Allgemeine Berichte | 17.05.2016

Auf der Ehrenburg im Märchenland

Ein vergnügliches Erlebnis an Pfingsten hoch über dem Moseltal

Mit sagenhaften Geschichten für große und kleine Zuhörer

Mit dem Ertönen des Gongs begann die Reise in das Märchenland, oder in ein ganz anderes, fernes Land? EP

Brodenbach. Als die Märchenerzählerin den Gong ertönen ließ, herrschte plötzlich im Rittersaal der Ehrenburg gespannte Stille. Viele Kinderaugen schauten gebannt in Richtung Thron, auf dem sie - in mittelalterliche Kleider gewandet - saß. Beim Märchenfest am Pfingstwochenende entführte sie Kinder und Erwachsene in die Zeit der Sagen und Märchen, erzählte von Helden, Drachen, schönen Prinzessinnen, Königstöchtern, Prinzen, garstigen Stiefmüttern, die aus fernen Ländern kamen.

Aus fernen Städten waren einige Besucher gekommen. So wie die vierjährige Karlotta aus Köln, die sich für diesen Tag eigens kostümiert hatte. Sie war für einige Stunden das Schneewittchen. „Es ist Zeit für eine Reise ins Märchenland! Oder in ein ganz anderes, fernes Land?“, begrüßte die Märchenerzählerin Kathrin Sonza-Recorda alle im Rittersaal. „Kennt ihr Märchen aus Tausendundeiner Nacht?“ Die Antworten kamen prompt: „Aladin, Ali Baba, Sindbad!“ Es war schon die zweite Erzählrunde des Tages, das komplette Programm an diesem Wochenende sah täglich drei Runden vor, von nicht mehr als dreißig Minuten Dauer, um die Kinder nicht zu überfordern. Diese Märchenrunde hatte den Titel „1001 Märchentraum“ und beinhaltete drei Geschichten: „Das Töpfchen“, „Aladins Wunderlampe“ und „Der Apfel“. Am Morgen waren die Kinder auf Drachenjagd gegangen, spätnachmittags folgte der „Froschkönig“, ein Theaterspiel bei dem alle mitmachen konnten.

Zeitreise ins Mittelalter

Die Ehrenburg mit ihrer sagenumwobenen Atmosphäre war der ideale Ort, um ins Märchenland zu reisen. Der Weg ins Innere führte die Ankommenden über eine ehemalige Zugbrücke und gab den Blick frei auf mittelalterliches Geschehen. Zauberhafte Klänge waren zu hören, die der Spielmann zum Besten gab. Es blieb Zeit genug, die Burg zu erkunden, bevor die Märchenerzählerin die Kinder im Rittersaal mit „Es war einmal“ und „Holterdipolterruckizuck“ in den Bann zog. Kathrin Sonza-Recorda spannte die Kinder in ihre Geschichten ein und animierte sie mitzumachen. Sie erzählte nicht nur, sondern machte die Märchen mit kleinen, gespielten Szenen lebendig. Das kam bei Groß und Klein gut an. Jedes Kind bekam Aufmerksamkeit, jede Frage wurde beantwortet. Mit sanfter Stimme spann sie ein Netz aus Worten, in dem auch die Erwachsenen sich einfangen ließen.

Im letzten Märchen dieser Runde spielte ein Apfel, den sie aus ihrer Tasche zog, eine tragende Rolle. Zur Überraschung der Kinder verbarg sich in dessen Inneren ein Edelstein. „Möchtet ihr auch einen Edelstein aus dem Märchenland?“ Natürlich bejahten sie diese Frage und drängten sich um die Schatzkiste, die die Märchenerzählerin geöffnet hatte, und in der sich viele kleine, bunte Edelsteine befanden. Jedes Kind durfte sich einen nehmen. Es waren noch viele Fragen zu beantworten, bevor an diesem Tag in den alten Burgmauern die Zeit der Sagen und Märchen zu Ende ging.

Lauschen, Lachen, Spielen und Träumen – damit entführt die Sozialpädagogin und ausgebildete Märchenerzählerin Kathrin Sonza-Recorda seit 2004 Groß und Klein ins Märchenland. Sie erzählt auf Burgen und Schlössern, auf Kindergeburtstagen, in Schulen und auf Mittelaltermärkten (www.maerchen-mythen.de).

Die Burg lebendig erhalten

Das von ihr inszenierte Märchenfest auf der Ehrenburg war ein Teil des Jahresprogrammes der „Lebendigen Burg“, das viele Besucher inspirieren soll. Denn nur mit Eintrittsgeldern und Spenden gelingt es den Organisatoren, dieses Kulturgut zu pflegen und zu erhalten. Sie haben sich im Förderverein Freundeskreis der Ehrenburg e.V. zusammengeschlossen, um die denkmalgeschützten Baulichkeiten der Burg zu sichern, zu erhalten und wieder herzustellen. Auch der Förderung kultureller Veranstaltungen, die zur Ehrenburg passen, haben sie sich verschrieben. Der Besuch auf der Burg aus dem 12. Jahrhundert, die oberhalb Brodenbachs und dem Ehrbachtal auf einem Felsen thront, ist ein fantastisches Erlebnis für Jung und Alt. Täglich vom Frühlingsanfang bis Allerheiligen von 11 bis 18 Uhr zur Erkundung geöffnet, bietet das Programm „Ehrenburger Sommer“ außerdem geballte Lebenslust und ein Erlebnis mit historischem Gesang, Spiel und Spaß. Die ganzjährig geöffnete Gastronomie und das Hotel laden zum längeren Aufenthalt und besonderen Events ein, dort wo einst die Ritter von Ehrenburg tafelten. Alle wichtigen Daten sind nach zu lesen auf www.ehrenburg.de.

Die Märchenerzählerin entführte die großen und kleinen Zuhörer in die Zeit der Märchen und Sagen.

Die Märchenerzählerin entführte die großen und kleinen Zuhörer in die Zeit der Märchen und Sagen.

Die Besucher, die über die ehemalige Zugbrücke ins Innere der Burg kamen, blickten auf mittelalterliches Geschehen.

Die Besucher, die über die ehemalige Zugbrücke ins Innere der Burg kamen, blickten auf mittelalterliches Geschehen.

Mit dem Ertönen des Gongs begann die Reise in das Märchenland, oder in ein ganz anderes, fernes Land? EP

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