Allgemeine Berichte | 31.07.2019

Spendenaktion der Initiative „Musikverein Löf hilft“

Ein Konzert für die kleine Heidi

Pia und Christoph Rosenbach setzen alle Kraft für Heidi ein und versuchen gleichzeitig jedem gerecht zu werden. Fotos: EP

Nörtershausen. Vor acht Jahren kam die kleine Heidi mit dem Rubinstein-Taybi-Syndrom  auf die Welt, eine genetisch bedingte Erkrankung, die sich in einer moderaten geistigen Behinderung und körperlicher Missbildung ausdrückt.

Seit ihrer Geburt versucht die Familie alles, damit sie sich bestmöglich entwickelt. Neben den Eltern Pia und Christoph, wächst Heidi mit ihrer Schwester Anni und ihrem Brüderchen Freddi auf. Jedem gerecht zu werden, ist dabei sicher nicht immer einfach. Doch sie setzen alle Kräfte ein, damit es Heidi besser geht. Finanziell sind ihnen Grenzen gesetzt, Spendenaktionen in den Jahren 2014 und 2016 gaben ihnen große Unterstützung. Damit finanzierten sie zwei Delphintherapien.

Blick aktuell: Wie geht es Heidi heute?

Familie Rosenbach: Heidi geht es im Moment sehr gut. Sie genießt die Sommerferien und die vielen gemeinsamen Stunden mit ihrer Familie. Körperlich kämpft sie aktuell leider mit einem Ekzem an der Nase und einer Entzündung an ihrem Fuß. Deshalb werden uns in naher Zukunft die nächsten beiden Operationen bevorstehen.

Blick aktuell: Planen Sie eine neue Delfintherapie?

Familie Rosenbach: Ja, wir planen eine Delfintherapie in den Sommerferien 2020.

Blick aktuell: Was bewirkt eine solche Therapie bei Heidi?

Familie Rosenbach: Wir wünschen uns, dass Heidi einen Entwicklungsschub bekommt, geistig und körperlich. Sie hat zurzeit den Stand eines zweieinhalbjährigen Mädchens. Leider ist sie noch immer inkontinent. Sie trinkt nicht selbstständig. Sie spricht einzelne, wenige Worte. Heidi wird immer aggressiver zu ihrer Schwester und  Gegenständen. Sie entwickelt zunehmend autistische Züge. Nur um ein paar Beispiele zu nennen, bei denen wir auf eine Besserung hoffen. Selbst wenn es nur die Ruhe ist, die sie dort zwei Wochen lang täglich von den Tieren erfährt und sie somit entspannter, aufnahmefähiger und konzentrierter macht.

Blick aktuell: Wohin soll die Reise gehen?

Familie Rosenbach: Die Delfintherapie findet im Curaçao Dolphin Therapy Center (CDTC) auf Curaçao statt. Die Reise dorthin ist anstrengend, aber wertvoll für die ganze Familie. Es gibt dort gleichzeitig ein Geschwisterprogramm und verschiedene Workshops für die Eltern. Das Konzept des CDTC‘s ist sehr tierfreundlich und wie wir bestätigen können, erfolgreich. Nicht nur bei den kleinen Patienten. Als Beispiel fällt uns sofort ein, dass sie während ihrer ersten dortigen Therapie zum ersten Mal gesprochen hat und ein paar Schritte gelaufen ist. Seit dem zweiten Besuch bei den Delfinen, hat sich ihr Gangbild verbessert, auch kann sie seitdem aus einem speziellen Becher trinken und muss Wasser nicht mehr mit einer Spritze aufnehmen. Das hört sich vielleicht nicht nach großen Erfolgen an, für uns sind es aber riesige Schritte in die Normalität.

Blick aktuell: Welche Kosten sind damit verbunden?

Familie Rosenbach: Insgesamt kosten die Reise und die Therapie zirka 15.000 bis 16.000 Euro.

Blick aktuell: Welche Therapien bekommt Heidi außerdem?

Familie Rosenbach: Heidi hat zweimal pro Woche Physio- und Ergotherapie, sowie Logopädie. Diese Kosten übernimmt die Krankenkasse. Drei- bis viermal im Jahr fahren wir mit ihr nach Belgien zur TOMATIS-Therapie, einer Horchtherapie (www.atlantis-vwz.com) die Heidis Sprachentwicklung fördert. Sie hört dort mit besonderen Kopfhörern klassische Musik in verschiedenen manipulierten Frequenzen. Meine Stimme – wie sie sich im Mutterleib für Heidi anhörte – ist darin eingebaut. Durch einen Kontakt an der Schädeldecke werden Impulse an ihr Sprachzentrum im Gehirn geleitet. Begleitet wird Heidi von ihrer großen Schwester Anni.

Es sind drei Sitzungen von eineinhalb Stunden täglich. Der fünftägige Aufenthalt kostet uns jedes Mal um die 900 Euro, Zuschüsse dafür gibt es nicht.

Blick aktuell: Waren Sie überrascht vom Engagement des Musikverein Löf, der ein Benefizkonzert für Heidi geben wird?

Familie Rosenbach: Ja, wir waren sehr positiv überrascht. Wir hatten die Aktion im vergangenen Jahr im Kloster Kühr verfolgt und fanden die Idee wundervoll! Musik verbindet – nicht nur Jung und Alt! Und der Musikverein Löf versprüht dazu eine Magie aus Leidenschaft, Gemeinschaft, Freundschaft, Hilfsbereitschaft, Herz und wunderschöner Musik.

Blick aktuell: Wann und wo findet das Konzert statt?

Familie Rosenbach: Das Benefizkonzert findet am 6. September um 18.30 Uhr im Festzelt auf dem Sportgelände in Nörtershausen statt. Der Kartenvorverkauf beginnt am 19. August an der ARAL-Tankstelle in Löf. Der Eintritt kostet 8 Euro. Für das Konzert ist das Orchester eine Koalition mit dem SV Nörtershausen-Udenhausen eingegangen, der sich auch für Heidi engagiert. Mit seiner Initiative „Musikverein Löf hilft“ möchten die Musiker/innen eine möglichst hohe Spendensumme für Heidi erzielen.

Blick aktuell: Ist Heidi musikalisch?

Familie Rosenbach: Heidi liebt es, zu singen und zu tanzen. Ja, wir würden behaupten, sie ist musikalisch.

Blick aktuell: Danke für das Gespräch und alles Gute für Ihre Familie.

Mindestens einmal im Jahr möchte das Löfer Orchester einen aktiven sozialen Beitrag für die Gesellschaft leisten und mit ihrer Musik finanzielle Mittel zur Unterstützung erlösen. Sein diesjähriges Engagement gilt ausschließlich der kleinen Heidi. Jeder Besuch zählt!! Infos unter www.musikverein-loef.de

  EP

Schöne Momente sind die, wenn die drei Geschwister harmonisch zusammen spielen. 

Schöne Momente sind die, wenn die drei Geschwister harmonisch zusammen spielen. 

Pia und Christoph Rosenbach setzen alle Kraft für Heidi ein und versuchen gleichzeitig jedem gerecht zu werden. Fotos: EP

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