Wein- und Heimatfest in Hatzenport
Ein heißes Fest mit Musik, Wein, viel guter Laune und dem traditionellen Umzug
Ortsbürgermeister Gietzen gibt seinen Rückzug bekannt
Hatzenport. „Ohne Weinfest wäre das Dorf ärmer“, im Brustton der Überzeugung sagte Hans-Peter Schössler diese Worte ins Mikrofon, gerichtet waren sie an alle Anwesenden, die am Festsonntag auf den Umzug warteten. Viele hatten sich eingefunden, Hatzenporter Bürger und Bürgerinnen und zahlreiche Gäste aus Nah und Fern. Denn das traditionelle Wein- und Heimatfest ist in vielen Kalendern ein fester Termin. Ausgerichtet wird es von der Dorfgemeinschaft und jährt sich in diesem Jahr zum 53sten Mal. Gemunkelt wird von einer Krise, doch offensichtlich setzten sich die Befürworter durch. „Es geht weiter“, ließ Hans-Peter Schössler, der auch in diesem Jahr den Festumzug moderierte, die Gäste wissen. An seiner Seite stand erstmals Tobias Kranz, Sohn des Vorsitzenden der Dorfgemeinschaft Peter Kranz. Er tritt in die Fußstapfen seines Vaters. Der Nachwuchs ist schon im Karneval erfolgreich und meisterte auch seine erste Moderation mit Bravour. Seit 1991 ist er Zuschauer des Umzuges: „Da war ich immer bei der Oma und habe zugeguckt.“ Auch der Ortsbürgermeister Albrecht Gietzen leistete den Moderatoren Gesellschaft. Für ihn ist es das letzte Wein- und Heimatfest in seiner Funktion als Ortsvorsteher. Er gab offiziell seinen Rückzug bekannt, er möchte jetzt andere ans Ruder lassen. So schweißtreibend die Temperaturen auch waren, Zuschauer und Mitwirkende hatten ihre Freude. Angeführt von der Freiwilligen Feuerwehr Hatzenport, setzte sich der Zug in Richtung Mosel in Bewegung. Traditionell ist der erste Wagen eine Nachbildung des Hatzenporter „Wahrzeichens“, das in den Weinbergen liegt: die Alte Kirche St. Johannes Ev.. Barbara und Rochus Ibald haben den Nachbau in ihren Händen und achten auf den Erhalt. Eine feste Größe im Umzug sind auch holländische Gäste, die seit nunmehr fünfzig Jahren Urlaub in Hatzenport machen. „Wenn es der Seele gut tut, kann es der Leber nicht schaden“ lautet das Motto der „Weinbarone“. Dahinter verbergen sich Stammtischbrüder aus Löf und Hatzenport, die sich auf einem Baumstamm sitzend zeigten. Unter den einundzwanzig teilnehmenden Gruppen präsentierten sich unter anderem die Karnevalsgesellschaft mit dem Motto „Traumpfad zur Sonne“, die Möhnen als Brombeerwanderer und –pflücker, sowie ein Motivwagen „Wir machen Druck“, auf dem Thomas Fink, Jens Buschbaum und Rochus Ibald eine Druckerei um 1950 installiert hatten. Sie verteilten druckfrische Zeilen eines Liedes, das später aus vielen Kehlen klingen sollte. Musikalisch begleiteten die Musikvereine aus Löf und Kobern-Gondorf und die Stadtkapelle Münstermaifeld den Umzug. Gute Stimmung herrschte auch auf den Wagen, auf denen es sich die Weinmajestäten aus der Umgebung bequem gemacht hatten. Die Höhepunkte kamen zum Schluss. Majestätisch grüßte Weingott Bacchus (Thomas Knebel) in die Menge, ihn begleiteten seine Jünger Uwe Buschbaum und Bojan Ketig. Spektakulär war ihr Erscheinen am Freitagabend, als der Startschuss zum Wein- und Heimatfest fiel. Eingerahmt von bengalischen Feuer, in mystischem Licht, ruderten sie über die Mosel, wurden am Ufer begeistert empfangen. Den krönenden Abschluss im wahrsten Sinne des Wortes beim Festumzug bildeten die Hatzenporter Weinmajestäten: Weinkönigin Katharina I. (Katharina Melchior) mit ihren Prinzessinnen Anna (Melchior) und Lisa (Melchior). Es ist eine königliche Präsenz aus dem Hause Melchior, denn die drei jungen Damen sind Geschwister. Das ist einmalig in der Geschichte des Wein- und Heimatfestes. Sie wurden im vergangenen Jahr inthronisiert und dürfen noch ein Jahr ihren Heimatort repräsentieren. Gemeinsam mit dem Weingott eröffneten sie das Fest am Freitagabend. Von Freitag bis Montag hatten die Besucher/innen des Festes am Moselufer genug Gelegenheit in Schwung zu bleiben. Bands und Musikgruppen sorgten für abwechslungsreiche musikalische Unterhaltung, Weinstände und Imbissbuden für das leibliche Wohl, Schießbude, Kinderkarussell und diverse Stände für das Vergnügen. Solange es Menschen gibt, die sich für die Tradition Wein- und Heimatfest einsetzen, bleibt Hatzenport „reich“ an Tradition. EP
Aufwendig war der Motivwagen mit der Druckerei von 1950, von ihm aus wurden druckfrische Liederzeilen verteilt.
Die Weinbarone sind überzeugt und zeigten, dass Wein der Seele gut tut
