Bad Neuenahr erlebte Jazz im Park
Ein wahres Big-Band-Fieber
Bad Neuenahr. Der Bad Neuenahrer Kurpark erlebte am Sonntag mit Ahrweilers „Gordons Big Band“ ein wahres Big-Band-Fieber. Dank des zunehmenden Sonnenscheins am späteren Morgen füllten sich die Zuschauerränge im Kurpark rasch. Die Konzertreihe „Jazz im Park“ basiert auf einer Idee von Gerd Weigl, Georg „Flipper“ Holstein und Horst Felten, dem Ehrenvorsitzenden der Wadenheimer Bürgergesellschaft. Das Konzert finden statt in Kooperation mit der Heilbad Gesellschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler. In launigen Worten begrüßte Thomas Spitz von der städtischen Wirtschaftsförderung die vielen Kurgäste und Besucher. Bandleader Alexander Kelter führte gekonnt durchs umfangreiche vierstündige Konzertprogramm.
Freude am Musizieren
Gordons Big Band startete mit dem Stück „Theme from New York, New York“, dem Titellied des amerikanischen Musikfilms „New York, New York“, das 1977 Fred Ebb und John Kander schrieben. Den Musikern der Big Band war die Freude am gemeinsamen Musizieren mehr als anzumerken, entsprechend schwungvoll spielten sie Stücke, mal dem Wetter angepasst mit Titeln wie „September“ oder „Summertime“, mal Latinrock oder Shuffle. Nicht fehlen durfte das spritzig-rhythmische Soul-Stück „Bossa Nova“ von Quincy Jones. Herzlichen Beifall gab es für Frank Sinatras „A Day in the Life of a Fool“. Zu hören waren auch so bekannte Jazzstücke wie „Superstition“ (Stevie Wonder) „Every little thing she does is magic“(Sting) oder „Rikki don’t loose that number“ (Steely Dan). Das Ahrweilerer Ensemble Gordons Big Band bot eine bunte Mischung aus Swing-Klassikern, Soul-Arrangements, Latinrock, Shuffle und Jazz-Rock-Stücken. Viel Beifall erhielten die Stücke der gepflegten Jazzmusik von Ray Charles, Les Aldrich, James Ellis oder Herbie Hancock.
Der „Vater“ des Ensembles
Bandleader Kelter betonte, dass der Bandname „Gordon“ dem bekannten amerikanischen Musiklehrer und langjährigen Lehrer an der Kreismusikschule Ahrweiler wie auch „Vater“ der Big Band, Dr. William Gordon, ein Denkmal setzen soll. Gordon gilt als sehr vielseitig. Er unterrichtete Blechblasinstrumente, Holzblasinstrumente und Musiktheorie. Zudem gründete und leitete er die Big Band der Kreismusikschule und des Rhein-Gymnasiums Sinzig, mit der er unzählige Konzerte auch außerhalb der Kreisgrenzen gab und erfolgreich an Landeswettbewerben teilnahm. Der US-Amerikaner wurde 1944 in Southampton (New York) geboren, absolvierte eine Ausbildung zum Musiklehrer an der Columbia University und der New York University und stieg 1974 zunächst nebenberuflich und 1979 hauptberuflich beim Kreis Ahrweiler ein. Er wohnte in Sinzig und leitete seit mehr als 30 Jahren die Musikvereinigung Bad Neuenahr-Ahrweiler, die er mit Kompetenz und Ideen zu einem Spitzenorchester geformt hat. William Gordon ging 2005 in den Ruhestand und siedelte nach Italien über. Bandleader Kelter spielte als 16-Jähriger selbst noch unter Dirigent Dr. William Gordon.
Zugleich feierte Gordons Big Band ihren zehnten Geburtstag. Dabei sollte es eigentlich die Ahrweilerer Band gar nicht mehr geben. Das Abschiedskonzert von Gordons Big Band 2005 war angekündigt als der letzte Auftritt dieses Ensembles. Doch die Freude am gemeinsamen Musizieren ließ die Musiker nicht los, und so fanden sich viele Bandmitglieder auch nach dem Weggang von Gordon wieder zusammen und gaben sich den Namen Gordons Big Band. Da das Konzert über Mittag ging, verwöhnten das Restaurant „Sale e Pepe“ sowie die Dagernova Weinmanufaktur die Gäste mit sommerlichen Speisen und Getränken.
Spielfreude, fetzige Rhythmen und schwungvolle Arrangements rissen die Zuhörer mit.
