Allgemeine Berichte | 07.04.2017

Freundeskreis Neuwied-Matara bittet um Spenden

Ein solides, menschen- würdiges Haus für 8000 Euro

Kaum vorstellbar, wie in dieser Hütte eine Kleinfamilie wohnen soll. privat

Neuwied. Als sich die Vorstandsmitglieder am letzten Samstag zu ihrer Sitzung trafen, nahm ein Tagesordnungspunkt besonders viel Raum ein. Beim Besuch der im Januar neu aufgenommenen Patenkinder in Matara im Süden der Insel Sri Lanka trafen die zweite Vorsitzende Edeltrud Pinger und zwei weitere Vereinsmitglieder in einem Fall auf so erschütternde Verhältnisse, dass für alle klar war: Hier muss Abhilfe geschaffen werden. Dafür muss die Werbetrommel unüberhörbar gerührt und darauf gehofft werden, dass Mitglieder und Freunde darauf aufmerksam werden. Auch wenn die Spuren des Tsunamis verblasst sind, so ist die Armut in vielen Familien immer noch spürbar. Seit fast zwölf Jahren investiert der Freundeskreis Neuwied-Matara e. V. in Schulen, Bildung und individuelle Patenschaften, um zunächst allen Kindern, die diese Partnerschulen besuchen, bessere Unterrichtsbedingungen und Materialien zur Verfügung zu stellen. Des Weiteren werden die wirtschaftlich schwächsten und ärmsten Kinder gezielt durch eine Patenschaft monatlich mit einem kleinen Beitrag gefördert. Im Fall der kleinen Sandunika, die seit Januar neu im Patenprogramm ist und daher von den deutschen Vereinsvertretern zu Hause besucht wurde, zeigten sich Lebensbedingungen, die kaum erträglich sind und die deutschen Besucher schockierten. Über den langen, insgesamt sieben Stunden für den Hin- und Rückweg umfassenden Schulweg berichtete die Presse bereits im Februar, was aber, wenn auch nicht ganz so extrem, auch für weitere Kinder gilt.

Das Extrem liegt in den Wohnverhältnissen: Ein Holzgestell, zum Teil mit Lehm, zum Teil mit Plastikmüll und Steinen ausgefüllt, dient als Mauerwerk für die ärmliche Hütte. Im Innern kann man im Halbdunkel zwei kaum von einander getrennte Räume ausmachen.

Ein morsches Bett für drei Personen, ein Ast als Kleiderstange, blanker Lehmboden, auf dem der Vater schläft. Im zweiten Raum befinden sich eine Feuerstelle auf der Erde, ein verrußter Topf, Kokosnussschalen als Ess- und Trinkgeschirr, ein paar Plastikteile auf einem Holzgestell. Dass die beiden 12- und 16-jährigen Mädchen morgens mit ihren weißen Schulkleidern im Unterricht sitzen und sich auf den ersten Blick nicht von den anderen unterscheiden, ist kaum vorstellbar. Wie und wo sie Hausaufgaben machen, kann man sich bei der Wohnsituation nicht vorstellen, aber irgendwie scheint sich – vielleicht im Freien – eine Möglichkeit zu bieten. Elektrizität und fließendes Wasser gibt es nicht, und die wenigen Plastikstühle, die man den Gästen aus Deutschland draußen anbot, sind die einzigen Möbel.

Helfen - aber wie?

Für Großprojekte wie Fachräume oder Schulteilgebäude können Zuschussmittel in Mainz beantragt werden. Das hat der Freundeskreis in den vergangenen Jahren durch hohes Spendenaufkommen sofort nach dem Tsunami und auch noch einige Jahre später dankbar genutzt. Doch für Hilfe im Einzelfall - wie für diese Familie jetzt geplant - gibt es solche Zuschüsse nicht, was den Freundeskreis zu dieser Veröffentlichung und Bitte um Spenden treibt. Viele kleine Beiträge – und natürlich gerne auch größere – könnten die erforderliche Summe zusammenbringen und dafür sorgen, dass dieser Familie mit einem kleinen, soliden Haus, mit Zugang zu Wasser und Elektrizität, einer Toilette und Dusche ein menschenwürdiges Leben ermöglicht wird. Spendenbescheinigungen sind selbstverständlich, und eine ausführliche Berichterstattung über Verlauf der Baumaßnahmen und Fertigstellung kann auf der Homepage des Freundeskreises verfolgt werden. www.tsunami-kinder-matara.de; Bankverbindung. IBAN; DE 58574501200030041800 Stichwort: Hausbau.

Mit den Spenden soll der Familie ein besseres Leben ermöglicht werden.

Mit den Spenden soll der Familie ein besseres Leben ermöglicht werden.

Kaum vorstellbar, wie in dieser Hütte eine Kleinfamilie wohnen soll. Fotos: privat

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