Allgemeine Berichte | 19.12.2025, 09:34 Uhr

Die Künstlerin Rosemarie Bassi starb 84-jährig am Donnerstag, 11. Dezember 2025

Eine prägende Stimme der Kunst am Rhein

Ein Leben lang stand für Rosemarie Bassi die Kunst im Mittelpunkt. Foto: HG
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Sinzig/Remagen. Rosemarie Bassi ist tot. Sie starb 84-jährig am Donnerstag, 11. Dezember, in der Uniklinik Bonn.

Mit Rosemarie Bassi verliert die Region zwischen Remagen, Rolandseck, Sinzig und Bonn eine der prägendsten Persönlichkeiten ihres kulturellen Lebens. Über Jahrzehnte hinweg hat sie als Galeristin, Förderin und Vermittlerin die zeitgenössische Kunst am Mittelrhein entscheidend mitgestaltet.

Sie wohnte zuletzt in Sinzig, ihre Wirkungsstätte jedoch war die Galerie im Zentrum Remagens, die sie 2010 in der Marktstraße eröffnete und wo sie im Schwerpunkt Malerei, aber auch Skulptur ausstellte. Rosemarie Bassi wollte Kunst nie bloß präsentieren, sondern Beziehungen zwischen Künstlern, Werken und Publikum herstellen. Ihre Galerie war Begegnungsraum, Gesprächsort und kultureller Fixpunkt – regional verwurzelt und international ausgerichtet.

Geboren 1941 im österreichischen Persenbeug, studierte sie früh an der Akademie der Bildenden Künste Wien und wurde Meisterschülerin von Albert Paris Gütersloh. Studienjahre in Perugia, Ausstellungen in Rom und Aufenthalte in Hongkong prägten ihren kosmopolitischen Blick. Erst Ende der 1970er Jahre kehrte sie endgültig in die Kunst zurück – nun als Galeristin.

Galerien in Remagen

1979 begann sie im Rolandshof in Rolandseck, zeigte früh bedeutende Positionen wie etwa als erste deutsche Galerie Mary Bauermeister, nach deren Rückkehr aus Amerika. 1990 erwarb sie die Villa Rolandseck, wo sie ihre Galerie mit Rahmenatelier und Europäisches Kulturzentrum etablierte.

In der Folge präsentierte sie nationale und internationale Künstler, auch in anderen deutschen Städten. Vernissagen waren gefeierte Events. Einen Höhepunkt markierte 1996 in der Galerie die dreitägige „Geburtsstunde“ eines Zentrums für Phantastische Künste mit Ernst Fuchs und Phantastischen Künstlern aller Gattungen.

Es folgten Stationen in Bad Breisig und schließlich Remagen. Rosemarie Bassi war ein Ausbund an Energie, Disziplin und Tatkraft. Sie vereinte Glamour und Nahbarkeit auf sich, Bestimmtheit und Herzlichkeit.

Mit Leichtigkeit entwickelte sie neue Formate, gab neuen Ideen Raum. Hunderten europäischen Künstlern gab sie ein Podium, den „Phantastischen Realisten“, wie Ernst Fuchs und Arik Brauer, ebenso wie Vertretern Konkreter, abstrakter und naturnaher Kunst, vielen Österreichern und Italienern, unlängst auch Künstlern der Leipziger Schule wie Sighard Gille und Albrecht Gehse. Besonders am Herzen lag ihr die Förderung unbekannter und junger Künstler. Francesco Marchetti („Skizzo“) entdeckte sie 2002 und begleitete seinen Weg mit großer Loyalität. Selbst in schwerer Krankheit hielt sie an Ausstellungsprojekten fest. „Trotz allem – es geht weiter“, schrieb sie ihren Freunden der Galerie.

Nach fünf Monaten Klinikaufenthalten mit nur kurzen Unterbrechungen äußerte sie im November im Interview mit der Artikelverfasserin, sie befürchte, „meine Visionen und Träume nicht mehr zu verwirklichen“. Dennoch hat sie gekämpft und bis zuletzt zukünftige Ausstellungen geplant.

Für ihr Wirken auf dem Gebiet der Kunst und Kultur erhielt die Galeristin das Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland und das Silberne Ehrenzeichen der Republik Österreich. Die FAZ nannte sie die „Grande Dame der rheinland-pfälzischen Kulturszene“.

Rosemarie Bassi war zudem Mitglied des internationalen Lions Club und Gründungspräsidentin des Lions Club Remagen. Sie war gleichfalls langjährige Vorsitzende des Vereins „Lebendiger Marktplatz Remagen“ (LMR) e.V., den sie mitbegründete, um das Remagener Stadtleben mit vielfältigen Veranstaltungen zu bereichern.

Mit Rosemarie Bassi verliert die Region eine leidenschaftliche Anwältin der Kunst. Ihre Ausstellungen, ihre Gespräche und ihr Engagement bleiben Teil des kulturellen Gedächtnisses am Rhein. HG

Ein Leben lang stand für Rosemarie Bassi die Kunst im Mittelpunkt. Foto: HG

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