Hilfsverein „Bon Secours Kamerun e.V.“aus Meckenheim
Ein Inkubator für Kamerun
Meckenheim. Der Container mit der Wasseraufbereitungsanlage, den der Hilfsverein „Bon Secours Kamerun e.V.“ aus Meckenheim Ende September nach Kamerun geschickt haben, ist leider noch immer nicht im Krankenhaus angekommen. Die einzige Straße nach Fontem ist aufgrund der Regenzeit noch immer unbefahrbar. Caleb Songsare, der den Transport organisiert, hat versucht, mit dem Motorrad nach Fontem zu kommen und musste unterwegs umkehren, weil es kein Durchkommen gab. Die Straße ist nicht asphaltiert und von den vielen Regenfällen völlig ausgewaschen. Der Container wird jetzt in einer Schule, rund 60 Kilometer von Fontem entfernt, zwischengelagert und dann nach Fontem gebracht, sobald es die Straßenverhältnisse zulassen.
Der zweite Transport dieses Jahr steht auch bereits in den Startlöchern. Der Container steht bereits in Hamburg beim Spediteur und wartet darauf, beladen zu werden. Der Verein nimmt wieder Sachen für fünf Krankenhäuser mit, außerdem eine komplette Einrichtung für eine Ambulanzstation, die ein studentischer Hilfsverein aus München im Osten Kameruns gebaut hat und die jetzt eingerichtet werden soll.
Den Verein erreichen manchmal auch traurige Nachrichten. In einem einem seiner Krankenhäuser
stand vor einigen Wochen ein junges Ehepaar mit zwei Frühgeburten vor der Tür. Dieses Krankenhaus ist für die Versorgung von Frühgeburten nicht ausgestattet. Es hatte leider keinen Inkubator, der für die Behandlung dringend notwendig gewesen wäre. Die beiden jungen Eltern hätten eigentlich ins Kreiskrankenhaus gehen müssen, da es dort einen Inkubator gegeben hätte. Der Vater sagte aber, er sei nicht dorthin gegangen, da er kein Geld habe, und in Afrika ist es leider so, dass ohne Geld in den meisten Krankenhäusern keine Behandlung stattfindet. Er wusste, dass in diesem Krankenhaus auch Menschen behandelt werden, die kein Geld haben und sagte, er wolle seine Kinder lieber dort sterben lassen, als den Weg zum Kreiskrankenhaus zu machen und dort abgewiesen zu werden.
Als weiteres Problem kam hinzu, dass die Mutter HIV-positiv ist und es insofern ganz wichtig gewesen wäre, dass sie möglichst schnell abstillt, um das Risiko zu minimieren, dass sich die Kinder bei ihr anstecken. Dies war aber nicht möglich, da das Paar kein Geld hatte, um Babynahrung zu kaufen. Beide Kinder sind leider nach einigen Tagen gestorben.
Bon Secours versucht jetzt, für dieses Krankenhaus einen Inkubator zu organisieren, damit in der
Zukunft solche Frühgeburten vielleicht überleben können.
