750 Jahre St. Laurentius Ahrweiler
Ein weiterer Höhepunkt im Jubiläumsjahr
ZDF übertrug Sonntagsmesse im Fernsehen – Viel Lob für die perfekt gelungene Livesendung
Ahrweiler. Am vergangenen Sonntag war es endlich so weit. Das ZDF übertrug den wöchentlichen Fernsehgottesdienst aus der St.-Laurentius-Kirche in Ahrweiler. Nach langen und oft mühevollen Vorbereitungen fand damit ein weiterer und besonders wichtiger Höhepunkt im Jahr des 750-jährigen Bestehens des Gotteshauses statt.
Vor dem eigentlichen Beginn der Messe verkündete Lukas Herbig von der Katholischen Fernseharbeit einige Regieanweisungen, um eine perfekte Präsentation des rheinischen Katholizismus in den Wohnzimmern zu gewährleisten. Dechant Jörg Meyrer verriet, dass die Generalprobe am Samstag zuvor ein wenig zu lang geraten war und dass er am Abend sehr nervös war, jetzt aber die Freude über das bevorstehende Ereignis dominierte. Nach den tagelangen Vorarbeiten beim Aufbau der Technik läuteten um Punkt 9.30 Uhr die Glocken, die den Beginn der Messe ankündigten. Dechant Jörg Meyrer schritt zusammen mit den Messdienern, begleitet durch das Lied „Wenn Glaube bei uns einzieht“, durch das voll besetzte Mittelschiff zum Altar.
Änderungen im Ablauf
Zur Begrüßung erklärte er, dass er sich sehr darüber freue, mit den Gläubigen in der Kirche und den Zuschauern zu Hause an den Bildschirmen gemeinsam Gottesdienst zu feiern. Die Übertragung im Fernsehen zum 750. Jubiläum mache die Gemeinde in Ahrweiler besonders stolz. Theresa Appel erklärte als Moderatorin einige Besonderheiten. Wie jeden Sonntag gibt es für die Jüngsten die Kinderkirche. Die Gemeindemitglieder wurden zudem eingeladen, zum Hochgebet in den Altarraum zu treten.
Im Evangelium nach Lukas wurde von der Begegnung von Jesus mit dem Zollpächter Zachäus erzählt. Zachäus hatte bei den Menschen einen schlechten Ruf. Jesus lud sich dennoch selbst bei ihm ein und bewirkte damit eine tiefgreifende Veränderung des Mannes.
Predigt gegen Ausgrenzung
Diesen Gedanken griff Dechant Jörg Meyrer in seiner Predigt auf. Er betrachtete das Verhalten von Christus gegenüber den Ausgegrenzten einerseits, das Verhältnis der Kirche zu diesen Menschen andererseits, aber auch die Zustände in der heutigen Welt, die durch Abgrenzung, Separatismus und Krieg geprägt sind. Jesus lädt alle zu sich ein und schickt niemanden weg. Die Kirche aber kümmere sich zu wenig um diejenigen, die nicht in das eigene Schema von Normalität passten, sich abgewandt hätten und nicht mehr dazu gehörten. „Es lässt mir keine Ruhe, wenn sich zwischen sie und Jesus die Kirche stellt“. Auch in der Welt, die immer mehr Heimatlosigkeit hervorbringe, werde die Ausgrenzung deutlich sichtbar. „Politiker können sich nicht auf Jesus berufen, wenn sie Mauern bauen und Waffen sprechen lassen“, lautete das Fazit von Meyrer. Um diese Missstände abzubauen, sei Umkehr nötig, die bei jedem selbst beginnen müsse, die aber auch ein schwieriger und steiniger Weg sei. Die Predigt endete deshalb mit einem Gebet für die Kraft zur eigenen Veränderung.
Eigens produzierte Meditation
Während der Erteilung der Kommunion in der Kirche konnten die Fernsehzuschauer eine zuvor aufgezeichnete Meditation von Gemeindereferentin Beate Timpe über die Gemeinschaft der Gläubigen mit Christus verfolgen.
Der Gottesdienst schloss mit dem Segen und dem vom Kirchenchor St. Laurentius und der Gemeinde gemeinsam gesungenen Jubiläumslied, das eigens für die 750-Jahr-Feiern geschrieben wurde. Zur Melodie von „Großer Gott, wir loben Dich“ heißt es in dem von Margret Raths verfassten Text: „Herr, wir sind voller Freude hier, denn wir wollen Geburtstag feiern. Siebenhundertfünfzig Jahr‘ ist Laurentius für uns da.“
Empfang in der Zehntscheune
Beim abschließenden Empfang in der Zehntscheuer bedankte sich Dechant Jörg Meyrer bei allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit und die große Unterstützung. Regisseur Matthias Schwab und Redakteurin Isabel Löchte vom ZDF bedankten sich ihrerseits bei den Verantwortlichen der Laurentius-Gemeinde für die perfekt gelungene Gestaltung des Fernsehgottesdienstes.
Der Ablauf der Messe war von einem präzisen, eng getakteten Zeitplan bestimmt. Davon war für die Fernsehzuschauer allerdings nichts zu spüren. Sie erlebten, nicht zuletzt dank der musikalischen Leistungen des Kirchenchors St. Laurentius unter Leitung von Organist Klaus Dieter Holzberger, einen stimmungs- und würdevollen Sonntagsgottesdienst, den nach Angaben der GfK 720.000 Menschen verfolgten.
Der Kirchenchor St. Laurentius trug wesentlich zum Gelingen des Gottesdienstes bei.
Dechant Jörg Meyrer sprach in seiner Predigt von Ausgrenzungen in Kirche und Gesellschaft.
Eine Live-Übertragung bringt einen großen logistischen Aufwand mit sich.
