Kulturprogramm in der Remagener Stadthalle
Ein Hesse auf Welttournee
Bodo Bach begeistert die Zuschauer mit zweieinhalb Stunden Comedy
Remagen. 500 Zuschauer füllten die Stadthalle in Remagen. Hier hatte sich Bodo Bach angemeldet: ein Hesse auf Welttournee durch ganz Deutschland. Und am Ende wird es auch keiner bereut haben, sich für den Abend mit einem 61-Jährigen entschieden zu haben. Denn Robert Treutel (oder besser gesagt Bodo Bach) zog das ganze Publikum in seinen Bann und begeisterte die Zuschauer mit seinen Erzählungen. Und das über zweieinhalb Stunden an diesem Abend.
Es war eine etwas andere Vorstellung in der schnelllebigen heutigen Zeit. Kein lautes Tamtam im Vorprogramm. Noch nicht mal ein Feuerwerk. Nein, auf der Bühne standen ein Mann, ein Tisch mit einem Glas Wasser und ein Bildschirm, der aber nur selten zum Einsatz kam. Ansonsten sorgte Bodo Bach mit seinen Vorträgen für Kurzweil auf ganzer Linie. Und Bach steht locker und gelassen auf der Bühne und berichtet aus seinem Leben. Und erlebt hat er viel. Immer unter dem Aspekt „Pech gehabt“. Wobei er schnell erklärt, dass viel im Leben nicht als Pech angesehen werden kann. Da ist ein Besuch bei IKEA an einem Samstag, wo einen Anfahrtsstau und Massengedränge erwarten, kein Pech, sondern einfach nur Dummheit. So bekommen in der Folgezeit eigentlich alle Menschen aus seinem Leben ihr Fett weg. Aber immer mit einer liebevollen Umschreibung. Und mit einem Augenzwinkern.
Probleme gibt es bei ihm eigentlich keine in seinem Leben. So serviert er weiter Lebensweisheiten im Minutentakt. In der Folge entführt Bach die Besucher in die Jugendzeit, weckt per Leinwand Erinnerungen mit Bildern über Fury oder Lassie oder erzählt die traurige Geschichte über den vergessenen amerikanischen Astronauten Michael Collins, der als dritter Mann bei der ersten Mondlandung der Menschen nie einen Fuß bei auf den Planeten setzte und oft bei den Dokumentationen dieses Ereignisses vergessen wird.
Auf jeden Fall verließen die Zuschauer gut gelaunt die Stadthalle in Remagen. Die, die etwas Zeit mitgebracht hatten, konnten den Comedian nach dem Auftritt auch noch im Foyer erleben. Hier nahm sich dann Robert Treutel Zeit für Autogramme und Fotos der Fans. Auch hier erlebten die Menschen einen sympathischen Mann, der zuhörte. Vielleicht sammelte er hier bereits wieder neue Zwischentöne für das Folgeprogramm von „Pech gehabt“. Denn die meisten werden dann wohl wiederkommen. Für die, die noch nicht genug bekommen haben, steht noch ein weiterer Termin im Kalender. Am Sonntag, 7. April, kommt Bach in Wirges im Bürgerhaus nochmals zu Besuch.
TH
