Baum des Jahres 2017 gepflanzt
Eine Fichte für den Kurpark
Bad Breisig. In jedem Jahr erwählen die Botaniker eine in unseren Regionen übliche Baumart und stellen sie an einem „Tag des Baumes“ in den Mittelpunkt.
Während in all den Vorjahren immer eine Baumsorte gewählt wurde, die aus irgendwelchen Gründen einer besonderen Förderung bedurfte (in der Regel waren es höchst selten gewordene Gewächse), so war in diesem Jahr die „Fichte“ in den Mittelpunkt des Interesses gerückt worden.
Ausgerechnet die Fichte, der in deutschen Wäldern am häufigsten anzutreffende Baum, auch als „Weihnachtsbaum“ geschätzt, wurde der besonderen Beachtung anempfohlen. Mit Kita- und Schulklassen wurde überall im Land in die Wälder oder Parks gewandert, wo Forstleute den Kindern das Wesen des ausgewählten, für die deutsche Wirtschaft so wichtigen Baumes, also der Fichte, näher bringen sollten. Da hatte Bad Breisig ein besonderes Privileg: Die Anpflanzung der jungen Fichte konnte mitten in der Quellenstadt erfolgen, im Kurpark. Im alten, aber gepflegten Kurpark, wo der dänische Konsul Oehme um 1900 rund um das gerade aus der Konkursmasse der Freimaurerloge erworbene Haus „Rheinruhe“ quer über die Obstwiesen einen Park nach englischem Muster anlegen ließ, und darin die aus Übersee mitgebrachten exotischen Bäumchen pflanzte, hat sich über das letzte Jahrhundert ein grandioser Baumbestand entwickelt, unter dessen Dach bereits mehrfach der jeweilige „Baum des Jahres“ seinen Platz fand.
So hatte Förster Bernd Hoffmann auch diesmal für die banale „Fichte“ einen Platz zwischen Museumsbäumen, wie dem „Ginko“ (dem Vater aller Urbäume) und dem nordamerikanischen „Mammut-Baum“ ausgesucht. Den zur Anpflanzung der Baby-Fichte in den Kurpark gewanderten Kindern den Kitas „Regenbogen“ und „Sonnenschein sowie den I-Dötzen der Lindenschule (die „Salamander-Klasse“) erklärte der Forstmann Art, Wesen und Hintergründe des diesjährigen „Baumes des Jahres“. Die Kinder führten ihre einstudierten Gesänge und Spielchen vor, und dann war es soweit: Stadtbürgermeisterin Gabriele Hermann-Lersch ergriff den Spaten und pflanzte mit Hilfe der „Pänz“ den ersten „Weihnachtsbaum“ im Kreis der fast 40 m hohen Exoten. Honratioren des Stadtrates, der örtlichen Vereine und Gäste halfen dabei - zumindest mit nett gemeinten Kommentaren. Nach der Baumpflanzung gab es für die Kinder, ihre Erzieher und die Gäste noch etwas zu trinken. Ein letzter nasser Gruß wurden den Wurzeln der neu gepflanzten Fichte zuteil, dann wurde sie verlassen und wächst nun vor sich hin - als Baum des Jahres 2017 - bis zu demnächst stattlicher Größe. Was dann mit ihr geschieht? Wer kann es schon absehen?
FA
