Ritterschaft von der Mosel besuchte „Et hillije Cölle“
Ein nicht ganz gewöhnlicher Ausflug
Geschichte belegt historischen Hintergrund der Reise
Alken/Mosel. Wieder einmal hat sich positiv gezeigt, dass „Cölle am Rhing“ nicht nur die meistbesungene deutsche Stadt ist, sondern sich für alles offen zeigt. Als die Horde mit dem Zug aus Richtung Süden anreiste und den Hauptbahnhof betrat, wunderte sich offensichtlich niemand über ihr doch eigentlich außergewöhnliches Auftreten. Die Weibsleut, gewandet in Kleider des 13. Jahrhunderts, die Recken mit Kettenhemd, Rüstzeug und bewaffnet mit Schwertern und Dolchen. „Die nahmen das alle als so selbstverständlich auf“, meinte Fernhändler Petronius von Condas. „ Wir dachten bei der Hinfahrt schon an einen Volksauflauf, aber hier geschah anfangs rein gar nichts“. Auf dem Bahnhofsplatz und der Domterrasse gab es dann erst einmal kein Vorwärtskommen. Kameras und die Fragen nach dem „Warum“ und „Woher“ hielten die Gruppe längere Zeit auf. Ritter Baldur von Unbescheiden, erkennbar am Wappen der freien Reichsstadt Cölln auf dem rot/schwarzen Wappenrock, umringt von überwiegend weiblichen Passanten, sagte nachher: „Fragt mich nicht, wo jetzt schon von uns Fotos unterwegs sind. Wir dürften nun fast auf der ganzen Welt bekannt sein“. Zunächst stand der Besuch des Domes und des Drei-König-Schreins an und die Gruppe fand sich schnell im Gespräch mit den dort tätigen Domschweizern. Der Klerus auf der oberen und mittleren Führungsebene selbst hatte es vorgezogen sich, trotz vorab getätigter Bitten und Ankündigung des Besuches, sich zu entschuldigen beziehungsweise nicht sehen zu lassen, obwohl eine enge geschichtliche Verbindung zwischen Köln, insbesondere der Kirche und der Veste Thurant über Alken, besteht. An Geist und Seele geläutert nahm die Horde dann Kurs auf ein nahe gelegenes Kölner Brauhaus um mit heimischen Getränken, sogenannten „Stängelchen“, den ersten Durst zu bekämpfen, bevor es zur nächsten Station, einer thematisierten Stadtführung ging. Selbst Kölnkenner und mitgereiste Imis, erfuhren interessante Begebenheiten aus der mittelalterlichen Vergangenheit Kölns . Aufnahme von Cervesa und Atzung gab es schließlich in der Altstadt. Auch hier war das Interesse am Auftreten der Mitglieder der „Legatio ex Colonia Agrippinensis“ (L:E:C:A:) und der „Interessengemeinschaft Historisches Alken“ (H.I.S) groß. Verschiedentlich konnten Adressen mit anderen Mittelaltergruppierungen ausgetauscht werden - die aufgrund ihrer neuzeitlichen Kleidung inkognito unterwegs waren. „Darf ich das mal anfassen?“ fragte unter anderem eine ältere Dame Ritter Berlewin von Alzey (in der Neuzeit Malermeister, Restaurator und Mitglied im Dombauverein), meinte damit jedoch das authentische Kettenhemd, mit dem „Zurno“ gewandet war, um dessen und der Kleidung einer genauen Prüfung zu unterziehen. Bei beiden vorgenannten Gruppierungen handelt es sich um Personen, denen daran gelegen ist, das Leben und Arbeiten im Mittelalter jedem - und nicht nur interessierten Besuchern der Moselgemeinde und der Burg - zu vermitteln und den Zusammenhang zwischen der Stadt Köln und Alken a. d. Mosel sowie der dortigen Doppelburg „Thurant“ zu erklären.
Vor dem historischen und geschichtsträchtigen Hintergrund, der die beiden Städte verbindet, besuchten, begleitet von den Edeldamen, nun die Ritter und Recken von Thurant nach 770 Jahren die Stadt Köln um tags darauf auf ihre Heimstätten zurückzukehren. Im kommenden Jahr ist ein erneuter Besuch vor dem Hintergrund der Grundsteinlegung zum neuen Dom zu Köln und der Übergabe der Burg im Jahr anno 1248 geplant. Auch gehen die Reisenden davon aus, dass man übers Jahr den ein oder anderen Kölner auf der Veste - gerade einmal 111 Autominuten entfernt - wiedersieht.
