Nahrung für den seltenen Segelfalter mit einer „essbaren“ Baum- Patenschaft
Eine Win - Win - Aktion im „Naturschutzgarten Niederwerth“
Niederwerth. Der wunderschöne Segelfalter hat hier im warmen Mittelrheintal eines seiner wenigen deutschen Vorkommen. Nach der Roten Liste ist er dennoch hier so selten, dass man ihn auch in Rheinland- Pfalz als „vom Aussterben bedroht“ einstufen musste.
Im Naturschutzgarten Niederwerth legt er, schon das 5. Jahr in Folge, seine Eier an die Blätter von Pfirsich- und Pflaumenbäumen ab. Das ist natürlich Anlass genug, ihm wenigstens hier in Niederwerth weiterhin einen bestmöglichen Schutz zu gewähren und meine zur Verfügung stehenden Möglichkeiten dazu immer weiter zu optimieren und auszudehnen.
„Zum Ende des Jahres habe ich noch acht neue Bäume für den Naturschutzgarten kaufen können, weil ich nur so wirklich sicher ausschließen kann, das sich in der kommenden Saison keine gefährlichen Pestizidrückstände (aus der Zeit der Jungbaum-Kultur) mehr an den Bäumen befinden“. Die Raupen fressen ja ausschließlich Blätter, für die schmackhaften Früchte interessieren sie sich nicht. „Weil ich als Inhaber des Gartens aber zukünftig unmöglich alleine so viele Pfirsiche verwerten kann, habe ich deshalb die Idee einer „essbaren Patenschaft für den Segelfalter“ gestartet, die sich gerade erst geboren, schon zu einer echten Win-Win-Geschichte entwickelt“. Noch bevor ich die Aktion öffentlich bekannt machen konnte, waren die Patenbäume sogar schon alle vergriffen. „10 Euro jährlich für einen guten Zweck und dafür noch 10 Prozent der jeweiligen Ernte zu erhalten – da sagt wohl keiner Nein.“
Deshalb werde ich jetzt auch bereits gepflanzte Pfirsiche und Pflaumen als Patenbäume zu angepassten Konditionen anbieten, um so weiteren Nachfragen gerecht zu werden. Ganz aktuell ist das sicher auch eine prima Geschenk- Idee.
Es sind ja auch nicht „meine“ Schmetterlinge, sie gehören sich selbst und wenn überhaupt dann immer allen Menschen. „Und genau „diesen Zusammenhang von allem mit allem“ können sie uns lehren und die Übernahme einer Patenschaft ist ein genialer Weg, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen, um wenigstens lokal das Überleben dieses seltenen Schmetterlings zu sichern.“ Wer Interesse hat, eine Patenschaft für einen bereits gepflanzten Baum im Naturschutzgarten zu übernehmen, kann sich mit einer Mail an stefan.krumme@freenet.de wenden.
Anfang Mai des kommenden Jahres verwandeln sich die, jetzt noch in Winterruhe verharrenden, Puppen selbst zu „richtigen“ Segelfaltern. Einem solch bewegenden Schöpfungsakt beiwohnen zu dürfen, wird für kleine und große Menschen zu einer unvergesslichen Sternstunde werden. „Die Schmetterlings-Baumpaten-Community darf sich jetzt schon auf solche spannende Momente freuen, denn sie bekommen genau dann eine Einladung zu einer Segelfalter-Führung, sozusagen, als ein extra Sahnehäubchen obendrauf.“
Zum Schluss darf ich dem Schmetterling aber selbst noch danken: Seine Raupen haben mir so ganz einfach gelehrt, wie wunderbar vollkommen doch unsere Schöpfung ist und … das da „ein Plan dahinter steckt, auch wenn die Neunmalklugen ihn nicht sehen“ (frei nach Mascha Kaleko).
Stefan Krumme
Der Segelfalter heftet seine Eier einzeln an die Blätter. Foto: Stefan Krumme
Der öffentlichen Bekanntgabe zuvorgekommen: Thomas Hildner, Niederwerth, Mitglied der Grünen-Fraktion und Ruth Jansen, Bendorf „sichern“ schon mal „ihre“ Pfirsichbäume. Foto: Annemarie Seidel
Ein makelloser, frisch geschlüpfter Segelfalter unmittelbar vor seinem ersten Flug in sein „neues“ Leben. Als fertiger Schmetterling ernährt er sich gerne auch vom Nektar des Schmetterlingsflieders, der im „Naturschutzgarten Niederwerth“ ebenfalls extra angepflanzt wurde. Foto: Stefan Krumme
