Verabschiedung des Nonnenwerther Schulleiters Dieter Peter
„Ein Urgestein verlässt die Insel“
Remagen. Nach 31 Jahren am Gymnasium Nonnenwerth, zunächst als Lehrer und seit 2009 als Schulleiter, wurde Oberstudiendirektor Dieter Peter am Freitag, 24. Juni, feierlich in den Ruhestand verabschiedet. An der Feierstunde in der Aula des Inselgymnasiums nahmen Schülerschaft, Kollegium, Vertreterinnen des Klosters und der Franziskanerinnen, langjährige Weggefährten sowie Gäste aus Politik und Verwaltung teil, die von Iris Flögerhöfer sehr eloquent und kompetent durch das kurzweilige Programm geführt wurden.
_Dieter Peter begleitete eine Schule im stetigen Wandel
„Ein Urgestein verlässt die Insel, nach dem Brexit nun auch der Pexit.“ Mit diesen Worten leitete die (noch) Vorgesetzte des (noch) Rektors, Irmgard Schneider von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Koblenz, ihre Laudatio ein. Beim Blättern in seiner Personalakte habe sie „sehr Erstaunliches“ festgestellt: Peter war, nachdem er 1985 eine Anstellung als Lehrer am Gymnasium Nonnenwerth bekommen hatte, noch lange Zeit nebenberuflich als „Alleinunterhalter“ tätig. Nur fünf Jahre später erwarb er sich neben seinen Fächern katholische Religion und Mathematik noch die Lehrbefähigung im Fach Informatik. Lebenslanges Lernen war für ihn immer selbstverständlich: Neben dem Aufbau des Informatikfachbereichs und der Zertifizierung als MINT-Schule war es vor allem die Umwandlung der Schule von einem normalen G9-Gymnasium in eine G8-Ganztagesschule, die er – so Schneider – mit seinem Kollegium sehr erfolgreich gestaltete. Umbau von Klassenräumen, die Errichtung eines Lernzentrums mit Bibliothek, das Schulcafé und die Erweiterung der Mensa sowie die Umstellung des Stundentaktes von 45 auf 55 Minuten seien hier beispielhaft genannt. Team- und Elternorientierung, Einbeziehung aller am Schulleben Verantwortlichen lägen ihm am Herzen. „Ich habe noch nie einen Schulleiter verabschiedet, der so lange an seiner Schule tätig war wie Sie“, so Irmgard Schneider. Im Namen von Ministerpräsidentin Malu Dreyer überreichte sie ihm die offizielle Entlassungsurkunde.
Dr. Hartmut Münzel als Sprecher des Schulträgers betonte, dass „Schule im Fluss“ auf die ständige Innovationsfähigkeit des Gymnasiums verweise, nicht jedoch darauf, dass man „unreguliert“ tätig sei: Franziskanische Werte bildeten und bilden auch in der neuen Trägerschaft das bleibende Fundament und geben die Richtung vor.
Münzel bedankte sich ausdrücklich bei Dieter Peter für die kurzen Wege, das offene Miteinander und die Wertschätzung, die man auch bei kontroversen Positionen immer einander entgegengebracht habe.
Vertreter der Lokalpolitik – Fritz Langenhorst, Beigeordneter des Landkreises Ahrweiler, und Rolf Plewa, Erster Beigeordneter der Stadt Remagen – betonten den Stellenwert des privaten Gymnasiums im Kreis Ahrweiler und weit darüber hinaus. Vor allem für Remagen sei diese Schule eine Bereicherung – und das, was man nah und fern mit der Stadt verbinde neben der Brücke von Remagen und der Apollinariskirche. „Das zieht viele Familien an, die für ihre Kinder eine attraktive Schulumgebung schätzen.“ Das Franziskus Gymnasium stehe für hohe Qualität und eine fundierte Werteerziehung.
Nach den Dankesworten der Vertreter des Schulelternbeirats, gesprochen von Gudrun Wolscht, gab es von Seiten der Schülerschaft eine große Überraschung: Da aus Platzgründen nicht alle Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums der Verabschiedungsfeier beiwohnen konnten – nur die Klassen- und Stammkurssprecher waren anwesend – , hatte man sich ein besonderes Bonbon einfallen lassen: Jede Klasse und jeder Stammkurs war mit einer Videogrußbotschaft auf Zelluloid gebannt: Erik Siemund (MSS 10) hatte aus allen Grüßen einen Film komponiert und daraus eine Kurzversion für die Feier bereitgestellt. Der scheidende Schulleiter Dieter Peter war sehr gerührt und betonte im Anschluss, er habe „Tränen gelacht“.
Schulensembles gestalteten den Abschied musikalisch
Den musikalischen Rahmen der Feier bildete die schon mehrfach mit Preisen ausgezeichnete „Rhine Island Big Band“ unter Leitung von Thomas Heck sowie das Orchester „Camerata Nonnenwerth“ unter Leitung von Natalia Kazakova. Ein Trio, bestehend aus der ehemaligen Schülerin Lea Schmidt und ihrem Bruder Joshua (MSS 12), deren Gesang von Christian Reinprecht (MSS 12) am Piano begleitet wurde, begeisterte mit seinem Vortrag des Songs „Somewhere only we know“ (Lily Allen) Zuhörer. Ein gemischter Chor aus Schülerschaft und Lehrerkollegium verabschiedete sich mit John Rutters „The Lord bless you and keep you“ von ihrem Schulleiter.
Mit einem kurzen Sketch, den Iris Flögerhöfer zusammen mit Astrid Heilmann-Cappel einleitete, wurde schmunzelnd und mit Augenzwinkern über das „Leben in Vielfalt“, das den zukünftigen Ruheständler nun erwarte, sinniert: Haushalt als Lebens(t)raum?! Gemeinsam mit fünf weiteren Kolleginnen und Kollegen trugen sie die umgewandelte Version von „Das bisschen Haushalt macht sich von allein“ vor – unterbrochen von vielen Lachern seitens der Zuhörer. Das Lied, aufgebügelt auf ein Geschirrtuch und vom Kollegium signiert, wurde Dieter Peter überreicht.
Der Sprecher der Mitarbeitervertretung, Kai Borggrefe, übergab Peter noch ein von den Kolleginnen und Kollegen gestaltetes Buch als kleine Erinnerung – jeder hatte eine Seite ganz persönlich gestaltet.
Eine gelungene Überraschung für den scheidenden Schulleiter
Nun war der so Beschenkte selbst an der Reihe: Sehr bewegt dankte er allen Beteiligten für die schöne und überraschende Feier: „Ich habe so gar nichts mitbekommen von den Vorbereitungen.“ Bezugnehmend auf die Laudatio von Irmgard Schneider betonte er, er habe alle Veränderungen, Impulse, die diese Schule auszeichnen, nur „mit einem starken Team im Rücken“ umsetzen können.
Ausdrücklich dankte er seinem Kollegium, seinem Schulleitungsteam, den beiden Schulsekretärinnen Frau Schulte und Frau Michaelis, und insbesondere auch seiner Stellvertreterin, Studiendirektorin Andrea Monreal, die nun kommissarisch die Schule weiterleiten wird, für die gute Zusammenarbeit. Die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern habe ihm immer am Herzen gelegen – und dass „seine“ Klasse, die 9b, an diesem Tag dabei sein konnte, freue ihn besonders. Nicht zuletzt ging sein Dank auch an seine Familie, die oft auf ihn wegen beruflicher Termine verzichten musste: seine Frau Elfriede und seine Tochter Eva, nun selbst auch Lehrerin. Er freue sich auf sein „Leben in Vielfalt“, werde aber „seiner“ Schule immer verbunden bleiben und so oft es gehe wiederkommen – so er denn erwünscht sei ...
Zum Ende des offiziellen Teils der Feierlichkeiten stimmte die ganze Festgesellschaft noch den im Nonnenwerther Schulleben einen festen Platz innehabenden „Irischen Segensgruß an: „Und, bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand!“
Bei vielen Gesprächen mit langjährigen Wegbegleitern klang die Verabschiedungsfeier für den scheidenden Rektor im Anschluss aus. Das Küchenteam unter Leitung von Stefan Reifferscheid hatte ein exquisites Büffet vorbereitet, und Schülerinnen und Schüler der Oberstufe übernahmen sehr charmant die Bewirtung mit Getränken. Sören Ahlhaus
Franziskus Gymnasium
Nonnenwerth
Korrektur:
In „Blick aktuell“, Ausgabe Remagen, Nummer 26/2016, ist bereits ein Bericht zur Verabschiedung von Oberstudiendirektor Dieter Peter erschienen.
Bedauerlicherweise enthielt dieser Artikel einige Fehler bzw. missverständliche Formulierungen, in denen sich das Franziskus Gymnasium nicht korrekt dargestellt sah.
Die Redaktion bittet, dies zu entschuldigen.
Nicht fehlen bei der Gestaltung des Rahmenprogramms durfte die weit über die Grenzen der Insel hinaus bekannte Rhine Island Big Band.
Mit der Interpretation eines Lilly-Allen-Songs verabschiedeten Les und Joshua Schmidt, begleitet von Christian Reinprecht am Flügel, den Schulleiter.
Ein gemischter Chor aus Schülern und Lehrern überbrachte Dieter Peter einen musikalischen Abschiedsgruß.
Sichtlich amüsiert und auch bewegt verfolgte Dieter Peter die Darbietungen auf der Bühne.
