Allgemeine Berichte | 03.08.2017

St. Josef Verein Bandorf e. V.

Eine Wander- und Klettertour in die Dolomiten

Die Klettergruppe vor dem Latemar Massiv. Foto: Privat

Bandorf. 80 Jahre, aber noch gut zu Fuß, so ist er, Antonio. Wenn er hin und wieder zu einem Espresso vorbei gekommen ist, waren beim Abschied immer seine Worte: „Unsere Wander- und Kletterzeiten in den vielen Dolomitenstöcken waren immer schön, oder?“ Ein wenig Wehmut klang mit, denn Antonio hatte Anfang der 80er Jahre mit einem Diavortrag einige Bandorfer neugierig gemacht. Auch sie wollten die Schönheiten der Dolomiten kennenlernen. So waren 29 bergbegeisterte Freunde aus ganz Deutschland und sogar aus Amerika in den vielen Gebirgsstöcken der Dolomiten unterwegs. Kletter- und Wanderziele waren unter anderem Rosengarten, Sellastock, Platt- und Langkofel und Brenta. Antonio, welcher ausgebildeter Bergsteiger ist, konnte seine Freunde auch an die Technik des Kletterns heranführen.

Als „Dankeschön“ an Antonio zu seinem runden Geburtstag, ermöglichten seine Freunde ihm noch mal eine Fahrt in seine geliebten Dolomiten. Die Gruppe machte Quartier am Karersee unterhalb des Rosengartenmassivs. Von dort aus sind viele Höhenwege und Hütten zu erreichen, die die Klettergruppe Jahrzehnte zuvor besucht hatte. Am ersten Tag traf die Klettergruppe nach einer Wanderung am dem Hirzelweg unterhalb der Rotwand auf Donatella, eine Hüttenwirtin im Rif. Pederiva. Donatella tischte, genau so wie in alten Zeiten, besondere Leckereien auf und reichte den erschöpften Berggehern ihre spezielle Medizin, angereichert mit Beeren und Kräutern, an.

Am folgenden Tag ging es in die Kabinenbahn zur Ciampedie-Hütte. Mit dem Panorama der Larsex- und Catinacciogruppe mit der dominanten Rosengartenspitze vor Augen, wanderten die Freunde weiter zur Stella Alpina Hütte, wo 1984 die Bergerlebnisse Ihren Anfang hatten. Auch dort hat Antonio alte Bekannte angetroffen, mit denen er sich über alte Erlebnisse austauschen konnte. In der Grasleitenpass-Hütte standen Hüttenwirt Hugo und seine Frau den Kletterern vielen Jahren mit Rat und Tat zur Seite. Die Hütte war oft die Basisstation bevor man auf den Kesselkogel oder den Vajolet-Nordturm aufstieg. Heute sind die beiden stolze Besitzer der Nigerhütte oberhalb von Tiers. Auch zu dieser Familie hat Antonio bis heute eine freundschaftliche Beziehung. Nach einer Wanderung durch das Nigertal erreichte die Gruppe Welschnofen, von dort aus ging es mit dem Bus zurück ins Hotel.

Für den Bergwanderer, der im Hotel Rosengarten Quartier nimmt, gehört die Erkundung des sagenumwobenen Karersees und die Durchquerung der Felsenstadt unterhalb des Latemar-Massivs zum Pflichtprogramm. Der See mit seinen sich stets verändernden Farben, in denen sich je nach Standort das Latemar- oder Rosengartenmassiv spiegelt, der wunderbare uralte Tannen- und Fichtenwald sowie die naturbelassenen Wiesen mit den vielen Feuerlilien und dem Türkenbund bleiben unvergesslich.

In den vielen Jahren war die Kölner Hütte oft auch Ausgangspunkt für Wander- und Klettertouren. Die Hütte ist erreichbar von der Malga Frommer via Sesselbahn. Durch den wunderbaren Standort der Hütte, welche sich einerseits an die steile Coronelle-Wand schmiegt und einen Weitblick zum Latermar-Massiv über den Ritten zur Texelgruppe in die Stubaier Alpen bietet, hatten die Wanderer auf dem Weg zur Paolinahütte durchgehend einen Panoramablick. Am letzten Tag wurde Antonios heimlicher Wunsch, die Königin der Dolomiten, die Marmolada, zu besuchen in die Tat umgesetzt. Die Kletterpartie zur Punta Penia, welche 3342 Meter hoch gelegen ist, war schon mehrmals ein Höhepunkt der Dolomitentouren. Eine Stehbahn brachte die Kletterer vom Fedaiasee zum Rif. Pandei Fiaccioni, welches in den 80er Jahren noch knapp unterhalb der Gletscherzunge gelegen hat. Heute hat der Gletscher nur noch etwa 50 % der seiner ehemaligen Größe. Mit dem Hüttenwirt konnte sich über die ersten Gletscherüberquerungenunterhalten werden. Auch in dieser Hütte fand Antonio Menschen, mit denen er seine Erinnerungen auffrischen konnte. Am letzten Abend wurden die schönen Tage bei einem typisch ladinischen Getränk noch einmal Revue passieren gelassen. Nach einem herzlichen Abschied von der Besitzerfamilie des Hotels war die Heimreise angesagt. All die Erlebnisse der Woche im Rosengarten blieben auch auf der Zugfahrt nach Hause in Erinnerung.

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