„Theater im Tunnel“ in Erpel präsentiert „Gefährliche Liebschaften“
Ein vorrevolutionäres Ränkespiel
„Neues Schauspiel Köln“ war mit einer originellen Adaption für die Bühne zu Gast
Erpel. Nach dem jährlichen Schauspielspektakel „Die Brücke“ im „Theater im Tunnel“ in Erpel gab nun auch das „Neue Schauspiel Köln“ mit dem Stück „Gefährliche Liebschaften“ ein Gastspiel in den historischen Mauern. Die Geschichte „Gefährliche Liebschaften“ um Liebe, Verrat, Kränkung und Rache in den oberen Rängen der Gesellschaft in und um Paris spielt am Vorabend der Französischen Revolution. Als Reigen eines sich immer wiederholenden Spiels der Geschlechter ist das Buch von Choderlos de Laclos in die Weltliteratur eingegangen. Im 20. Jahrhundert wurde es fürs Theater adaptiert und mehrmals verfilmt.
Der Roman schildert in 175 Briefen die Geschichte zweier Intrigen: Die geplante Verführung von Cécile de Volanges, einem naiven jungen Mädchen, das gerade die Klosterschule verlassen hat, und die von Madame de Tourvel, einer tugendhaften verheirateten Frau. Betreiber der beiden Intrigen sind die Marquise de Merteuil und der Vicomte de Valmont, die sich nicht an moralische und traditionelle sexuelle Normen gebunden fühlen und einen ausschweifenden Lebenswandel haben. Für die Marquise de Merteuil ist die Verführung von Cécile de Volanges die Rache an ihrem ehemaligen Liebhaber, der sie wegen einer anderen Frau verlassen hat und der mit Cécile de Volanges ein noch jungfräuliches und formbares Mädchen heiraten will. Für den Vicomte de Valmont soll die Eroberung der prüden und treuen Madame de Tourvel seinen Ruf als unwiderstehlicher Verführer unterstreichen. Beide Intriganten verheddern sich jedoch in den Fallstricken ihrer eigenen Intrigen. Nach einer turbulenten Handlung werden am Ende alle bestraft: Die Naive kehrt ins Kloster zurück, die verführte Tugendhafte stirbt in geistiger Umnachtung, der Verführer kommt in einem Duell ums Leben und die Marquise, die beide Intrigen wesentlich betrieben hat, verliert ihr Vermögen und ihre Schönheit. Soweit die offizielle und traditionelle Version …
Bei den Akteuren der Gruppe „Neues Schauspiel Köln“ wird das alles ganz anders und doch gleich … auf deren ganz typische humorvolle Art in der Bühnenfassung von Hanno Dinger unter der Regie von Stefan Krause.
Humor kam in der Bühnenfassung nicht zu kurz. Foto: Martin Roelver
