Allgemeine Berichte | 12.04.2016

Im Kultursalon Koblenz wurde über Wein und Kunst diskutiert

Eine besondere „Lebensdroge“

Bei der 19. Veranstaltung im Kultursalon sprachen die Talkgäste über Wein und Kunst.US

Koblenz. Menschen, die in ihrem Leben Kunst und Wein genießen, trafen sich kürzlich in Koblenzer Schloss. Im Publikum saßen Bürgermeister, Kunstsammler, Winzer, Autoren, Künstler, Köche, BUGA-Freunde und viele Interessierte. Auch das Wetter spielte bei der 19. Veranstaltung des Kultursalon Koblenz mit.

Wein und Kunst heben nicht nur Gemüter an und verbreiten gute Laune, sie sind auch gesund. Während Kunst die Sinne und den Geist anspricht, zeigt Wein seine gesunde Seite durch Phenole, die unterhalb der Fruchtschale sitzen. Phenole sind sekundäre Pflanzenstoffe, sie verbessern Blutfette, den Altersmagen, heben den Kreislauf an, besagt die Hildegard-Medizin aus Bingen. Die heutige Wissenschaft geht noch weiter: Phenole beugen Thrombose- wie Osteoporosegefahr von, senken das Herzinfarktrisiko. „Die Dosis macht’s“, meinte einst Paracelsus. Doch mehr als zwei Gläser Wein pro Tag können sich schon wieder schädlich auf den Körper auswirken, verrät Salongründerin und Alternativmedizinerin Petra Lötschert. An dem Tisch für Talkgäste hatten Platz genommen: Astrid Fries und Anna Maria Knerr, die Leiterinnen von DUCTUS, die Photographen Roman und Anna Küffner von der ART AHR, Kristina Haxel, Winzertochter und einst Lahnweinkönigin aus Obernhof, Friedrich Bastian, Opernsänger und Winzer aus Bacharach, sowie Frank Hoffbauer, Geschäftsleiter der Touristik Winningen und „5. Winninger Kunsttage“.

DUCTUS ist das Büro für Kunstveranstaltungen in Koblenz. Die beiden Direktorinnen kennen sich bereits seit zehn Jahren. Sie stellen mit DUCTUS ein Produkt vor, bei dem jeder, der sich für Kunst interessiert, willkommen ist. Sie möchten mit DUCTUS in Führung gehen, Türen öffnen für die Kunst. Sie machen Museumsführungen, eröffnen Art Slams, auch betreuen sie moderne Zielgruppen wie „Mommy meets Art“. Beide mischen den etablierten Kunstbetrieb in der Region mit ihrem Querdenken bereits auf. Bei der Frage, welchen Wein sie trinken, blieb Anna Maria Knerr bescheiden, sie hat sich vom Riesling zum Spätburgunder vorgetastet. An dem Abend hatte sie Gelegenheit, mit den Winzern und Weinkennern am Tisch weitere Türen zu öffnen.

„Weinreiches“ Ahrgebiet

Zwei Photographen haben an diesem Abend in den Kultursalon eingefunden: Anna und Roman Küffner, Mitbegründer der ART AHR Beide brennen für die Kunst. Seit 2014 geben sie für mehr als 20 regionalen Künstler sechs Wochen lang die Möglichkeit, ihre Werke in der alten Kruppverlagsdruckerei/Sinzig auszustellen. Musste man im ersten Jahr noch etwas drauflegen, ging schon 2015 die Rechnung pari/pari auf. Derzeit laufen die Bewerbungen für die Art Ahr 2016 bis Juni. „Heimat“ ist das Motto. Eine Jury aus Künstlern und Kunstkennern wählt auch in diesem Jahr nur regionale Kunstschaffende aus. Auch das kann sich ändern.

Als Experten für Essen und Rotwein hatten sie den Winzersohn Louis Cossmann mitgebracht. Die Ahr gilt als größtes geschlossenes Rotweingebiet. Deutschlands. Louis Cossmann wies auf die weltälteste Winzergenossenschaft Mayschoß hin. Vor dem Ersten Weltkrieg war Deutschland als Trüffelexportland bekannt. Lötschert erzählte daraufhin die Geschichte von Trüffelgastronom Jean Marie Dumaine und seinem Hund Max, der aus dem Sinziger Tierheim stammt und selbst Trüffelschweine in Frankreich gekonnt die Schau stiehlt. Am Gesprächstisch entstand für Roman und Anna Küffner der Impuls, vielleicht sogar eine „Nacht der Ahr-Museen“ im Zeitraum der ART AHR anzustreben, um einen noch größeren Verbund der Kunstschaffenden zu gewinnen.

Kristina Haxel, Tochter der Lahnwinzerfamilie Haxel, ist eine sinnvolle Repräsentantin für das idyllische Obernhof. Weinköniginnen erscheinen nicht mehr in Dirndl, sondern heutzutage im Businesskostüm, meist sind sie vom Fach, entstammen einer Winzerfamilie. Eine Weinkönigin muss klug sein, Konversation beherrschen, auch Fremdsprachen. „Und: Sie sollte Weinproben durchführen können“, berichtet Kristina Haxel. Die vier übrig gebliebenen Lahnwinzer bieten nur noch kleine Weinbestände. Alle Rebsorten sind handgepflückt - vom Riesling, Rotwein bis hin zu Rose und Sekt. Holzfassgärung wird bevorzugt. Das Publikum erfährt einiges über Weinherstellung. Im Supermarkt findet man diese Weinraritäten nicht - nur vor Ort in den Winzerweinstuben.

Begleitet wurde Kristina Haxel von Bürgermeister Metz und seiner Frau. . Das malerische Obernhof an der Lahn, in die vor Ort der Gelbach mündet, liegt am Fuß des Goetheberges unterhalb des Kloster Arnstein. Die Obernhofer feiern in diesem Jahr ihren 750. Geburtstag. Kristina Haxel empfahl dem Publikum das Weinbergfest am 12. Juni – ein Mix aus Wein, wandern, kulinarischen Happen und Kunst, die allmonatlichen Obernhofer Vollmondnächte, den Arnsteiner Pilger/Klostermarkt am 13. August. Die meisten Oldtimertouren machen an diesem Ort der Romantik Halt, ob ADAC- oder Gentlemen Driver-Rallye.

Friedrich Bastian ist Opernsänger und Winzer in persona. Seit acht Generationen baut die Winzerfamilie ihre Weine nicht nur in den Steillagen des mittleren Welterbetals an. Der Bacharacher Werth ist seit Jahrhunderten in Familienbesitz. Hier wächst auf zwei Hektar ein Inselriesling von besonderer Säure heran. Auch bei Trüffel- und Weinwahl kennt sich Friedrich Bastian gut aus. Als reif für die Insel eigenen sich überschauliche Gästezahlen. Eine Fähre bringt die Besucher dorthin. Vom Inselpicknick über Weinproben bis zum Insel-Dinner reicht das sensorische Angebot. Bastian ist ausgebildeter Opernsänger. Mit seiner Mit Baritonstimme begleitet er Klavierstücke, um anschließend seine Gäste wieder kulinarisch zu verwöhnen. Wim Wenders hat hier Filme gedreht. Friedrich Bastian ist ein Winzer der Mittelhrein-Momente/mittelrhein-wein.com, ein Winzerzusammenschluss, der von Bingen bis Leutesdorf reicht. Der Setra 8, ein Oldtimerbus von 1953, fährt in diesem Jahr viermal die schönsten kulinarisch-vinologischen Orte des Welterbetals an. Los geht es damit bei den „Mittelrhein-Momenten“ am 7. Mai. Bastians Ausschank „Zum Grünen Baum“ in Bacharach ist eine Anlaufstelle davon.

Wein und Wert

Auch dieser Mann brennt für Kunst und Wein: Frank Hoffbauer ist der Macher der „Winninger Kunsttage“. Mit elf Künstlern treten die „5. Winninger Kunsttage“ 2016 an, darunter bekannte Größen wie Werner Bitzigeio, Timmann Zahn aus der Schweiz und die Neuentdeckung Tchun Mo Nam aus Korea. Frank Hoffbauer weiß, wie er seinen Heimatort Winningen darzustellen hat. Er ist der Geschäftsführer der Touristik vor Ort und bringt alles auf den Punkt. Auch diesmal haben wieder neben Rathaus und Kirche die Winzer ihre Tore für das Kunstpublikum geöffnet: die Weingüter Knebel und Heymann Löwenstein. Die „5. Winninger Kunsttage“ sind in gute Tücher gewickelt. Frank Hoffbauer präsentiert einen Katalog, eine Einladung und einen Klappfolder mit Orts/Ausstellungskarte. Alles für den 6. Mai.

Künstler lieben die Steillagen der Mosel. Thomas Röthel hat eines seiner Objekte gleich in den Weinbergen stehen lassen. Hoffbauer erzählte eine spannende Geschichte dazu. Auch die anderen Moselfeste lässt er dabei nicht aus den Augen und weist auf das älteste Moselfest am 26. August hin, dass in Winningen seine Heimat hat.

Auf Auktionen bewegt man sich auf einem anderen Boden, sie stehen nicht für das normale Tagesgeschäft. Wein-Auktionen erwirtschaften weltweit über eine Milliarde Euro und sind damit ein Wirtschaftsfaktor für sich. Der normale Weintrinker will genießen, weniger auf lange Bank Wein in Flachen anlegen. Winzer müssen überleben können. Die Zahl der Vollerwerbswinzer geht zurück. Um Steilhänge zu pflegen, braucht es Personal. Die Zeiten sind vorbei, dass einst Moselstädte reiche Städte waren. Das Ausland entdeckt seine eigenen Weine, den Weinbau. Supermarktketten drücken massiv die Weinpreise, mancher heimische wie ausländische Winzer geht daran kaputt. Wein ist und bleibt ein Kulturgut und wenn man ihn genießen und diese Kultur erhalten möchte, muss man dem Winzer vor Ort auch seine Ausschank- bzw. Flaschenpreise abnehmen. Das sollte ein solcher Tropfen aus erster Hand wert sein.

Nach der „Sommerpause“ geht es am 22. September weiter

Der Kultursalon Koblenz geht erst einmal in die Ferien. Dennoch werden die Themen in dieser Zeit für das kommende 2017 kreiert. Am 22. September geht es im Schloss dann wieder richtig los. Diesmal ist höhere Ordnung angesagt - Klöster, Orden und andere Wohltäter der Region sind zum Gespräch geladen. Ab 17.30 Uhr dreht es sich um Sinn und Zerfall von Traditionen und Werten in der Gesellschaft und ihren Gruppierungen und wo der einzelne dabei abzuholen ist. Alle Koblenzer und Gäste der Region sind zu einem spannenden Diskurs eingeladen. Eintritt frei. Weitere Informationen unter www.kultursalonkoblenz.de.

Teilten ihre Erfahrungen (v.l.): Roman Küffner, Astrid Fries, Petra Lötschert (Moderation), Frank Hoffbauer, Friedrich Bastian, Kristina Haxel, Anna Mari, Knerr.

Teilten ihre Erfahrungen (v.l.): Roman Küffner, Astrid Fries, Petra Lötschert (Moderation), Frank Hoffbauer, Friedrich Bastian, Kristina Haxel, Anna Mari, Knerr.

Bei der 19. Veranstaltung im Kultursalon sprachen die Talkgäste über Wein und Kunst.Fotos: US

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