Kulturförderpreis des Landkreises Mayen-Koblenz für die Blaskapelle Ettringen sowie die Gesellschaft für Geschichte und Heimatkunde Bendorf e.V.
Ein Preis, zwei Auszeichnungen
Mayen-Koblenz. Als die Blaskapelle Ettringen zu Beginn des Festaktes das Lied „Highland Cathedral“ vortrug, dachte manch Anwender sicherlich an die Liedzeile „Du bist der Landkreis“. Das Werk ist zweifelsfrei eine der bekanntesten Dudelsackmelodien. Was weniger bekannt ist: Das Lied wurde 1982 von zwei Deutschen komponiert. Als „Du bes die Stadt“ von den Bläck Föös wurde die Hymne zum Klassiker. Diese und weitere musikalischen Darbietungen der Blaskapelle Ettringen verschafften der diesjährigen Verleihung des Kulturförderpreises einen besonders festlichen Rahmen.
„Wir möchten kulturellen Engagement eine öffentliche Plattform geben. Nicht nur zum Danke sagen, sondern auch um die Geehrten und viele weitere Menschen anzuregen, sich zukünftig und weiterhin für die Kultur einzusetzen“, betonte Landrat Dr. Alexander Saftig in seiner Begrüßungsansprache. Der Kreis-Chef betonte, Kultur sei eine wichtige Säule der Identität. Vor allem das Gefühl von Heimat werde durch sie vermittelt. Ausdrückliche Worte des Dankes richtete er an die Kreissparkasse Mayen sowie die Sparkasse Koblenz, die nicht nur die jährliche Verleihung des Kulturförderpreises ermöglichen, sondern auch in anderer Hinsicht die Arbeit der Vereine im Landkreis fördern.
In diesem Jahr wurde der Kulturförderpreis an zwei Institutionen vergeben, wobei es keinen ersten und zweiten Preisträger gibt. „Beide sind gleichberechtigte Gewinner“, betonte Dr. Alexander Saftig.
Ausgezeichnet wurde zunächst die Gesellschaft für Geschichte und Heimatkunde Bendorf e.V., die auch durch Lesungen zu historischen Begebenheiten den Festakt bereicherte. „Durch die Gesellschaft wird Geschichte für die heutige und nachfolgende Generationen erlebbar und erfahrbar gemacht. Dem Verein ist es eine Herzensangelegenheit, das Geschichtsverständnis aller und vor allem junger Menschen zu fördern und deutlich zu machen, dass Geschichte alles andere als trocken, staubig und langweilig sein kann“, so Landrat Dr. Saftig in seiner Laudatio.
Der Name des Vereins sei untrennbar mit den Festspielen auf der Vierwindenhöhe verbunden. Der Verein widmet sich neuen Projekten und ist für die Betreuung der Eisen-Erz-Öfen in Bendorf zuständig. Aus den Bendorfer Stollen wurden fast 200 Jahre Erz gefördert, bis der Betrieb 1915 eingestellt wurde. In naher Zukunft soll ein Teil des Bergwerks wieder begehbar sein. „Ein prägender Teil der Bendorfer Geschichte und des Landkreises werden so wieder aufleben“, lobte der Landrat das Vorhaben.
Zu den Vereinsaktivitäten gehören auch Führungen durch Bendorf und Bilderabende. Im Auftrag der Stadt verwaltet der Verein die Restbestände des Bendorfer Museums und macht diese in regelmäßigen Abständen sichtbar. Der Verein informiert Interessierte auch über die moderne Medien und pflegt ein digitales Archiv. Auch bei der Familien- und Namensforschung sowie der Klärung von Schicksalen von Vermissten der beiden Weltkriege sei der Verein aktiv.
Gerne nahm der Vereinsvorsitzende Andreas Stettler gemeinsam mit Christian Heckhoff die Urkunde sowie den damit verbundenen Scheck über 1.500 Euro entgegen. Der Betrag wird u.a. dazu genutzt, um die Grube Werner auf der Vierwindenhöhe begeh- und erlebbar zu machen.
Den gleichen Förderbetrag erhielt der zweite Preisträger, die Blaskapelle Ettringen. Dankbar nahmen der Vorsitzende Alexander Schuster sowie der verdiente langjährige Vorsitzende Otto Barz die Urkunde und den Scheck entgegen.
Landrat Dr. Alexander Saftig hatte zuvor in der Laudatio betont, dass Musiker im Einklang sein müssen – musikalisch und menschlich. „Und wenn die Stimmung untereinander gut ist, dann hört man dies auch bei Konzerten“, betonte das Kreisoberhaupt. Die Blaskapelle wurde im Jahr 1990 gegründet. Vor allem dem damaligen Ersten Vorsitzenden Otto Barz und seinem engagierten Vorstand ist es zu verdanken, dass zwischenzeitlich über 40 Musikerinnen und Musiker aktiv sind. Zum Repertoire gehören Werke aller musikalischen Stilrichtungen und Epochen. Mit Jenny Schaaf als musikalische Leiterin hat der Verein eine erfolgreiche junge Dirigentin. Die Blaskapelle sei ein verlässlicher Partner bei verschiedensten Anlässen, berichtete der Landrat. Man treffe die Musikerinnen und Musiker nicht nur bei den eigenen Konzerten oder Festgottesdiensten, sondern auch bei unterschiedlichsten Veranstaltungen im Jahreskreis. Zu erwähnen seien hier Karneval, Schützenumzüge, Feuerwehrfeste, Mai-Baumstellen, das traditionelle Mai-Wecken an Kirmes, St. Martin oder Weihnachten. „Dies macht deutlich: Man engagiert sich für die Gesellschaft, man ist ein Teil der Gemeinde. Für ein Laien-Orchester werden musikalische Höchstleistungen abgerufen, wie man sie nicht aller Orten finden kann“, so Dr. Alexander Saftig in seiner Laudatio.
Mit den Liedern „Amazing Grace“ und „Over the Rainbow“ bestätigte die Blaskapelle eindrucksvoll die Feststellung des Landrats. Ein geselliger Abschluss mit den im wahrsten Sinne des Wortes „ausgezeichneten“ Vereinen sowie den weiteren geladenen Ehrengäste rundete die würdige Preisverleihung ab.
Landrat Dr. Alexander Saftig (Mitte) zeichnete die Gesellschaft für Geschichte und Heimatkunde Bendorf e.V. aus. Der Vereinsvorsitzende Andreas Stettler (links) freute sich gemeinsam mit dem Vereinsmitglied Christian Heckhoff (rehts) über die besondere Ehrung.
Für ihre vielfältigen musikalischen Verdienste erhielt die Blaskapelle Ettringen den Kulturförderpreis durch Landrat Dr. Alexander Saftig (links), den Ersten Kreisbeigeordneten Pascal Badziong (rechts) und Karl-Josef Esch als Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Mayen (2. von rechts). Dankbar nahmen der Vorsitzende Alexander Schuster (2. von links) sowie der verdiente langjährige Vorsitzende Otto Barz (mitte) die Urkunde und den Scheck entgegen. Fotos: KH