Revierförster Wolfgang Dazert geht nach 40 Dienst-Jahren im Forstrevier Ettringen-Rieden in den wohlverdienten Ruhestand
Ein passionierter Forstmann nimmt seinen Hut
Mendig. Im Rahmen einer Feierstunde im Wappensaal der Verbandsgemeinde Mendig wurde Revierförster Wolfgang Dazert in den wohl verdienten Ruhestand verabschiedet.
VG-Bürgermeister Jörg Lempertz freute sich besonders, dass viele Kollegen, Wegbegleiter und nicht zuletzt die Familie von Wolfgang Dazert der Einladung zu dieser Feier gefolgt waren. Jörg Lempertz begrüßte die Gästeschar mit den Worten: „Ihre Anwesenheit unterstreicht die Wertschätzung des heutigen Ehrengastes. Mein besonderer Gruß gilt daher der Persönlichkeit, die heute im Mittelpunkt steht: Herzlich willkommen lieber Wolfgang Dazert. Schön, dass Sie bei uns sind und wir Ihnen mit der heutigen Veranstaltung ein Stück Dankbarkeit für Ihr jahrzehntelanges Engagement erweisen können. Mein herzlicher Gruß gilt aber auch Ihrer Ehefrau, die heute gesundheitsbedingt leider nicht dabei sein kann. Auf diesem Wege „Gute Genesung“ an Ihre Frau“, so der VG-Bürgermeister, der zunächst den Sohn von Wolfgang Dazert, Georg und dessen Ehefrau Svenja, deren Kinder Ella und Maja sowie Dazerts Töchter Jasmin und Denise herzlich willkommen hieß. Ein weiterer Gruß ging an Bolko Haase (Leiter des Forstamtes Ahrweiler), den Büroleiter des Forstamtes, Stefan Braun, als Vertreter des Personalrates Axel Schneider, den stellvertretenden Verbandsvorsteher Alfred Schomisch sowie an die Mitglieder des Forstzweckverbandes, vertreten durch den Stadt- und die Ortsbürgermeister: Hans Peter Ammel (Stadt Mendig), Bernd Merkler (Bell), Rudolf Wingender (Volkesfeld), den Beigeordneten Jochen Marx für Andreas Doll (Rieden), Rainer Hilger (Thür), Manfred Gerner (Welling), Erich Pung (Kirchwald), Werner Spitzley (Ettringen) und Michael Stephani (St. Johann). Nicht zuletzt galt sein Gruß dem 1. Beigeordneten der VG Mendig, Joachim Plitzko, den Mitarbeitern des Forstreviers Stephan Schwall und Christian Simon, den ehemaligen Mitarbeitern des Forstreviers, Reinhard Busch, Hans Werner Schmitt und Hans Fred Gerling und nicht zuletzt den Sachbearbeiter/-innen der VG-Verwaltung, Silvana Monschauer, Simone Pawlak, Pia Theisen und Stefan Völlmeke von der VG Maifeld.
Gradlinigkeit, Hilfsbereitschaft, Vielseitigkeit, das sind nur einige seiner Eigenschaften
In seiner Laudatio unterstrich VG-Bürgermeister Lempertz: „Wolfgang Dazert ist ein passionierter Forstmann, der sich durch seine Gradlinigkeit, seinen hohen Arbeitsanspruch, seine Vielseitigkeit, Hilfsbereitschaft, Verlässlichkeit und seiner Freude am Beruf ausgezeichnet hat. In der 8. Sitzung des Forstzweckverbandes Ettringen-Rieden vom 31.03.1980 wurde Herr Dazert erstmalig den Mitgliedern vorgestellt. Damals versicherte er, dass er bemüht sei, die ihm übertragenen Arbeiten gewissenhaft und zur Zufriedenheit aller zu erfüllen. Dieses Versprechen hat er im allerhöchsten Maße erfüllt. Dabei galt es, das Forstrevier mit neun eigenständigen Kommunen mit einer Gesamtbetriebsfläche von ca. 3.300 Hektar mit einer reduzierten Holzbodenfläche von ca. 1.150 Hektar zu bewirtschaften. Aufgeteilt in 920 Hektar Kommunal- und ca. 630 Hektar Privatwald, 60 bis 70 Prozent der Gesamtwaldfläche liegen in Naturschutzgebieten.“
Seine Arbeit stellte ihn immer wieder vor neue Herausforderungen
Bei seinen Arbeiten im Forstrevier musste Wolfgang Dazert sich immer wieder den neuen Herausforderungen stellen. So waren zum Beispiel aufgrund der vielen Hanglagen und Steilhängen große Waldanteile noch in einem schlechten Zustand. Durch Flurbereinigungsverfahren sowie Wegebaumaßnahmen konnten diese Pflegerückstände mit den Jahren erledigt werden. Außerdem waren seinerzeit ca. 30 Prozent der Waldfläche als minderwertiger Niederwald ausgewiesen. Heute ist dieser Wald ein weitestgehend wertvoller, vitaler, artenreicher Hochwald mit entsprechenden Pflegemaßnahmen für die Zukunft. „Dass dies so ist, verdanken wir jahrzehntelanger intensiver, mühsamer Arbeit der Revierleitung und der Waldbesitzer unter Bereitstellung der entsprechenden finanziellen Mittel“, so Jörg Lempertz, der weiter ausführte: „Wolfgang Dazert lag die vertrauensvolle Zusammenarbeit in den einzelnen Kommunen besonders am Herzen. Als Mittler zwischen Wald und Mensch hat Herr Dazert den ihm anvertrauten Wald zusammen mit dem Forstzweckverband und dem Forstamt über viele Jahre hervorragend entwickelt - was man dem Wald auch noch über Generationen hinweg ansehen wird. Heute, liebe Gäste, heißt es Abschied zu nehmen, von einem herausragenden Mitarbeiter unseres Forstreviers Ettringen-Rieden. Von einem Mann, der seit Beginn seiner Ausbildung als Forstlehrling fast 50 Jahre seines Lebens dem Wald gewidmet hat. Ein Forstbeamter, der von allen Seiten als zuverlässig, kompetent und engagiert geschätzt wird. Wir alle bedauern es, dass Ihre Zeit bei uns nun zu Ende ist. Wir haben gerne mit Ihnen zusammen gearbeitet.“
Werdegang von Wolfgang Dazert
Die offizielle Verabschiedung von Wolfgang Dazert durch die Überreichung einer Urkunde leitete der Leiter des Forstamtes Ahrweiler, Bolko Haase mit den Worten ein: „Dies möchte ich nicht tun, ohne vorher noch einmal Deinen Werdegang bei Landesforsten zu skizzieren: Nach der Mittleren Reife am Martin-von-Cochem Gymnasium hast Du am 1. Oktober 1970 als Forstlehrling im FA Rengsdorf im HWG-Wald angefangen und bist nach einem Jahr dann als Dienstanfänger zum 7. Oktober 1971 übernommen worden. Vielleicht wurde Deine Zukunft durch die Zeit im HWG-Wald geprägt, denn dieser Heimbach-Weis-Gladbacher-Wald hat sich schon in den 1930 Jahren für eine gemeinsame Bewirtschaftung zusammengeschlossen. Nach dreijähriger Ausbildung hast Du im September 1973 die Hilfsförsterprüfung bestanden. Nach zwei Jahren bei der Bundeswehr bist Du dann wieder in den Schoß der Forstverwaltung zurückgekehrt und hast den Vorbereitungsdienst in der Zeit von Oktober 1975 bis September 1978 in verschiedenen Forstämtern abgeleistet. Am 29. September 1978 hast Du die Revierförsterprüfung bestanden. Über das Forstamt Boppard und das Forstamt Zell kamst Du zum Forstamt Andernach, wo Du am 15. Oktober 1979 die Reviervertretung Revier Ettringen übernommen hast. Nachdem Du zum Forstinspektor ernannt wurdest, hat man Dir am 1. April die Revierleitung für Ettringen-Rieden übertragen, dem Du bis zum heutigen Tag treu geblieben bist und das Du durch dein langjähriges Wirken geprägt hast.
Das Revier Ettringen-Rieden in landschaftlich reizvoller Lage, war und ist ein schwieriges Revier, das den vollen Einsatz abfordert. Sei es durch die Hanglagen, oder die vielen Bims- und Lava-Gruben, die sehr intensiver Kontrolle bedürfen, ob sie allen Verpflichtungen zur Wiederaufforstung nachkommen. Es folgte die Verbeamtung auf Lebenszeit und die Ernennung zum Forstoberinspektor (1983), Forstamtsmann und letztlich zum Forstamtsrat und nach dem 31.Mai 2019 die Beförderung zum Forstamtsrat a.D.
Damit hast Du fast 50 Jahre Dienstzeit bei der Landesforstverwaltung auf dem Buckel, in denen Du mit mir gerechnet, 10 Forstamtsleiter ‚verschlissen‘ und zwei Forstamtsauflösungen (Andernach, Mayen) überlebt hast.
Aber es sind auch fast 40 Jahre, in denen Du Dich weit über das Normalmaß für das Revier Ettringen-Rieden eingesetzt hast und vertrauensvoll mit den Bürgermeistern der neun Gemeinden im Zweckverband zusammengearbeitet hast.“
Im Anschluss an die offizielle Verabschiedung bedankten sich einige Besucher und Wegbegleiter mit einem kleinen Geschenk und einem Grußwort für die gute Zusammenarbeit bei dem allseits beliebten Revierförster Wolfgang Dazert. Dieser wiederum ließ es sich selbstverständlich nicht nehmen, seinen Abschied mit einigen Anekdoten aus seiner Amtszeit zu würzen, wobei es ihm ganz besonders am Herzen lag, seiner –leider nicht anwesenden- Ehefrau für deren großartige Unterstützung während seiner gesamten Dienstzeit herzlich Danke zu sagen. FRE
Bolko Haase (Leiter des Forstamtes Ahrweiler) verabschiedete Dazert in den wohlverdienten Ruhestand und überreichte ihm eine entsprechende Urkunde.
