerne zurückdenke Wir sind barfuß gelaufen und spielten am Orbach. Dort gab es damals einen großen Bestand von Akazienbäumen. Die Hühner und Gänse liefen einfach über die Straße, die Erwachsenen trafen sich vor dem Haus zum Plaudern. Andere Ablenkungen gab es kaum. Damals läuteten die Kirchenglocken morgens um 11 Uhr. Das war das Zeichen für die Bauern bei der Feldarbeit ins Dorf zurückzukehren zum Mittagessen. Es war eine völlig andere Zeit. Wir fühlten uns sehr frei und dennoch behütet.
Ich freue mich sehr darüber, dass das von Hans Peter Sahs gebastelte Modell des „wandernden Hauses“ noch existiert.
P.S. Das Modell befindet sich im Zehnthaus. Es wird nach dem Interview an Frau Kerner übergeben.
www.verein-zehnthaus.de
Kerner Haus in der Eifel. Foto: Klaus Peter Scholz
Kerner Haus Modell Sahs. Foto: Klaus Peter Scholz
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