Marienkapelle in Irlich öffnet ihre Tür
Ein Ort der Besinnung
Neuwied-Irlich. Die Marienkapelle in Irlich, besser bekannt als „Kapellche“ oder „Heilijehäusje“, wird zukünftig regelmäßig für Besucher geöffnet sein. Die Entscheidungsträger betonen die Bedeutung von Gotteshäusern für Menschen, die das Bedürfnis haben, sich für kurze Zeit zum Beten oder zur Selbstfindung niederzulassen. Trotz des Risikos, das die Öffnung mit sich bringt, hat man sich in Irlich darum dazu entschieden, die Kapelle samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr zugänglich zu machen. Marianne Wild hat freundlicherweise die Aufgabe des Schließdienstes übernommen.
Die Entstehung der Marienkapelle geht auf die Mitte des 16. Jahrhunderts zurück und soll laut Legende als Buße für einen dort verübten Totschlag errichtet worden sein. In Ermangelung von Mitteln nutzte das damals arme Dorf Irlich „Gebrauchtware“ für die Einrichtung der Kapelle, ähnlich wie bei der heutigen Pfarrkirche. So wurden beispielsweise ein ausgedienter Altar aus dem Prämonstratenserkloster Rommersdorf und eine „Ewig Licht Lampe“ aus dem Jesuitenkloster Koblenz verwendet. Die Kapelle hat eine wechselhafte Geschichte durchlebt und es ist bemerkenswert, dass sie bis heute erhalten geblieben ist. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts gibt es sogar einen Rosenkranzverein, der sich um die Erhaltung der Kapelle bemüht. Im Laufe der Jahre gab es zahlreiche bauliche Veränderungen bis hin zum heutigen Erscheinungsbild des Gotteshauses. Neben den regelmäßigen Mariengottesdiensten eignet sich die Kapelle auch für andere kleine Gottesdienste in einer besonderen Atmosphäre.
BA
