Förderkreis Obere Burg lud zum Kabarettabend nach Rheinbreitbach ein
Eine überaus satirische Europareise
Mike MCAlpine und Aydin Isik bedienten mit ihrem „Nord-Süd-Gefälle“ alle nur möglichen Klischees und Vorurteile
Rheinbreitbach. Die Teilnahme an einer überaus satirischen Europareise mit „Nord-Süd-Gefälle“ hat die „Kabarett-Beauftragte“ des Förderkreises Obere Burg, Hildegard Zimmermann, den treuen Freunden ihres Rheinbreitbacher Vereins gesichert. „Reiseleiter“ waren, um alle Vorurteile und Klischees zu bedienen, „very british“ der korrekt gekleidete, zurückhaltend höfliche, überaus distinguierte Nordeuropäer Mike MCAlpine und der leger gekleidete, vor vorwitzigem Tatdrang sprühende, natürlich etwas unzuverlässige Südländer Aydin Isik.
„Man zieht sich bei solchen Anlässen zivilisiert-ordentlich an“, kritisierte der Engländer in Frack mit Fliege den hemdsärmeligen Türken in Jeans und Weste. „Schließlich bist du in Europa“, so sein Rüffel, den Aydin konterte: „Und Ihr seid glücklich, dass Ihr raus dürft!“ Während sich doch „sein“ Land seit Jahren den Allerwertesten aufreißt, um der EU beitreten zu dürfen. Dagegen würden die Briten seit Jahren nur Probleme machen und sogar auf der falschen Straßenseite fahren. Und schon schickt Aydin seinen Kollegen in das große, ach so laute Istanbul, wo Mike auf dem Taxsim-Platz feuchte Augen bekommt. „Nicht vor Rührung, wegen Tränengas“ konstatiert der gebürtige Türke ironisch auf das Vorgehen der Polizei gegen Erdogan-Protestanten anspielend. Hungrig sucht der Brite nach „fish and chips“, anstatt landesübliche Speisen auszuprobieren. „Und warum esst Ihr in Deutschland immer weiter Döner?“, so die ironische Frage von Mike, der in dem „rückständigen“ Land am Bosporus nach Kamelen Ausschau hält. .
„Wir sind von Jahr zu Jahr moderner geworden - bis Erdogan kam. Bei uns dürfen Frauen seit 1934 wählen, in der Schweiz erst seit 1971“, so Aydin. Seit 1959 würde sich die Türkei vergeblich, im Gegensatz zu Rumänien und Bulgarien, um den EU-Beitritt bewerben, schmollt der in seinem Stolz verletzte Südländer. „Wir hätten nichts dagegen, dass Ihr reinkommt, wenn Ihr nur bleibt, wo Ihr seid“, witzelt der Brite. Wenn sich die Türken nicht daran hielten, würde Merkel mit Kopftuch vielleicht das Frisurproblem lösen, sinniert sein Partner, der nun seinerseits in London auf Entdeckungsreise geht. „Derselbe Duft wie in Istanbul – Abgase. Aber Türken haben mehr Stoff auf dem Kopf als Eure Frauen am ganzen Körper“, wundert er sich. Früher sei im Empire die Sonne nicht untergegangen, jetzt mache man sich auf der Insel Sorgen wegen der Blähungen des jungen Prinzen George. „Was habt Ihr der Nachwelt schon groß gegeben?“, versetzt Aydin dem Briten einen Schock, bis diesem Shakespeare einfällt. Hamlet, ein Jammerlappen, Othello, ein eifersüchtiger Winseler und Romeo, kein feuriger Italiener, sondern eben ein blutleerer Engländer, der seitenlang redet, ohne zur Sache zu kommen, urteilt der Südländer über die Helden des Dichters. Und schon spielen die beiden die berühmte „Balkonszene“ nach, in der Aydin zunächst die Rolle von Julia übernimmt, die gelangweilt die romantische Liebeserklärung Romeos über sich ergehen lässt. Dann zeigt er Mike, wie diese Szene einem feurigen Italiener aus der Feder geflossen wäre, der ja „bekanntlich“ nur eins im Sinn hat. „Der Italiener ist laut und isst laut“, mault der Brite. Er sei Politiker oder Mafioso, wenn nicht beides zusammen. Er liebe das Abenteuer so sehr, dass er Kreuzfahrtschiffe so nah an Inseln fährt,
nur um sich von dort eine Pizza bestellen zu können. „Aber der Italiener macht hervorragenden Rotwein“, gibt der Südländer zu bedenken. Das, so das abschätzige Urteil des Engländers, könne ja sogar der Franzose. Dafür habe der Italiener wie alle Südländer Musik im Blut. „Immer wenn Ihr nicht weiter wisst, kommt Tanzen“, mault Mike, muss sich aber postwendend anhören: „Ihr habt die Musik ja im Bierglas und meint bei einer volltrunkenen Polonaise, Ihr würdet tanzen“! Das lässt sich der Engländer nicht unterstellen und fordert den Türken zum Disco-Wetttanzen heraus, bevor die beiden sich und dem restlos begeisterten Publikum eine wohlverdiente Pause gönnen, nach der sich das Multi-Kulti-Duo weiter politisch völlig unkorrekt mit gängigen Vorurteilen, Klischees und Mentalitätsunterschieden gnadenlos bombardierte.
DL
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