Beim dreitägigen Fest in Giershofen wurde statt mit Wertbons mit Knöpfen bezahlt
Eine tolle „Knöppches-Kirmes“
32 Meter langer Kirmesbaum war widerspenstig, wurde aber letztlich erfolgreich aufgerichtet
Dierdorf-Giershofen. Der Kirmesbaum in Dierdorf-Giershofen wollte einfach nicht in die Senkrechte. Kein Wunder, lag er doch schon seit etwa Mitte Juli waagerecht im Wald, um zu trocknen.
Aber zwei Tage vor der Giershofener Kirmes wurde der 32 Meter lange Stamm aus dem Wald geholt, ihm eine Spitze aufgepflanzt, die dann im Dorf von Mitgliedern der Kirmesgesellschaft geschmückt wurde.
Apropos geschmückt: Zur Kirmes hängen in fast allen Giershofener Straßen kleine bunte Fähnchen, damit das Dorf ein festliches Outfit hat. Verantwortlich dafür ist die Kirmesgesellschaft 1881 Giershofen mit etwa 50 Mitgliedern um Vorsitzende Nadine Kambeck.
Bei diesem Verein ist sein Name Programm, denn die Mitglieder gestalten die „Schower“ Kirmes und führen sie durch. Aufstellen des Baums war Auftakt, zu dem Frauen der Gesellschaft im eigenen geschmückten Kirmesanhänger fuhren.
Mit den Gabeln einer Baumaschine und einem Stahlseil, das mit einer riesigen Ratsche per Muskelkraft gespannt wird, sollte der Kirmesbaum aufgerichtet werden. Als sich die Seilbefestigung am Baum löste, wurde der große Gabeltraktor eines Landwirts geholt, das Stahlseil erneut festgemacht und mit den beiden Maschinen konnte dann der Kirmesbaum aufgerichtet werden.
Klar, dass dieses Ereignis einen Umtrunk wert war, der dann abends in eine Party im Gemeinschaftshaus mit einem DJ mündete. „Eine Woche haben wir gebraucht zum Schmücken der Halle und der Kirmesvorbereitung“, sagte Nadine Kambeck.
Am nächsten Morgen gab es einen Frühschoppen, später dann Kaffee und Kuchen und am frühen Abend startete die große Tombola: „Die dauert immer zwei Stunden, da wir jedes Los einzeln ziehen. Erster Preis ist ein Fernseher, zweiter Preis ein Meter geschnittenes Holz mit Anlieferung und dritter Preis der Gutschein eines Dierdorfer Fitnessstudios“, erläuterte die Vorsitzende.
Am letzten Kirmestag war wieder Frühschoppen und Eiersammeln angesagt. Die Eier wurden als zubereitete Speisen mittags gratis zum Verzehr angeboten. Zum Kirmesausklang schenkten Mitglieder der Gesellschaft abends im Gemeinschaftshaus Freibier aus.
Natürlich war nicht alles gratis bei der tollen „Schower“ Kirmes, bezahlt wurde mit speziellen Knöpfen, die an der Kasse gekauft werden konnten. „Vor Jahren wollten wir uns von anderen Festen mit Wertbons absetzen und führten daher die sogenannte Knöppches-Kirmes ein“, erklärte die Vorsitzende abschließend. HEP
Vereinsvorsitzende Nadine Kambeck links beobachtet mit weiteren Giershofenern das Aufstellen des Kirmesbaums.
Das Stahlseil musste am Kirmesbaum neu befestigt werden.
Mit Gabeltraktor und Stahlseil konnte der 32 Meter lange Giershofener Kirmesbaum aufgerichtet werden.
