800 Besucher waren hellauf begeistert von Ute Lempers „Last Tango in Berlin“
Ein Weltstar sang in der historischen Gießhalle
Das Ambiente der Sayner Hütte hatte es ihr angetan – Standing Ovations zum Abschluss
Bendorf. Auf ihrer Tour tritt Ute Lemper in Rom, Mailand, Madrid, Amsterdam, Mexico City, New York und anderen Weltstädten auf. Die 53jährige, in Münster geborene Musicaldarstellerin und Chansonsängerin, die in Großstädten auf der ganzen Welt Säle füllt, trat nun in Bendorf auf und rund 800 Zuhörer waren mehr als begeistert.
Aber warum verirrt sich ein solcher Weltstar in eine Kleinstadt wie Bendorf? Dazu Hans-Dieter Gassen, Vorsitzender des Mittelrhein Musikfestivals: „Das war nicht einfach, aber dann auch nicht schwer. Ute Lemper sah diese herrliche Gießhalle der Sayner Hütte und da sagte sie: Da trete ich auf. Da war das Eis gebrochen.“
Und Ute Lemper erwähnte bei ihrem Auftritt auch öfters diese Gießhalle und erinnerte an die Menschen, die hier arbeiteten und auch den „Geist“ dieser fantastischen Location. Die Veranstalter Mittelrhein Musikfestival hätte problemlos das doppelte Pensum an Eintrittskarten verkaufen können, einige wurden sogar bei eBay angeboten. Aber selbst die 800 Menschen in der Gießhalle waren nur durch Sondergenehmigung der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz möglich. Und da gab es dann ein Ringen um die besten Plätze.
Dennoch war dieser Saisonabschluss von Mittelrhein Musikfestival ein voller Erfolg und die Krönung aller bisherigen 17 Veranstaltungen zwischen Oberwesel und Sinzig, die mit insgesamt etwa 8000 Besucher begeisterten.
Ein letzter Tango
„Last Tango in Berlin“ nannte Ute Lemper ihren Auftritt, bei dem sie Lieder und Chansons von Hollaender, Moustaki, Brecht/Weill, Piazolla, Brel, Ferre und eigene Kompositionen mit Neruda präsentierte. Es war eine symbolische Reise durch die Zeit und viele Länder und Kulturen, eine Reise durch ihr Leben und die vielen Stationen, eine Reise von Berlin nach Paris, nach New York und Süd-Amerika und wieder zurück über New York, denn hier lebt die Künstlerin, nach Berlin! Eine Reise, die den Tango aus verschiedenen Perspektiven erlebt und feiert.
Andererseits auch ein Ritt durch Lempers Karriere, bei dem sich Songs und Genres zu einem mehrsprachigen, englisch-deutsch-französisch-spanisch-jiddischen Gesangsstrom vereinten, in dem die Höhepunkte überwiegten. Dazu gehörte auch die Version von Léo Ferrés „Avec le temps“, bei dem sie „le temps“ so unglaublich in die Länge zog, als ob sie versuchte, allein durch ihre Stimme und mit diesem Wort den Lauf der Zeit aufzuhalten. Am großartigsten klang „La Lemper“, als sie auf Deutsch oder - genauso flüssig - auf Französisch sang.
Inspiriert von diesen Musikuniversen hatte Ute Lemper ihre eigenen Lieder-Zyklen kreiert zu Texten vom chilenischen Nobelpreisträger für Literatur Pablo Neruda oder dem in Andernach geborenen Charles Bukowski.
Im letzten Tango stellte sie unter Begleitung der Musiker Cyril Garac (Violine), Sergio Gruz (Piano), Romain Lecuyer (Bass) und Victor Villena (Bandoneon) kurze Ausschnitte dieser Welten dar.
Zum Abschluss dieses überwältigenden Erlebnisses erhielt Ute Lemper Minuten lang Standing Ovations von den Zuhörern. Anschließend überreichten Mitglieder vom Mittelrhein Musikfestival und der Stiftung Sayner Hütte ihr einige Flaschen Wein.
Vor dem Konzert hatte Hans-Dieter Gassen auch die neue Festival-Leiterin Sonja Kitz vorgestellt, die bereits bei der Buga 2011 und dem Festival 2012 für rund 2700 Veranstaltungen zuständig war.
HEP
Zum Abschluss erhielt der Weltstar zahlreiche Weinpräsente.
Zu Beginn des Konzerts stellte Musikfestival Vorsitzender Hans Dieter Gassen die neue Festival Leiterin Sonja Kitz vor