Ein Prinzenpaar für die Nachwuchsjecken
Walporzheim. Die diesjährige Walporzheimer Kindersitzung eröffnete der neue Sitzungspräsident der Nachwuchsjecken Paul Dederich am Sonntag, dem 1. Februar, pünktlich um 14.11 Uhr gemeinsam mit seinem Vize Aiden Lipowski. Die kleinen Närrinnen und Narren waren in besonders schönen Kostümen erschienen, galt es doch, am Ende den begehrten Preis für das schönste Kostüm zu erhalten. Zu den Klängen des Gute Laune Liedes zogen die kompletten KG-Abordnungen – die amtierende Jugendprinzessin Frieda I. (Gies) mit Adjutantin Sophia Jonas und Hofdame Teresa Krautkrämer, der Elferrat der großen und der kleinen Narren samt frisch gekürtem Dreigestirn der Prunksitzung, Funken und Standarte – im Festzelt auf. Unter den wachsamen Augen ihrer Trainerinnen Eva Lanzerath und Kristina Weber übernahmen die kleinen Funken den Programmstart und zeigten einen Eifer, der dem Publikum samt stolzen Eltern und Großeltern einen kräftigen Applaus bescherte. Schon nach dem Auftritt der kleinen Funken, die erkennbar die nächste Stufe des tänzerischen Könnens unter Beweis stellten, verabschiedete sich Frieda I. mit herzlichem Dank für ein Jahr voller neuer Eindrücke und Begegnungen. Dann kam Bewegung in die Kinderschar; denn alle waren aufgerufen, zu einem Mitmachlied auf die Bühne zu kommen und den Saal mit dem Piratenlied in Schwung zu bringen. Und das gelang auf ganzer Linie – das Eis war gebrochen. Auf Wunsch der scheidenden Jugendprinzessin hatte sich das Männerballett des Junggesellen Vereins eingefunden und brachte den Saal mit offensichtlicher Freude an der Vorführung zu den Klängen von Bella Napoli und der Karnevalsmaus auf Betriebstemperatur - Beinschwung und Pyramide inklusive. Mit fließendem Übergang rief der in seiner neuen Rolle sicher leitende Sitzungspräsident Paul Dederich die begeisterte Festgemeinde zur Polonaise auf und die ließen sich nicht zweimal bitten. Minutenlang wogte die Polonaisenschlange durch das Festzelt am Ahrufer. Mit dem Einmarsch der verhüllten neuen Regenten wurde es still im Saal und auch diesmal war die Überraschung groß, als ein Jugendprinzenpaar aus dem Sack stieg. Mit Sophie I. (Jonas) und Leon I. (Rosenthal) und Adjutantin Romy Jansen ist ein im Karneval aufgewachsener Nachwuchs im Amt, der die kleinen Jecken sicher durch eine närrische Regentschaft führen kann. Sophia wohnt in Ahrweiler, besucht die Realschule und tanzt seit 13 Jahren als Funkenmariechen im Karneval. Daneben engagiert sie sich als Gruppenleiterin beim Jugendrotkreuz. Sie stand zuletzt ihrer Vorgängerin Frieda I. als Adjutantin zur Seite. Leon absolviert derzeit eine Ausbildung zum Winzer beim Weingut Kriechel, war zunächst als Standartenträger aktiv, bevor er 2024 Schützenkönig der Aloisius-Jugend wurde und im gleichen Jahr als Sitzungspräsident durch das Programm der Walporzheimer Kindersitzung führte. In der laufenden Session war er auch mit den Dance Friends in der Prunksitzung der KG Bunte Kuh auf der Bühne aktiv. Leon ist wie auch Sophia großer Eishockey-Fan der Kölner Haie. Ihnen zur Seite steht Adjutantin Romy Jansen (Postrach), wie Sophia und Leon 17 Jahre alt, sie tanzt seit einem Jahr bei den mittleren Funken der KG Bunte Kuh, wohnt in Ahrweiler und besucht die Glasfachschule in Rheinbach mit dem Ziel Fachabitur. Und es war wohl kein Zufall, dass die neue Verantwortliche für den Kinderkarneval – Tatjana Mertens – mit Michael Hirsch den Erfinder der Hymne der Kölner Haie als Überraschungsgast aufgeboten hatte, die er sehr zur Freude des Prinzenpaars und der Karnevalsgemeinde intonierte und die Stimmung im Saal mit weiteren populären Kölner Liedern anheizte. Die Gastauftritte der Karnevalsabordnungen entpuppten sich als Bühnenauftritte, die für Formationen des Kinderkarnevals bemerkenswert waren und mit z.T. aufwändigen Bühnendarstellungen unterlegt waren, insbesondere der Nachwuchs der Närrischen Landskroner aus Heimersheim konnte mit einem gelungenen Bühnenbild überzeugen, des weiteren die Auftritte der Ringener Windböggele und der Magic Majorettes aus Sinzig. Die KG Bachem hatte es sich ebenso wie die Ahrweiler KG nicht nehmen lassen, mit allen Funkenformationen, kleinen und großen Tollitäten und Hofstaat der Walporzheimer Sitzung die Ehre zu geben – ein schönes Zeichen für die gute Zusammenarbeit und den karnevalistischen Korpsgeist im Stadtgebiet. Selbst aus Köln war das Kinderdreigestirn des Kölner Westens angereist, um im beschaulichen Walporzheim seine Aufwartung zu machen und mit Gesängen und Tänzen die Narrenschar zu rocken. Hier zeigte sich einmal mehr, dass der Nachwuchs auf ganzer Linie überzeugen kann. Wenn schon die kleinen Jecken soviel Herzblut und Professionalität beweisen, muss sich niemand um die Zukunft des Karnevals sorgen. In Walporzheim wurde das Feuer der 5. Jahreszeit weiter gegeben und gipfelte im furiosen Finale nach fast fünf Stunden mit einem bunten Meer aus Luftballons, bevor die karnevalsbegeisterte Gemeinde den Heimweg antrat.
Foto: David Jacobs
Foto: David Jacobs
