Allgemeine Berichte | 03.08.2016

„Deutsch für den Beruf“ erfolgreich absolviert

Ein Zertifikat, das Türen öffnet

Erfolgreiche Kursteilnehmer aus Syrien erhielten ihre Deutsch-Zertifikate

Der Deutschkurs ist für die Syrer ein wichtiger Schritt, denn sie wollen in Deutschland, dem Land, das sie in ihrer Not aufnahm, ihre Nachbarn kennenlernen und arbeiten.-BV-

Wachtberg-Pech. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde in der Wiesenau in Pech erhielten jetzt insgesamt zwölf Personen aus Syrien ihre Deutsch-Zertifikate von Anne Föster-Palmer, die den Kurs als Deutschlehrerin begleitete. Die vier weiblichen und acht männlichen Teilnehmer im Alter von 18 bis 48 Jahren verbrachten die vergangenen acht Wochen damit, ihre Deutschkenntnisse im Rahmen des Kurses „Deutsch für den Beruf“ zu verbessern, um letztendlich auf dem deutschen Arbeitsmarkt besser Fuß zu fassen. „Sprache ist der Schlüssel für die Integration, dessen sind sich alle Teilnehmer sicher und die Gruppe ist gut zusammengewachsen“, so die pensionierte Schulleiterin Anne Föster-Palmer.

Auch die Teilnehmer waren von dem Kurs überaus begeistert. „Ich bin vor dem Krieg in meiner Heimat geflohen und möchte mit meiner Ehefrau Najwa in Deutschland eine neue Heimat finden“, so der 23-jährige Yazan, der insgesamt 20 Tage von Damaskus nach Deutschland unterwegs war und genau wie seine Frau Mathematik und Ökonomie in Syrien studiert hat. Auch sein jüngerer Bruder Aghid, der in Damaskus sein Abitur unter überaus schwierigen Umständen machte und in Deutschland Marketing studieren möchte, ist mehr als glücklich. Er freut sich schon auf weitere Deutschkurse, die ihn seinem Ziel näher bringen. Derzeit wohnt er mit seiner Mutter noch im Gereonshof und sucht dringend eine Wohnung in seiner neuen Heimat Wachtberg.

Der 19-jährige Ammar und sein 35-jähriger Bruder Yousef, der in Aleppo als Geschichtslehrer tätig war, haben ihre Heimat unter abenteuerlichen Bedingungen verlassen. Sie waren auf Schleuser und Vermittler angewiesen und gehörten zu den Menschen, die wissen, was es heißt, mit 50 Personen auf einem 7 Meter langen Schlauchboot das Meer von Bodrum nach Kos zu überqueren.

Glücklicherweise haben sie diese Odyssee aus Angst, hygienischen Missständen und Hunger überstanden und nun sind sie schon seit elf Monaten in der Gemeinde. „Die Wachtberger Bevölkerung ist sehr freundlich und wir fühlen bei unserer Familie in Werthhoven sehr wohl“, so der Abiturient Ammar.

Sich mit Sprache die neue Welt zu erschließen, das wünschen sich die hoch motivierten Flüchtlinge in Wachtberg. Dass die neuen Wachtberger dabei erfolgreich sind, hoffen auch die vielen Ehrenamtler in der Gemeinde, die die Sprachförderung bei den Samstagstreffs für Kinder und Erwachsene in Berkum und Pech durchführen, die bei der Alphabetisierung von Flüchtlingen helfen und die den Kindern bei den Hausaufgaben am Nachmittag und in den Schulen helfen.

„Wie kann ein Sprachkurs eingerichtet werden? Wer lässt die Flüchtlinge überhaupt dazu zu? Welche Behörde ist dafür zuständig? Wer finanziert denn so einen Kurs? Wo kann er stattfinden und welche räumlichen Voraussetzungen müssen erfüllt werden? Wie kommt man in einer Flächengemeinde wie Wachtberg dahin? Gibt es Fahrtkostenzuschüsse?“ Viele Fragen, die auf die Ehrenamtskoordinatorin Andrea Walter zukamen und die von ihr erfolgreich gelöst wurden.

Für die berechtigten Flüchtlinge, die in drei Vorbereitungskursen durch die zukünftige VHS Voreifel (bisher VHS Meckenheim, Rheinbach, Swisttal mit Wachtberg) begonnen haben, ihr neues Leben mit der deutschen Sprache zu meistern, gab es eine Lösung.

In Kooperation mit der Kölner Wirtschaftsfachschule GmbH, die bereits seit über 25 Jahren erfolgreich Sprachkurse für das Bundesamt (BAMF), die Bundesagentur für Arbeit und die Jobcenter durchführt, startete der Kurs „Deutsch für den Beruf“ und bald geht es, so hoffen zumindest die erfolgreichen Teilnehmer, mit dem nächsten Kurs weiter. BU

Ein Zertifikat, das Türen öffnet

Ein Zertifikat, das Türen öffnet

Der Deutschkurs ist für die Syrer ein wichtiger Schritt, denn sie wollen in Deutschland, dem Land, das sie in ihrer Not aufnahm, ihre Nachbarn kennenlernen und arbeiten.Fotos: -BV-

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