Allgemeine Berichte | 16.02.2024, 14:07 Uhr

Skinke im Zoo Neuwied

Eine schrecklich glatte Familie

Gut erkennbar: ein Blauzungenskink. Fotos: Thorben Maur
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Neuwied. Wer an Echsen denkt, dem fallen vermutlich Leguane und Warane ein; Familien, in denen es große, beeindruckende Arten gibt. Auch Geckos, die Zootiere des Jahres 2024, sind den meisten ein Begriff, ebenso wie Eidechsen, von denen auch einige wenige Arten in Deutschland heimisch sind. Aber Skinke? „Von Skinken haben viele Menschen noch nie etwas gehört, dabei bilden sie mit über 1700 Arten die größte Familie unter den Echsen“, weiß Thorben Maur. Als Revierleiter des Neuwieder Exotariums kennt er sich aus mit Reptilien und pflegt gleich mehrere Arten Skinke.

„Vielleicht sind Skinke deshalb vergleichsweise unbekannt, weil es unter ihnen kaum Vertreter gibt, die größer als 35cm werden, und weil sie eine eher zurückgezogene Lebensweise führen“, vermutet der Tierpfleger. Der bekannteste Vertreter unter den Skinken ist wohl der australische Blauzungenskink, der ein beliebtes Terrarientier ist und mit bis zu 55cm Gesamtlänge zu den größten Skinken zählt. Noch größer wird der auch als Wickelskink bekannte Salomonen-Riesenskink, der ebenso wie der Blauzungenskink im Obergeschoss des Exotariums zu finden ist. Bei beiden Arten kann man gut erkennen, warum die Skinke auch „Glattechsen“ genannt werden: Ihre Schuppen sind sehr glatt und glänzend. „Zumindest bei den allermeisten“, grinst Thorben Maur, „bei den Stachelskinken, die das Terrarium mit den Trauerwaranen teilen, werden die Stacheln zum Schwanz hin zunehmend spitz. Das hilft ihnen dabei, sich in Felsspalten zu verkeilen.“

Neben den ungewöhnlich großen und dem stachelig beschuppten Vertreter gibt es aber auch ganz typische kleine, gänzlich glatte Skinke im Zoo Neuwied: „Im Untergeschoss lebt eine große Gruppe asiatischer Vielstreifenskinke, die mit ihrem glänzenden Schuppenkleid, den kurzen Gliedmaßen und dem walzenförmigen Körper mit kaum abgesetztem Kopf ganz typische Vertreter der Glattechsen sind“, sagt Maur, und ergänzt: „Und auch die versteckte Lebensweise ist typisch Skink, denn obwohl wir 15 Tiere in dem Terrarium halten muss man schon genauer hinsehen, um welche zu entdecken“. Einfacher ist es im Terrarium schräg gegenüber, wo drei farbenfroh gestreifte Berberskinke friedlich mit einer Gruppe Ägyptischer Landschildkröten zusammenleben. „Die sind sehr gut zu sehen und liegen bevorzugt zusammen mit den Hardunen, einer stachelhäutigen Agamen-Art, unter der Wärmelampe.“

Eine besondere Eigenart, die viele Skinke haben, hofft der Revierleiter demnächst noch zu erleben: „Viele Skinke sind lebendgebärend, was bei Reptilien eine Seltenheit ist. Noch seltener ist, dass sich Reptilien aktiv um ihren Nachwuchs kümmern, also Brutpflege betreiben. Genau das tun die Salomonen-Riesenskinke, weshalb ich bei dieser Art ganz besonders auf einen Zuchterfolg hoffe“, verrät der Tierpfleger. Aber auch, wenn der Nachwuchs noch etwas auf sich warten lässt, werden demnächst kleine Skinke in dem Terrarium zu sehen sein: „Die bis zu 20 cm langen Smaragdskinke werden demnächst mit bei den Salomonen-Riesenskinken einziehen“, berichtet Maur stolz. „Dann haben wir insgesamt 6 Arten Skinke im Exotarium.“

Pressemitteilung des

Zoo Neuwied

Ein Vielstreifenskink.

Ein Vielstreifenskink.

Gut erkennbar: ein Blauzungenskink. Fotos: Thorben Maur

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