Riedener Passionsspiele 2017
Ein ganzes Dorf im Passionsfieber
Aufbau im Gotteshaus hat begonnen
Rieden. Eigentlich nutzen viele Zeitgenossen die Tage „zwischen den Jahren“ zur Entspannung, sozusagen um die Seele baumeln zu lassen. Ganz anders ist es da in Rieden, dem Dorf, das mit „Oberammergau der Eifel“ bezeichnet werden kann. Im Gotteshaus der Gemeinde am Waldsee, dort wo auch die Aufführungen stattfinden und die zum Spielort umfunktioniert wird, werkelten fast 30 Personen am ansteigenden Unterbau für die Sitzgelegenheiten der vielen Besucher des Events. Unter der Leitung der beiden „Aufbauspezialisten“ für Tribüne, Bühne und Außenzelt, Alex Reuter und Patrik Müller wurde gehämmert, geschraubt, geschleppt, und eingepasst. Und das schöne dabei ist, das auch die Schauspieler beim berühmten Mysterienspiel sich nicht zu schade sind, kräftig mit anzupacken. Man sah den dreimaligen „Petrus Darsteller“, Urban Reuter, der als langjähriger Feuerwehrchef innerhalb der Spielzeit mit seinen Kameraden auch für Ordnung vor dem Gotteshaus sorgt, der „Schriftgelehrte“ Heinz Müller, der jüdische Hohepriester „Kaiphas“, Hermann Josef Hilger, der Darsteller das „Amon“, Oliver Minwegen, und Ernst May, der den „Pilatus“ verkörpert. Aber, es kamen im Laufe des Morgens immer mehr Helfer dazu. „Das geht jetzt über einige Tage so. Bis zum Freitag muss alles blitzeblank sein, das am Wochenende wieder die heilige Messe stattfinden kann. Dazu haben wir den steinernen Altar mit in das Bühnenbild integriert. Bei den Aufführungen werden Jesus und seine Jünger an ihm Platz nehmen“, verrieten Alex Reuter und Patrik Müller. Das Schöne an allem ist, dass die Kirchengemeinde alle diese Maßnahmen der Laienspielgruppe des katholischen Junggesellenvereins erlaubt. Seit 1923 wird im Gotteshaus gespielt. Nach Unterbrechung mit Aufführung im Saalbau Doll, wieder in der Kirche. „Klar, man unterstützt damit auch die große langjährige Passionsspiel-Tradition der Riedener, die zu uns allen gehört. Über unserem Ort schwebt überall und immer der „Hauch der Passion“, so Joachim Engel, seit der Gründung im Jahre 1995 der 1. Vorsitzende des Vereins. Und irgendwie unterstützen auch die Laienspieler diverse Maßnahmen der Kirchengemeinde.
Dem guten alten, der Tradition, die Treue halten
Als einen wahren Glücksfall könnte man wohl den langjährigen Regisseur der Spiele, Hans Peter Doll, bezeichnen, der wieder, auch in seiner nunmehr sechsten Spielzeit, dieses Amt übernommen hat. „Ich bin kein Freund von allzu großen Veränderungen, natürlich werden kleine Nuancen geändert, aber ich sage mir immer, dem guten alten, der Tradition, die Treue halten. Die Tradition wird ergänzt durch neue Darsteller, die ihren persönlichen Charakter einfließen lassen, bühnentechnisch wird einiges neu geschaffen, und in dieser Spielzeit sind alle Rollen doppelt besetzt“, so Doll, der sich besonders über die momentane Disziplin der Darsteller bei den laufenden Proben freute. Es sind wieder viele Familien die komplett beim Geschehen, vor auf und hinter der Bühne, dabei sind. Fazit vom Regisseur: „Wenn die Familie nicht mitzieht, kann man es sein lassen, damit steht und fällt alles“. Neu wird mit Sicherheit die Auferstehungsszene gestaltet werden und in einem anderen Licht erscheinen. Dann wenn es aus Jesu Munde heißt: „Ich werde bei euch sein bis an´s Ende der Welt“. Diese Passion kann mit allen Sinnen hautnah erlebt werden. Im Eifelort Rieden bieten die Laiendarsteller in der Fastenzeit diese phänomenalen und authentischen Aufführungen an. Nutzen Sie der Kartenvorverkauf: Montag bis Freitag von 16 bis 18 Uhr, Brohltalstraße 44 in Rieden, Tel. (0 26 55) 94 22 20 oder karten@passionsspiele-rieden.de. BS
Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Überall sind die Passions-Banner angebracht.
Die beiden Jesus-Darsteller Claudio Civello Hackenbruch und Tobias Hackenbruch freuen sich schon auf die Zeit der Passionsspiele.
Viele Helfer waren beim Aufbau innerhalb der Riedener Pfarrkirche in Aktion.
Alex Reuter und Patrik Müller hatten die Leitung bei den Arbeiten übernommen.
