Allgemeine Berichte | 31.07.2018

Missstände bei Tiertransporten aus Deutschland

Eine Qual für die Tiere: Bei enormer Hitze tagelang unterwegs

Rinder warten tagelang an der türkisch-bulgarischen Grenze. Foto: © Jo-Anne McArthur / We Animals with Eyes on Animals

Bonn. Die derzeit extrem heißen Temperaturen machen die ohnehin schon belastenden Tiertransporte für viele Rinder, Schafe und Ziegen zu einer Tortur. Trotz der seit Jahren bekannten Missstände bei Tiertransporten in Drittländer, insbesondere in den heißen Sommermonaten, werden Langstreckentransporte in Länder außerhalb der EU noch immer genehmigt und durchgeführt. Und dass, obwohl dabei bekanntermaßen regelmäßig gegen die EU-Transportverordnung verstoßen wird. Darüber hinaus spitzt sich die Situation wie schon in den vergangenen Jahren durch lange Wartezeiten an der Grenze in der Hitze zu - wie derzeit an der türkisch-bulgarischen Grenze.

„Es besteht sofortiger Handlungsbedarf seitens der Bundesregierung: Bei diesen extremen Temperaturen und solange nicht sichergestellt ist, dass die europäischen Tierschutzstandards eingehalten werden, dürfen Lebendtiertransporte nicht mehr abgefertigt werden“, fordert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Weiter sei es höchste Zeit, dass die EU-Transportverordnung überarbeitet wird, wobei unter anderem eine internationale Begrenzung der Tiertransporte auf acht Stunden erfolgen muss. „Langfristig muss es Ziel sein, keine lebenden Tiere mehr zu transportieren, sondern am nächstgelegenen Schlachthof zu schlachten und gekühltes Fleisch bzw. Samen statt Zuchttiere auszuführen“, so Schröder.

Extremsituation an türkisch-bulgarischer Grenze

Nach Aussagen der Eurogroup for Animals, der europäischen Dachorganisation der Tierschutzvereine, der auch der Deutsche Tierschutzbund angehört, wartete aktuell etwa ein LKW mit 57 Rindern aus Frankreich und Tschechien tagelang an der türkisch-bulgarischen Grenze ohne Wasser- oder Futterversorgung bei Temperaturen über 35 Grad. Fälle wie dieser sind kein Einzelfall. Insbesondere in den warmen Sommermonaten kommt es in den Transportern zu Temperaturen über 35 Grad. Diese extremen klimatischen Verhältnisse und die Situation an der türkisch-bulgarischen Grenze mit stunden- bis tagelangen Wartzeiten, ohne adäquate Versorgung der Tiere, führt zu unnötigen Leiden bei den Tieren. Schwere Verstöße gegen die EU-Transportverordnung sind somit seit Langem an der Tagesordnung. Die Vorschriften der Verordnung werden nicht bis zum Bestimmungsort, wie es der Europäische Gerichtshof in einem Urteil bereits 2015 forderte, eingehalten. Erst im September 2017 wurden die schwerwiegenden Missstände an diesem Grenzübergang von der EU-Kommission dokumentiert, jedoch ohne Konsequenzen – die Situation für die Tiere ist unverändert.

Informationen zur Kampagne des Deutschen Tierschutzbundes finden Sie hier: www.tierschutzbund.de/kampagne-tiertransporte

Pressemitteilung Deutscher Tierschutzbund e.V.

Rinder warten tagelang an der türkisch-bulgarischen Grenze. Foto: © Jo-Anne McArthur / We Animals with Eyes on Animals

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Peter Heinrichs : Ein sehr ausführlicher Bericht über eine so wunderbare Sache. Ich bin sehr stolz auf meine Tochter Anna Fraser.
  • K. Schmidt: Wer diese Örtlichkeiten kennt, weiß, dass sich die Verkehrssicherheit nicht durch andere Geschwindigkeitsregelungen verbessern würde, sondern praktisch einzig durch anderes Verhalten der "Elterntaxis"....
  • Boomerang : Wenn man sich so intensiv um verarmte Kinder oder alte Menschen kümmern würde....
DA bis auf Widerruf
Image
Aushilfe gesucht
Image Anzeige
Gesamtrechnung 2026
Karneval in Ettringen 2026
Holz Loth-Entsorgung
Umbau der Vulkan Brauerei in Mendig
Umbau Vulkan Brauerei
Empfohlene Artikel

Kreis Altenkirchen. Am Mittwoch, dem 21. Januar 2026, wurde ein Video von einer Wildkamera aus der Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf im Landkreis Altenkirchen gemeldet. Die Aufnahme stammt vom 21. Januar 2026 und der Standort der Wildkamera wurde verifiziert. Das Video zeigt sechs Wölfe und wurde als Wolfsnachweis der Kategorie C1 eingestuft, was bestätigt, dass es sich um ein Wolfsrudel handelt. Eine...

Weiterlesen

Koblenz. Im Frühjahr 2026 beabsichtigt die Bürgerinitiative „Unsere Altstadt“ mit einer Arbeitsgruppe zu starten um über historische Themen der Koblenzer Alt- und Innenstadt zu diskutieren, Altes zu bewahren und das Wissen von Zeitzeugen zu dokumentieren.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Heimat- und Verschönerungsverein Oberbieber e.V.

Schneller Abbau dank engagierter Helfer

Oberbieber. Der Heimat- und Verschönerungsverein Oberbieber e.V. (HVO) trägt seit über 130 Jahren dazu bei, das Leben in dem früheren Dorf und heutigen Stadtteil zu verbessern.

Weiterlesen

Die Kolpingsfamilie Plaidt läd ein

Ein Zuhause für Biene & Co

Plaidt. Insektenhotels sieht man heute in vielen Gärten, doch nicht jedes ist eine Hilfe für die Natur. Damit die künstliche Nisthilfe von Wildbienen und anderen Nützlingen tatsächlich angenommen wird, müssen Standort und Materialien sorgfältig gewählt werden.

Weiterlesen

Jahreshauptversammlung des Männergesangvereins Germania Neuwied e. V.

Rückblick auf ein aktives Vereinsjahr mit Ausflügen und Festen

Neuwied-Heddesdorf. Am 17. Januar 2026 trafen sich die Mitglieder des Männergesangvereins Germania Neuwied zur 147. Jahreshauptversammlung. Diese fand traditionsgemäß im ehemaligen „Müllers Gaststübchen“ in Neuwied-Heddesdorf statt.

Weiterlesen

Anzeigenauftrag #PR111825-2026-0002#
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, Januar 2026
Image Anzeige
Innovatives aus Weißenthurm
Stellenanzeige SB Straßenreinigung
Start Frühjahrssemester
Umbau Vulkan Brauerei Mendig
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0020#
Wir helfen im Trauerfall Vorsorge
Umbau Vulkan-Brauerei
Stellenanzeige Stellv. Fachbereichsleiter Bauen und Umwelt
Umbau der Vulkan Brauerei in Mendig
Anzeigenauftrag #PR111825-2026-0003#
Titel
Daueranzeige (Januar 26)
Umbau Vulkan