Keramikmarkt in Höhr-Grenzhausen war gut besucht
Ein toller Markt, der seinesgleichen sucht
Höhr-Grenzhausen. Bei bestem Schlenderwetter war der Keramikmarkt in der Kannenbäckerstadt am vergangenen Wochenende an beiden Markttagen gut besucht. In der Marktzone vom Keramikmuseum über die Neuen Örter durch die Hermann-Geisen-Straße, die Brunnenstraße bis zur Kirchstraße am Laiguegliaplatz zeigten 150 Keramiker, davon 37 aus dem Westerwald, die keramische Vielfalt der Gebrauchs- und Zierkeramik. Aussteller aus ganz Deutschland von Schleswig-Holstein bis in die südlichen Gefilde unseres Landes und seinen Nachbarländern sowie des diesjährigen Gastlandes Wales präsentierten den Besuchern aus Nah und Fern eine prächtige Farben- und Formenvielfalt, kombiniert mit unterschiedlichen und einzigartigen keramischen Techniken. Die ortsansässigen Werkstätten hatten ihre Ateliers und Werkstätten für jedermann geöffnet und konnten ebenfalls besichtigt werden. Hier hatten die Besucher die Möglichkeit, den Töpfern bei der Ausübung ihres Handwerks über die Schulter zu schauen. Der Bummel durch die Marktzone zeigte den Besuchern wieder einmal, was man so alles aus Keramik produzieren kann. Ein uralter Werkstoff, dem fast keine Grenzen gesetzt sind und der Töpfer über Landesgrenzen hinaus miteinander verbindet. Von tierischen Eierbechern über schlichte Espressotassen bis hin zu riesigen Kugeln als Gartenkeramik oder Marienkäfer- und Insektenhäuschen konnte man in der Marktzone alles finden, was das Herz aus Keramik begehrte. Die Stände schmückten filigraner bunter Schmuck oder kleine freche Wichtel als Stab- oder Sitzfiguren. Auch für die Hobbygärtner fanden sich zahlreiche keramische Artikel, wie zum Beispiel Kräuterfahnen oder Solargartenkugeln aus bunt verzierter Keramik. Natürlich fehlte auch das für den Westerwald so typische Salzglasierte nicht.
Bekannte Melodien aus tönernen Pfeifen.
Schlenderte man durch die malerischen Gassen Grenzhausens, ertönten immer wieder aus tönernen Pfeifen bekannte Melodien von Pipi Langstrumpf bis hin zu Mozart. Beim Betrachten der Ausstellerware konnte man deutlich erkennen, dass jeder Künstler seine eigene künstlerisch-keramische Handschrift trägt. Von geradlinigen Tassen in strengem Weiß bis hin zu spielerisch bunt verzierten bauchigen Tassen war alles dabei. Die Gäste konnten viele Anregungen für die heimische Dekoration mit nach Hause nehmen. Durch die Vielfalt und tollen Auslagen wurde man regelrecht inspiriert. Auch Keramikpostkarten waren an einem Stand zu finden. Hier und da schnappte man ein paar Wortfetzen auf. So sagte ein Aussteller zu einem Besucher „It’s very special here. It’s great.“
Raku-Brand begeisterte
Kam man zum Laigueglia-Platz, konnte man dort den Raku-Brand live mitansehen, eine spezielle keramische Brenntechnik bei der die Keramik mit einer Zange aus dem 1000 Grad heißen Ofen genommen wird. Ein Erlebnis das man nicht alle Tage zu Gesicht bekommt. Sowieso stand der Laigueglia-Platz an diesem Wochenende ganz im Zeichen des Raku, denn am Samstagabend konnte man zu Klängen der heimischen Band „Cross-Road“ eine grandiose Raku-Performance mit Feuer und glühenden Scherben bewundern. Auf dem Platz hinter dem Keramikmuseum war eine Zeltstadt mit Keramikständen aufgebaut. Das Museum lockte beim Museumsfest mit vielen Aktivitäten und Mitmachworkshops für die ganze Familie. Außerdem zeigte der Künstler Jackson Li (China) die Herstellung chinesischer Pinsel und drehte Teeschalen vor den Augen der interessierten Besucher. Ein besonderer Anblick, den man sicher so schnell nicht vergisst. Auch die kleinen Gäste kamen an diesem Wochenende natürlich nicht zu kurz. Das Jugend- und Kulturzentrum „Zweite Heimat“, mitten in der Marktzone gelegen, veranstaltete ein buntes Programm für Kinder und Jugendliche, unter anderem mit dem mobilen Internetprojekt „web to go“. Für alle, die zwischendurch ein wenig ausruhen und auch ihren Ohren abwechslungsreiche Sinneseindrücke bieten wollten, war am Sonntag dazu beim Orgelmatinée „Eine musikalische Europareise“ in der evangelischen Kirche Gelegenheit. Bestens gesorgt war für das leibliche Wohl. Das Angebot reichte von einfachen Laugenbrezeln für den kleinen Hunger zwischendurch über Reibekuchen und die typisch deutsche Currywurst bis hin zu kulinarischen Angeboten der ansässigen Gastronomen, sei es spanisch oder vegetarisch. Höhr-Grenzhausen hatte sich zum diesjährigen Keramikmarkt also wieder tolle Darbietungen und ein Programm der Extraklasse einfallen lassen. Die Besucher konnten ausgefallene Waren an bunten Ständen bewundern und es war für jeden Geschmack etwas dabei. Ein zauberhaftes Ambiente in dem beschaulichen Stadtteil rundete das ganze Geschehen ab. Das Schöne an diesem Markt ist, dass das Handwerk absolut im Mittelpunkt des Marktgeschehens steht. Und wer sich den Termin für das nächste Jahr vormerken möchte, der kann sich den 2. und 3. Juni 2018 schon mal im Kalender eintragen.
