Johannespassion in der Pallottikirche Rheinbach
Ein musikalischer Hochgenuss nicht nur für Freunde der Chormusik
Merler Kantorei trat zusammen mit Instrumentalisten und Solisten unter der Leitung von Martin Kahle auf
Rheinbach. Einen musikalischen Hochgenuss bereitete die Merler Kantorei Meckenheim jetzt zusammen mit Mitgliedern des Akademischen Orchesters Bonn ihrem Publikum in der Pallottikirche Rheinbach. Zusammen mit den Solisten Barbara Elisabeth von Stritzky (Sopran), Elvira Bill (Alt), Thomas Klose (Tenor), Christoph Scheeben (Bass) und Wolfgang Schwaiger (Bass) führte das Ensemble unter der Gesamtleitung von Martin Kahle die „Johannespassion“ von Johann Sebastian Bach auf.
In der konzertanten Aufführung überzeugte vor allem der fast 70-köpfige Chor mit einem harmonischen Gesamteindruck und einer deutlichen Artikulation. Das Vokalenemble fand immer die richtige Dynamik, ob bei der dramatischen Verurteilung Jesu als aufgepeitschter Volkschor oder im anrührenden Schlussteil als inniger Grabchor. Auch das Orchester machte seine Sache ausgezeichnet und glänzte sowohl in den instrumentalen Überleitungen wie auch als musikalisches Rückgrat der Gesangskünstler.
Viel Dichte und Ausstrahlung
Bei den Solisten muss man Tenor Thomas Klose hervorheben, der den Zuhörern einen wahren Genuss bereitete mit seinen punktgenauen Rezitativen mit viel Dichte und Ausstrahlung, aber auch mit wohltemperierten Arien. Bass Wolfgang Stefan Schwaiger gab ebenfalls einen exzellenten Jesus mit überzeugender Überlegenheit im Ausdruck. Sopranistin Barbara Elisabeth von Stritzky bildete dazu eine glänzende Ergänzung mit ruhigem, wohlklingendem Timbre und fesselnder Ausstrahlung.
Petrus/Pilatus-Bass Christoph Scheeben überzeugte nur mit einer exzellenten Präsenz, sondern auch mit einer unglaublichen Leichtigkeit in den tiefen Lagen. Mezzosopranistin Elvira Bill, die die Alt-Arien übernahm, steigerte sich nach etwas verhaltenem Beginn zu einer absolut hörenswerten „Es ist vollbracht!“-Arie voller Tiefgang und Wärme. Dirigent Martin Kahle durfte nach gut zweistündiger, intensiver Arbeit rechtschaffen zufrieden sein mit einer rundum gelungenen Darbietung des gesamten Ensembles.
Sopranistin Barbara Elisabeth von Stritzky überzeugte die Zuhörer in der Pallotti-Kirche ebenso wie ihre Kollegen.
