Tag des offenen Denkmals in Kesseling
Ein Kleinod mit wechselvoller Geschichte
Das aufwendig renovierte ehemalige Pfarrhaus konnte besichtigt werden
Kesseling. Die Ortsgemeinde Kesseling ist seit zwei Jahren um ein Schmuckstück im alten Ortskern reicher, und so konnte am Sonntag am Tag des offenen Denkmals das alte renovierte Pfarrhaus bei einem Rundgang besichtigt werden. Ermöglicht hatte dies der Förderverein mit seinen Mitgliedern, die den ganzen Tag über für Fragen und Führungen zur Verfügung standen. Dazu hatten die Besucher auch noch Gelegenheit, sich bei einer Tasse Kaffee und gespendetem selbstgebackenen Kuchen der Kesselinger Frauen ausgiebig zu unterhalten. Angefangen im großen lichtdurchfluteten Festsaal hatte der Kesselinger Chronist Raimund Gabriel eine ansprechende Ausstellung von alten Ansichtskarten zusammengestellt, die viel über die Ortsgeschichte und ihre Entwicklung aussagte. Als einem, der sich mit der Ortsgeschichte und dem alten Pfarrhaus auskennt, konnten sich die Besucher Karl-Heinz Werner beim Rundgang durch das historische Gebäude anschließen und so auch tiefer in die Geschichte einsteigen. Denn bereits 762 gab es die erste urkundliche Erwähnung von Kesseling und bereits 772 den ersten Hinweis auf eine Kirche, hoch über dem Ort gelegen. So ist anzunehmen, dass auch das alte Pfarrhaus, damals noch in Form eines Klosters, sehr früh im Ortskern errichtet wurde. Das Pfarrhaus wurde in zwei Abschnitten gebaut, wobei der zweite Teil im Jahr 1703 auf der rechten Seite mit dem Torbogen entstand. Bewohnt wurde das Pfarrhaus bis 1971, als Alfons Scholz, der damalige Pfarrer von Kesseling, in den Ruhestand ging. 1980 ging das Pfarrhaus in Erbpacht über und wurde 1985 unter Denkmalschutz gestellt. Erst nach über 20 Jahren zäher Verhandlungen mit der Kirchenverwaltung ist es der Ortsgemeinde Kesseling gelungen, das ortsbildprägende Denkmal zu erwerben. Nach intensiven Planungen konnte das „alte neue“ Pfarrhaus dann 2015 eingeweiht werden und bietet heute mit seinen Räumlichkeiten der Blaskapelle Kesseling einen tollen Übungsraum, bei dem die Optik und Akustik stimmt und auch der Jugend der Ortsgemeinde zwei wunderschöne Räume mit den wertvollen Kölner Decken. Im Erdgeschoss ist der lichtdurchflutete Festsaal nicht nur ein Schmuckstück, sondern hat auch außerhalb der Ortsgemeinde bereits Gäste für Feierlichkeiten jeglicher Art angesprochen. Von all dem konnten sich die Besucher am Sonntag beim Tag des offenen Denkmals überzeugen, und dabei gab es auch immer wieder viel Lob für das Alte im neugeschaffenen Pfarrhaus in Kesseling. UM
Da alte Treppenhaus wurde sorgfältig instandgesetzt, ebenso wie die oben rechts erkennbaren Kölner Decken.
