Allgemeine Berichte | 08.02.2017

Förderkreis Obere Burg lud zum Kabarettabend nach Rheinbreitbach ein

Eine überaus satirische Europareise

Mike MCAlpine und Aydin Isik bedienten mit ihrem „Nord-Süd-Gefälle“ alle nur möglichen Klischees und Vorurteile

Noch prallen die England-Klischees des Südländers an dem selbstbewussten Briten ohne Wirkung ab.DL

Rheinbreitbach. Die Teilnahme an einer überaus satirischen Europareise mit „Nord-Süd-Gefälle“ hat die „Kabarett-Beauftragte“ des Förderkreises Obere Burg, Hildegard Zimmermann, den treuen Freunden ihres Rheinbreitbacher Vereins gesichert. „Reiseleiter“ waren, um alle Vorurteile und Klischees zu bedienen, „very british“ der korrekt gekleidete, zurückhaltend höfliche, überaus distinguierte Nordeuropäer Mike MCAlpine und der leger gekleidete, vor vorwitzigem Tatdrang sprühende, natürlich etwas unzuverlässige Südländer Aydin Isik.

„Man zieht sich bei solchen Anlässen zivilisiert-ordentlich an“, kritisierte der Engländer in Frack mit Fliege den hemdsärmeligen Türken in Jeans und Weste. „Schließlich bist du in Europa“, so sein Rüffel, den Aydin konterte: „Und Ihr seid glücklich, dass Ihr raus dürft!“ Während sich doch „sein“ Land seit Jahren den Allerwertesten aufreißt, um der EU beitreten zu dürfen. Dagegen würden die Briten seit Jahren nur Probleme machen und sogar auf der falschen Straßenseite fahren. Und schon schickt Aydin seinen Kollegen in das große, ach so laute Istanbul, wo Mike auf dem Taxsim-Platz feuchte Augen bekommt. „Nicht vor Rührung, wegen Tränengas“ konstatiert der gebürtige Türke ironisch auf das Vorgehen der Polizei gegen Erdogan-Protestanten anspielend. Hungrig sucht der Brite nach „fish and chips“, anstatt landesübliche Speisen auszuprobieren. „Und warum esst Ihr in Deutschland immer weiter Döner?“, so die ironische Frage von Mike, der in dem „rückständigen“ Land am Bosporus nach Kamelen Ausschau hält. .

„Wir sind von Jahr zu Jahr moderner geworden - bis Erdogan kam. Bei uns dürfen Frauen seit 1934 wählen, in der Schweiz erst seit 1971“, so Aydin. Seit 1959 würde sich die Türkei vergeblich, im Gegensatz zu Rumänien und Bulgarien, um den EU-Beitritt bewerben, schmollt der in seinem Stolz verletzte Südländer. „Wir hätten nichts dagegen, dass Ihr reinkommt, wenn Ihr nur bleibt, wo Ihr seid“, witzelt der Brite. Wenn sich die Türken nicht daran hielten, würde Merkel mit Kopftuch vielleicht das Frisurproblem lösen, sinniert sein Partner, der nun seinerseits in London auf Entdeckungsreise geht. „Derselbe Duft wie in Istanbul – Abgase. Aber Türken haben mehr Stoff auf dem Kopf als Eure Frauen am ganzen Körper“, wundert er sich. Früher sei im Empire die Sonne nicht untergegangen, jetzt mache man sich auf der Insel Sorgen wegen der Blähungen des jungen Prinzen George. „Was habt Ihr der Nachwelt schon groß gegeben?“, versetzt Aydin dem Briten einen Schock, bis diesem Shakespeare einfällt. Hamlet, ein Jammerlappen, Othello, ein eifersüchtiger Winseler und Romeo, kein feuriger Italiener, sondern eben ein blutleerer Engländer, der seitenlang redet, ohne zur Sache zu kommen, urteilt der Südländer über die Helden des Dichters. Und schon spielen die beiden die berühmte „Balkonszene“ nach, in der Aydin zunächst die Rolle von Julia übernimmt, die gelangweilt die romantische Liebeserklärung Romeos über sich ergehen lässt. Dann zeigt er Mike, wie diese Szene einem feurigen Italiener aus der Feder geflossen wäre, der ja „bekanntlich“ nur eins im Sinn hat. „Der Italiener ist laut und isst laut“, mault der Brite. Er sei Politiker oder Mafioso, wenn nicht beides zusammen. Er liebe das Abenteuer so sehr, dass er Kreuzfahrtschiffe so nah an Inseln fährt,

nur um sich von dort eine Pizza bestellen zu können. „Aber der Italiener macht hervorragenden Rotwein“, gibt der Südländer zu bedenken. Das, so das abschätzige Urteil des Engländers, könne ja sogar der Franzose. Dafür habe der Italiener wie alle Südländer Musik im Blut. „Immer wenn Ihr nicht weiter wisst, kommt Tanzen“, mault Mike, muss sich aber postwendend anhören: „Ihr habt die Musik ja im Bierglas und meint bei einer volltrunkenen Polonaise, Ihr würdet tanzen“! Das lässt sich der Engländer nicht unterstellen und fordert den Türken zum Disco-Wetttanzen heraus, bevor die beiden sich und dem restlos begeisterten Publikum eine wohlverdiente Pause gönnen, nach der sich das Multi-Kulti-Duo weiter politisch völlig unkorrekt mit gängigen Vorurteilen, Klischees und Mentalitätsunterschieden gnadenlos bombardierte.

DL

Noch prallen die England-Klischees des Südländers an dem selbstbewussten Briten ohne Wirkung ab.Foto: DL

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare

BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 3

  • Claus Wiest: Das Foto zeigt die Rheinfähre Linz-Remagen, aufgenommen von der Anfahrt auf der Linzer Seite mit Blick auf den Ort Kripp.
  • Bernd Kircher: Es ist der Ottenturm in der Andernacher Stadtmauer an der Verbindung zwischen Stadtgraben und Oberer Wallstraße.
  • Helma Bermel : Andernach Stadtmauer, am Stadtgraben.
  • Gabriele Schammler: Bilderrätsel Es handelt sich um einen Teil der Andernacher Stadtmauer in der Nähe der Burgruine.
  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Dauerauftrag 2025
Heizölanzeige
Stellenanzeige Auszubildung zum/zur Umwelttechnologen/in
Titelanzeige
Maibaumstellen Heimersheim
Kirmes Polch
Maifest in Dedenbach
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Empfohlene Artikel
Gerstensaft bis zum Abwinken: Im Biermuseum werden die Biermarken der Welt präsentiert. Foto: privat
16

Herzlich willkommen in Bitzen an der Sieg! Kennen Sie nicht? Macht nichts. Denn das Örtchen ist ziemlich klein und unscheinbar. Mittendrin steht ein Museum, das, an der Optik gemessen, garantiert nicht mit dem Louvre verwechselt wird. Muss es auch nicht. Denn dieses Biermuseum ist vor allem eins: kultig. Hier wird dem goldenen Gerstensaft ein echtes Denkmal gesetzt. Und zwar mit Herzblut. Verantwortlich...

Weiterlesen

Die Organisatoren und Sponsoren der diesjährigen „Nacht der Vulkane“.  Foto: AKS
22

Burgbrohl. Wo vor 13.000 Jahren Vulkane ausbrachen und mit Ascheregen und Strömen glühender Lava die Landschaft um den Laacher See für immer prägten, wird wie jedes Jahr auch 2026 gefeiert werden. Bei einer Pressekonferenz im Schloss Burgbrohl stellten die Organisatoren rund um Sarah Stein, Geschäftsführerin des Zweckverbandes „Sagenhafte Vulkanregion Laacher See“ sowie die beteiligten Orts- und Verbandsbürgermeister ein vielfältiges Programm vor.

Weiterlesen

Die Kinder empfingen die Erste Heilige Kommunion.  Foto: Dietmar Walter
64

VG Bad Hönningen. Am Sonntag, dem 19. April, empfingen 19 Kinder aus Rheinbrohl, 4 Kinder aus Leutesdorf, ein Kind aus Hammerstein und ein Kind aus Bad Hönningen in der Kirche St. Peter und Paul die Erste Heilige Kommunion.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Mara Hermes ist überzeugt von der Bedeutung des Ehrenamts.  Foto: privat
14

Besonders prägend waren für Mara die Einsätze nach der Flutkatastrophe im Ahrtal

HeimatHelden: Bad Neuenahr: Mara Hermes lebt das Ehrenamt

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Blutspenden, Karnevalsumzüge oder auch Großveranstaltungen wie Rock am Ring wären ohne sie kaum denkbar: die Ehrenamtlichen des Deutschen Roten Kreuzes. Sie engagieren sich in ihrer Freizeit, helfen Menschen in Not und leisten einen unverzichtbaren Beitrag für die Gesellschaft. In der Reihe „HeimatHelden“ stellt BLICK aktuell Menschen vor, die diesem Engagement ein Gesicht geben.

Weiterlesen

Seit Jahren ist Marvin beim DRK.  Foto: privat
12

Der junge Mann lebt das Ehrenamt an jedem Tag:

HeimatHelden: Niederzissen: Marvin Engel hat das Herz am rechten Fleck

Kreis Ahrweiler. Rund 1000 Ehrenamtliche engagieren sich im DRK-Kreisverband Ahrweiler e.V. – im Sanitätsdienst, bei Blutspenden oder als Helfer vor Ort. Sie helfen in der Not, sind für ihre Mitmenschen da und sichern den Katastrophenschutz im Kreis. Einer von ihnen ist Marvin Engel vom DRK-Ortsverein Niederzissen.

Weiterlesen

Die kleine Polly wird schmerzlich vermisst. Foto: privat
95

Rheinbrohl. Seit dem 22. April 2026 wird die junge Mischlingshündin Polly in 56598 Rheinbrohl vermisst. Die verzweifelten Besitzer wünschen sich nichts sehnlicher, als ihren geliebten Vierbeiner wieder in die Arme schließen zu können. Deshalb wenden sich die Besitzer nun an die Öffentlichkeit. Wichtig: Da Polly sehr schreckhaft ist, soll es keine große Suchaktion geben. Vielmehr wünschen sich die...

Weiterlesen

Dienstleistungen
Dauerauftrag 2026
Kirmes Polch 2026
Rund ums Haus
Schulhausmeister
Genusstage 17./18.04.
Anzeige Jaadeporz 2026
Maibaumstellen Heimersheim
Maibaumstellen Heimersheim
Maifest in Gönnersdorf
Maifest Gönnersdorf
Familienfest freiwillige Feuerwehr Ringen-Bölingen am 01.05.26
Stellenanzeige Kaufmännische/r Angestellte/r
Tank leer?
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr