Geselliges Miteinander beim „Tierheim im Licht“

Ein Zeichen für Tiere in Not

Die Kerzen brannten an diesem Abend auch für die geschundenen und misshandelten Versuchstiere

19.11.2019 - 19:00

Koblenz-Rübenach. Wenn das Tierheim Koblenz seine Tore für eine der über das Jahr verteilt vielfältigen Veranstaltungen öffnet, kommen seine Freunde und Förderer in Strömen herbei. Auf die mehrere tausend Köpfe große Fangemeinde ist eben Verlass. Jetzt waren die Tierfreunde einmal wieder zu „Tierheim im Licht“ eingeladen.


War es auch noch so dunkel auf den das Heim umgebenden Zufahrtsstraßen, desto freundlicher und behaglicher wirkte der Schein der Kerzen, den haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter vor und in dem Gebäude aufgestellt hatten. Sogar draußen auf der Terrasse am kleinen Teich tauchten die Lichter alles in eine warme Gemütlichkeit. Das Holz knisterte in der Feuerschale, wo schon bald die ersten Stockbrote gebacken wurden. Neben der knusprigen Köstlichkeit gab es Waffeln, Kartoffelsuppe, Glühapfelsaft und vieles mehr, um Körper und Seele zu wärmen.

In das gesellige Miteinander von Erwachsenen, Kindern und Hunden woben sich zum Auftakt ganz zaghaft die ersten sanftmütig-jazzigen Gitarrenklänge von „Duotronic“ (Thomas Necknig und Christian Bohr). Tierheimleiterin Kirstin Höfer, die die Besucher willkommen hieß, will das Lichterfest verstanden wissen als ein grundsätzliches Zeichen für Tiere in Not. Die Aktion soll dazu dienen, eine allgemeine Solidarität auszudrücken und die Menschen für die gemeinsame Sache, für das Wohl der Tiere zu Verbündeten zu machen.


Solidarität mit protestierenden Tierschützern in Hamburg


An diesem Abend bat sie darum, zusätzlich die Gedanken zu richten an die fast fünfzehntausend Tierschützer in Hamburg, die jetzt gerade auf die Straße gingen, um gegen extrem tierquälerische Tierversuche in einem Forschungslabor in der Nähe von Hamburg zu protestieren. Deshalb brannten die Kerzen, die an diesem Abend im Tierheim entzündet wurden, auch als Licht der Hoffnung für die geschundenen und misshandelten Versuchstiere.

Einen besonderen Beitrag zum Gelingen des Lichterfestes leistete eine engagierte Tierfreundin, die sich schon lange Zeit ehrenamtlich für das Tierheim Koblenz einbringt. Als Ari La Yema begeisterte die ausgebildete Flamenco-Tänzerin Ariane Scholles die große Gästeschar mit einem Flamenco-Tanz par excellence. Da machte sogar ein Hund, der ansonsten allem und jedem die Show stahl, große Augen.

Ihrem Auftritt folgte der wohl emotionalste Teil des Festes. Eine Aktion, die viel mit Energie zu tun habe, mit der gute Energie weitergegeben werde, wie die Tierheimleiterin sagte. Gegen eine kleine Spende konnten sich die Gäste ein Kerzenlicht nehmen und auf den bereitgelegten Zetteln die Namen der Lieben notieren, für die das Licht angezündet wurde. Das konnten genauso gut Tierheim-Tiere wie die eigenen (verstorbenen) Vierbeiner, aber auch Menschen sein, die einem besonders am Herzen liegen.


Zu Pachelbels Canon wurden die Lichter angezündet


Und so schritt fast jeder Besucher kurz darauf zu den Canon-Klängen von Johann Pachelbel andächtig mit einer Kerze in der Hand über das Außengelände vor den Hunde-Ausläufen, um sein Licht in die Reihe der anderen zu stellen. Eine Zeremonie, die Gänsehaut garantierte – und das hatte so gar nichts mit den niedrigen Außentemperaturen zu tun. Wer die Reihe der Lichter abschritt, dem leuchteten die mit viel Liebe notierten Namen entgegen, die nun mit frischer Energie bestückt waren.

Die günstige Gelegenheit beim Schopfe packend, gesellte sich einer der Gäste zur Tierheimleiterin, um sich im Schein der Kerzen ihr vor knapp vier Jahren herausgegebenes Buch „Chefsachen“ signieren zu lassen, mit dem sie dem Tierheim-Hund Rico ein lachend-weinendes Andenken schenkte.

Nachdem alle Gäste schließlich zurück in die warme Stube des Tierheims gefunden hatten, empfing sie dort Hans-Peter Hilger an der Gitarre. Ob er „Über den Wolken“, „Johnny Walker“ oder Rock-Klassiker wie „Let it be“ anstimmte – ihm gelang es, mit Stimme und Herz die Wohlfühl-Atmosphäre auf Temperatur zu halten. Weil Liedtexte auslagen, konnte sich sein Publikum als „bester Chor ever“ entfalten.


Jährlich werden über 1.000 Tiere aufgenommen


Der Abend hatte dem Tierheim Wärme, aber auch Spendeneinnahmen gebracht. Diese sah Kirstin Höfer als schönes Beiwerk, jedoch nicht als Sinn der Aktion. Besinnliche Stunden, Geselligkeit und das Verbundensein für die gemeinsame Sache seien das hauptsächliche Ansinnen gewesen. Eine Besucherin schrieb später im sozialen Netzwerk, ihre Taschentücher hätten nicht ausgereicht, so schön und emotional sei es gewesen. Demnach schaffte das „Tierheim im Licht“ mehr als „nur“ die Tiere ins Licht zu rücken, wie es Höfer formulierte. Ihm gelang es, neue Freundschaften für die Tiere zu knüpfen und alte zu pflegen. Und Freunde kann das Tierheim gut gebrauchen für die weit über 1.000 Tiere, die es jährlich aufnimmt, die es pflegt und hegt und bei „Happy End“ gegen Schutzvertrag vermittelt.

BSB

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22.11.2019 10:10 Uhr
Petra Schumann

Ich bin Sprachlos und sehr ergriffen.Ich wünsche mir für alle Tiere dieser Welt,mehr Respekt und Akzeptanz vor diesen Geschöpfen. Sie haben auch Seelen,fühlen Schmerzen wie wir Menschen.



22.11.2019 01:12 Uhr
Anneliese Recktenwald

Was ein schöner Abend! Da wäre ich gern dabei gewesen. Ich habe den Bericht ganz gelesen und bewundere Sie, lliebe Frau Höfer, auch für Ihre guten Ideen. Ich lese auch täglich Ihre süßen Videos und fühle mich in Ihrem Tierheim richtig wohl. Zu mir: ich bin 82 Jahre alt und hatte immer einen Hund. Aber nach einem Schlaganfall 2015 habe ich Probleme mit dem Gehen, und kann mir leider deshalb kein Tier mehr holen. Meinen letzten Hund, einen Shih Tzu, hat eine Nachbarin 2014 totgefahren. Alles Liebe und Gute für Sie und alle Fellnasen!



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Kommentare
Gabriele Friedrich:
Na ja, eben "Gaga" sonst nix. Kann mir nicht vorstellen, das die Frau das ernst gemeint hat. Vielleicht hat sie schon Alzheimer und das bedeutet auch "Altersbosheit"- da kann sie nicht mal was für-aber man muß auch nicht mit dem Hammer dran. Da hätte man vielleicht besser einen Arzt gerufen. Angriff...
Gabriele Friedrich:
[ Zitat ] .... auf dem frei zugänglichen, unbefestigten Parkplatzgelände eines Autohauses ....[ Zitat Ende ] Das schadet euch gar nichts ! Selber schuld- wie kann man denn? *Mitsubishi...PAH ! Mercedes wär das nicht passiert. Versicherungsprämie wird höher- das ist doch wohl klar. Ihr rafft...
Gabriele Friedrich:
Kann ja mal einer in Mayen anrufen, die raffen das da nicht, das es hier auch so einen Bus braucht- auch kleiner. Muss ja nicht so ein Riesending sein. Mobiler Impfdienst- muss hier hin. Mayen ist rückständig und ich bin da stinksauer drüber. ...
 

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