Allgemeine Berichte | 01.02.2022

Aktuelle Buchvorstellung: Eine starke Landfrau aus der Eifel

Ein Plädoyer für das Landleben

Eine Biografie von Albert Jung

Albert Jung aus Forst hat in einer spannenden Biografie das Leben seiner Großmutter Josefine als Landfrau unterhaltsam nachgezeichnet. Foto: TE

Forst-Molzig. Das mit zahlreichen Fotos als zusätzliche Zeitzeugen bebilderte Buch von Albert Jung offenbart sich als spannende Biografie über seine Großmutter Josefine „Fina“ Knebel (1912 - 2000), in welcher er das harte Arbeitsleben einer Bauersfrau in einem landwirtschaftlichen Betrieb beschreibt. Parallel dazu gewährt Jung in seinem Werk auch einen intensiven Blick in das von Josefine gemeisterte Familienleben mit der Erziehung von vier Kindern. Zusammen mit dem landwirtschaftlichen Engagement eine unglaubliche Gesamtbelastung, der früher viele Frauen ausgesetzt waren, was von ihr aus einem großen Erfahrungsschatz heraus stellvertretend beschrieben wird. Tatsächlich hat Fina besagte Erfahrungen und Erlebnisse über Jahrzehnte persönlich niedergeschrieben und an ihren Enkel übergeben. Leider war es ihr zeitlebens nicht vergönnt, ihren Berufswunsch als Lehrerin zu realisieren, weil ihr dies von ihrem Vater untersagt wurde. Dennoch suchte sie immer den Kontakt zu Mitmenschen und blieb auch in der kurz bemessenen Freizeit ständig aktiv und interessiert an einer funktionierenden Gemeinschaft. So war Fina Knebel als Bäuerin nicht nur die Gründerin des Landfrauenverbandes Cochem-Zell, sondern auch viele Jahre dessen erste Vorsitzende. In 1950er und 1960er Jahren organisierte sie zahlreiche Informations- und Fortbildungsveranstaltungen für den Verband und übernahm bei diesen auch die Gesamtleitung. Dazu gesellte sich ihre engagierte Führung in Theatergruppen und im Kinderchor in Forst/Eifel, was sie mit Herz und Seele betrieb. Denn hier konnte sie dann auch ihre pädagogischen Fähigkeiten einsetzen. Ihr Glaube und Humor halfen ihr eigenen Aussagen zufolge bei der Genesung, nachdem sie von einem Auto überfahren wurde und sich trotz elf schwerer Knochenbrüche und einer schlechten ärztlichen Prognose doch erstaunlich gut erholte und Heilung erzielte. Ihre im Buch übermittelten Lebensweisheiten und Erlebnisse lassen nachträglich ihre besondere Wertschätzung für das Landleben erkennen, das sie im Alter dann auf die Pflege ihres Nutzgartens und der Freundschaften reduzierte. Die Freiheit, auf dem Land zu leben und in ein Netzwerk von lieben, ihr freundschaftlich verbundenen Menschen eingebunden zu sein, war Josefine sehr wichtig im Leben. Molzig, ihr „kleines Monaco“, hätte sie nicht um alles in der Welt gegen ein anderes Leben an einem anderen Ort eingetauscht! Resümee: Eine gelungene Hommage an eine starke Landfrau aus der Eifel, die in ihren Beiträgen von der Kindheit bis zum Lebensabend mit einem gelungenen Plädoyer für das Landleben aufwartet. Das neue Buch ist im Eigenverlag erschienen und bei Albert Jung in Forst sowie in der Buchhandlung Walgenbach in Kaisersesch für 20 Euro erhältlich. Der gesamte Erlös aus dem Verkauf der Bücher geht als Spende an den Landfrauenverband Cochem-Zell. TE

Albert Jung aus Forst hat in einer spannenden Biografie das Leben seiner Großmutter Josefine als Landfrau unterhaltsam nachgezeichnet. Foto: TE

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