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Rudolf Schneichel ist seit 20 Jahren der „Chef“ von Kruft

Ein Landwirt im Dienst des Gemeinwohls

12.10.2018 - 15:56

Kruft. „Der Sinn des Lebens besteht darin, deine Gabe zu finden. Der Zweck des Lebens ist, sie zu verschenken“, behauptete einmal Pablo Picasso. Bei den zahlreichen Gaben, für die der Jubilar in der vergangenen Woche von seiner Ortsgemeinde und weiteren politischen Mitstreitern gewürdigt wurde, muss dieser wohl auch reich beschenkt haben. Der Krufter Ortsbürgermeister Rudolf Schneichel, in diesen Tagen 20 Jahre im Amt, erfuhr erst überraschend und kurzfristig davon, dass mit ihm im Rahmen einer Feierstunde im Kreis seiner Familie, Freunde und Weggefährten dankbar auf sein Wirken als Kommunalpolitiker zurückgeschaut werden sollte. Noch am Vortag musste die geplante Örtlichkeit der Jubiläums-Veranstaltung verlegt werden. Da Räume des Rathauses am Kolpingplatz wegen eines kleinen Brandschadens nicht nutzbar waren, traf sich die illustre Gästeschar im Frankensaal der Vulkanhalle.

Lothar Büchel, Krufts Erster Beigeordneter, ließ die kommunalpolitischen Stationen des 68-jährigen Christdemokraten Schneichel Revue passieren. 1974 wurde er mit 23 Jahren in den Ortsgemeinderat gewählt, wo er in einigen Ausschüssen mitwirkte. Nach einem überzeugenden Wahlergebnis trat Schneichel am 14. Oktober 1998 als Krufter Ortsbürgermeister die Nachfolge seines langjährigen Vorgängers Franz Reiff an. Als Fraktionsvorsitzender bringt er sich seit 2002 im Verbandsgemeinderat Pellenz ein, dem er seit 1999 angehört. Seit 2004 kann der Kreistag Mayen-Koblenz auf den Krufter zählen.

Für sein herausragendes ehrenamtliches Engagement wurde Schneichel im Jahr 2016 der Große Wappenteller des Landkreises verliehen. „Rudolf Schneichel hat Kruft stark geprägt und lebenswert gemacht“, stellte Büchel fest und nannte beispielhaft einige infrastrukturelle Projekte, die unter der Federführung des Jubilars liefen: der Ausbau des Dorfplatzes und der Bachstraße, das zukunftsweisende Baugebiet Kruft-Süd, die Schaffung neuer Gewerbegebiete und deren verkehrstechnische Anbindung, der Umbau und die Neugestaltung der Verkehrsader „Alte Chaussee“, den Kauf der Tubag-Liegenschaft zur langfristigen Sicherung des Krufter Hausbergs Korret.

Neben den sich anschließenden Laudationes von Mitfeiernden und deren gute Wünsche, Präsente und Urkunden dürften den Jubilar wohl persönliche Worte erfreut haben, die ihn als Menschen beschrieben. Landrat Dr. Alexander Saftig: „Mit Rudolf kann jeder richtig zanken. Und das Schöne ist, es werden immer Lösungen gefunden. Es ist wichtig, dass es jemand wie dich gibt, der überzeugen kann, der die Menschen mitnimmt und für das Gemeinwohl begeistert.“ Verbandsgemeinde-Bürgermeister Klaus Bell: „Du bist ein engagierter, kompetenter, gradliniger und verlässlicher Kommunalpolitiker. Weitblick und Zukunftsorientierung kennzeichnen dein kommunalpolitisches Handeln. Du stehst für eine vorausschauende Politik zum Wohl deiner Heimatgemeinde und der Verbandsgemeinde. Deine Meinung vertrittst du mit Nachdruck und setzt dich konstruktiv mit anderen Meinungen auseinander. Ein Kompromiss ist für dich keine Niederlage.“

Die Krufter wissen es: Rudolf Schneichel ist nicht nur kommunalpolitisch aktiv. Der dreifache Familienvater und fünffache Opa bewirtschaftet zusammen mit seiner Frau und dem älteren Sohn den Schlehenhof, ein Gemischtbetrieb mit Acker- und Gemüsebau und einen Hofladen. Der Landwirt kann auf eine langjährige Mitgliedschaft in der Vollversammlung der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz zurückschauen. Dem Vorstand der Kammer gehörte er 1999 bis 2011 an (ab 2006 Vizepräsident). Er war Vorsitzender des Ausschusses Raumordnung, Regionalentwicklung und Naturschutz. Mit der Gründung der Stiftung zur Förderung der Kulturlandschaft in Rheinland-Pfalz 2006 übernahm er auch hier die Federführung.

Mehr als zwei Jahrzehnte war der Pellenzer zudem in verantwortlichen Funktionen für den Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau tätig. Für diese außerordentlichen ehrenamtlichen Verdienste in seinem Berufsstand wurde er von der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz im Jahr 2015 mit der höchsten Ehrung, der Goldenen Medaille ausgezeichnet. Ministerpräsidentin Malu Dreyer ernannte den engagierten Krufter Landwirt und Kommunalpolitiker 2016 zum Ökonomierat. Diese seltene Ehrung wird traditionell nur alle zwei Jahre vergeben und drückt die besondere Anerkennung für eine erfolgreiche Berufstätigkeit und für mehrjähriges ehrenamtliches Engagement zur Förderung des Berufsstands aus.

Von den auf ihn angestimmten Lobeshymnen emotional berührt, trat Rudolf Schneichel ans Rednerpult und stellte dankbar fest, er hätte seinen Weg nicht ohne ein unterstützendes Umfeld gehen können. Besonders dankte er seiner Ehefrau Irmgard für ihren Rückhalt. „Am Schlimmsten ist mir“, gestand er schließlich, „dass ich in den vergangenen zwei Jahrzehnten 20 Jahre älter geworden bin.“ Schneichel wird für die Bürgermeisterwahl im nächsten Jahr nicht mehr kandidieren.

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Kommentare
Stefan Knoll:
Was für ein unglaublich mieser AfD-Kreisvorstand das doch ist im Westerwald. Was können die eigentlich da? Sind die Anderen im Kreisvorstand auch so radikal in ihren politischen Ansichten wie Justin Cedric Salka? Wenn AfD-Landeschef Uwe Junge einen angesehenen AfD-Abgeordneten wie Jens Ahnemüller aus der AfD schmeißen will, dann hätte Justin Cedric Salka mit seinen IB-Aktivitäten, siehe SWR-Berichte,schon längst aus der AfD entfernt werden müssen. Glaubwürdiges Handeln vom Parteichef sieht anders aus.
Patrick Baum:
Die Zustände im AfD-Kreisvorstand sind desolat. Nach der Riesenpleite mit der vermasselten AfD-Direktkandidatur für den Bundestag im Wahlkreis Montabaur zeichnet sich der Kreisvorstand der AfD Westerwald weiterhin negativ aus. Mit der Satzung und mit Regeln hat es dieser Kreisvorstand nicht so. und dazu noch Herr Salka mit seiner seltsamen politischen Einstellung, wie der SWR ja schon mehrfach berichtet hat.
Uwe Klasen:
Unglaublich populistisch und Unglaubwürdig, wurde doch 2016 von der damaligen rot-grünen Landesregierung die Rodung und Nutzung des Hambacher Forstes genehmigt. So sind also Zusagen der Grünen zu bewerten: Bedeutungslos!
juergen mueller:
Das ist das, was ich meine, Deutsche Einheit - sind "Wir das?" In unserem Land wird gefeiert, was ansteht, weil beschlossen und da hängt man ja dran, nicht aus Überzeugung, sondern weil es eben so ist und man sich mal wieder profilieren kann .... für ein paar Minuten. Der eigene Wille, sich zu etwas zu bekennen, was seinem Herzen entspricht, ist Vergangenheit und da muss ich Herrn Klasen zustimmen, im Endeffekt ist das kein Feiertag mehr, sondern nur Makulatur.
Uwe Klasen:
Ein Nationalfeiertag ohne den eigenen Willen zur Nation ist kein Feiertag mehr!
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