Allgemeine Berichte | 23.11.2018

Die Holocaustüberlebende Henriette Kretz besuchte die Verbandsgemeinde Pellenz

„Eine beeindruckende Persönlichkeit“

Der Empfang von Henriette Kretz mit Bürgermeister Klaus Bell. Privat

Pellenz. Henriette Kretz hat eine beeindruckende und zugleich bewegende Lebensgeschichte zu erzählen. In ihrer Kindheit erlebte und überlebte die heute 84-jährige den Holocaust. Als eine der letzten Zeitzeugen schildert sie im Rahmen von Vorträgen insbesondere jungen Menschen ihre Erlebnisse.

Im Oktober war Henriette Kretz in der Verbandsgemeinde Pellenz zu Gast – zu einem zweistündigen Vortrag an der Integrierten Gesamtschule in Plaidt sowie zu einem Empfang im Ratssaal der Verbandsgemeinde.

Als Kind einer jüdischen Familie wurde Henriette Kretz 1934 in Polen geboren. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs endete ihre bis zu diesem Zeitpunkt glückliche und unbeschwerte Kindheit. Nach der Flucht in die heutige Ukraine wurde die jüdische Familie 1941 auch dort vom Krieg und vom nationalsozialistischen Terror eingeholt. 1944 musste Henriette Kretz erleben, wie ihre Eltern von der SS erschossen wurden, während sie im letzten Moment fliehen konnte. „Und dann wusste ich, dass ich keine Eltern mehr habe“, schildert sie ihr Empfinden, als sie die tödlichen Schüsse hörte. Versteckt in einem Nonnenkloster überlebte Henriette Kretz den Holocaust.

Im Rahmen des Vortrags an der Integrierten Gesamtschule Pellenz lauschten rund 150 Schülerinnen und Schüler der zehnten Klassenstufe sowie der Leistungskurse Geschichte aufmerksam und interessiert, aber auch betroffen der Lebensgeschichte der Zeitzeugin. Wenn Henriette Kretz – die im belgischen Antwerpen lebt – von den Erlebnissen in ihrer Kindheit spricht, schwingt im Übrigen keine Verbitterung mit. Ihre Vorträge sollen dazu beitragen, die Erinnerung an die Verbrechen des Holocaust lebendig zu halten und junge Menschen ermutigen, sich dafür einzusetzen, dass sich Geschichte nicht wiederholt.

Wichtig ist Henriette Kretz der Dialog mit ihren Zuhörern, im Rahmen der zweistündigen Veranstaltung an der Integrierten Gesamtschule stand daher ausreichend Zeit für die Beantwortung von Fragen und für das Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern zur Verfügung. Auf Einladung von Bürgermeister Klaus Bell war Henriette Kretz anschließend im Rathaus der Verbandsgemeinde Pellenz zu Gast. Im Rahmen eines Empfangs im Ratssaal würdigte Klaus Bell das Engagement der Zeitzeugin Henriette Kretz. „Durch Berichte von Zeitzeugen werden historische Ereignisse lebendig. Die Schilderungen der noch lebenden Zeitzeugen des Holocaust tragen darüber hinaus dazu bei, die Erinnerung an das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte wachzuhalten. Vor dem Hintergrund des Erstarkens rechtspopulistischer Parteien und Politiker in Europa dürfen wir dankbar sein, dass Zeitzeugen – wie Henriette Kretz – insbesondere jungen Menschen ihre Erlebnisse in der Zeit des Nationalsozialismus schildern. Henriette Kretz ist eine beeindruckende Persönlichkeit, für ihr wichtiges Engagement gegen das Vergessen gebührt ihr unser Dank und unsere Anerkennung“, so Klaus Bell.

Aus den Händen des Bürgermeisters konnte Henriette Kretz ein Präsent zur Erinnerung an ihren Besuch in der Verbandsgemeinde Pellenz entgegennehmen. Im Anschluss klang der Empfang im Ratssaal bei guten Gesprächen aus.

Der Empfang von Henriette Kretz mit Bürgermeister Klaus Bell. Foto: Privat

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