Allgemeine Berichte | 22.01.2019

Närrische Corps Blau-Weiß e. V. begeisterten das Publikum mit einem tollen Programm

Eine unvergessliche Prunksitzung

Präsident Müller spendete dem Koblenzer Prinzenpaar und seinem Gefolge ein dreifaches „Kowelenz Olau“. BSB

Koblenz-Niederberg. Das Prinzenjahr 2017/18 noch im Herzen, feierte das Närrische Corps (NC) Blau-Weiß e.V. Koblenz-Niederberg in diesem Jahr wieder seine Prunksitzung im Sportpark Koblenz-Niederberg, für die das Corps keine Kosten und Mühen gescheut habe, wie NC-Vorsitzender Otto Fischer wissen ließ. Zum Einzug der Aktiven gab der Fanfarenzug Rhens unter Leitung von Robert Klein den Ton an. Danach „König“ Otto, der die zahlreichen Gäste aus dem Bereich Karneval, Wirtschaft und Politik, darunter als Landesvertreter Innenminister Roger Lewentz und Justizminister Herbert Mertin, begrüßte. Bevor es richtig losging, blickte er auf den Tag vor 22 Jahren zurück, als Präsident Bernd Müller zum NC kam. Seite an Seite haben sie seither den Karneval durchschritten. Gott Jokus habe es gut mit dem Corps gemeint, als er diesen Mann schickte, der sich als souveräner Präsident mit viel Herz entpuppte. „Menschen wie du halten den Verein zusammen und bringen den Karneval voran“, dankte Fischer seinem Freund, mit dem er nur noch bis 2021 die Vereinsspitze bilden wird. Die neuen jungen Helden des Corps sind aber schon gefunden und brachten sich bereits mit viel Geschick als Elferratsmitglieder in die Prunksitzung ein: Ex-Hofnarr Fabian Pattar, Ex-Hoffotograf Christoph Kohl und Ex-Prinz Marcel Müller werden nach dem „Umbau“ als Präsident, 1. und 2. Vorsitzender agieren. Doch an diesem Abend zeigte noch einmal der alte Hase Bernd Müller, wie man als Präsident durch das Programm führt. Mit kurzen Reimen leitete er die Darbietungen auf der Bühne ein.

Die erste Tanzeinlage präsentierte Lara Adolphs als Solomariechen. Hohes Tempo, präzise Schritte und eine enorme Beweglichkeit kennzeichneten ihren Auftritt, mit dem sie sich gleich die erste Niederberg-Rakete verdiente. Aus den vereinseigenen Reihen wurde darüber hinaus Garde- und Showtanz geboten. Die von Trainerin Julia Kohl einstudierten Tänze wirkten schwungvoll, zeigten ideenreiche Schrittfolgen und Formierungen. Insbesondere die bunten Kostüme der Showtanzgruppe mit zweilagigen Tüllröcken lieferten beim Tanz von „Willi und Biene Maja“ einen wahren Augenschmaus. Die frische Choreografie mit eingebundenem Konfettiregen kam beim Publikum sehr gut an. Für weitere Tanzdarbietungen kam Verstärkung durch Karnevalsvereine aus anderen Stadtteilen. Der Horchheimer Carneval-Verein entsandte seine Crew nach Niederberg, um dort tänzerisch den 50er und 60er-Jahren mit Rock ‚n‘ Roll und Schlagern zu huldigen. Imposante akrobatische Elemente mit fliegenden und fallenden Tänzerinnen gingen glatt als Hochleistungssport durch. Die neu und modern arrangierten Pyramiden und Formierungen befriedigten selbst anspruchsvollste Zuschauer. Auch der NCW aus Wallersheim setzte das Thema „Schlager“ mit seinem gute Laune verbreitenden herausragenden Showtanz um. Aus dem „Off“ erklang die aus der „Hitparade“ geläufige Anmoderation Dieter Thomas Hecks, bevor die Leuchtscheiben haltenden Damen auf den Schultern der Tänzer zur Bühne getragen wurden. Die Scheiben als Symbol für die Ohrwurm-Hits jener Zeit, zu denen schwungvoller Tanz und akrobatische Elemente miteinander verschmolzen. Trainerin Petra Knopp, die ihrer Truppe mit dieser Einstudierung viel Kondition und perfekte Körperbeherrschung abverlangt, konnte stolz auf das Ergebnis sein. Die Gülser Seemöwen tanzten sich auf der Milchstraße durch die Galaxy direkt in die Herzen des Publikums. Der Tanz, der anfänglich Musical-Charakter hatte, erzählte zum Soundtrack von Odyssee 2001 von Raumschiffen entstiegenen Märchenprinzen unterm Sternenhimmel. Phantasievolle, glitzernde Kostüme, mehrstufige Pyramiden, Hebefiguren und Falls stellten echte Frauenpower unter Beweis. Mit scheinbar nicht enden wollenden Kraftreserven formierten sich die Tänzerinnen zu immer wieder neuen Figuren. Als exzellent, spritzig und unterhaltsam erwiesen sich auch die Wortbeiträge der Sitzung. Vorweg als Protokoller Dieter Hartenfels, der in dieser Funktion zum letzten Mal in der Bütt stand, wie er bekannt gab. Mit einem Blick auf die Aktivitäten des NC, auf Koblenz, Berlin und die Welt verteilte er Lob und Tadel. Die Bäumchen-Wechsel-Dich-Spiele in der Koblenzer Kommunalpolitik, die Burkini-Diskussion und die Geschichte der Entstehung eines neuen Schwimmbades nahm er genau so ins Visier, wie die Kapriolen, die Wetter und Politik andernorts schlugen. Aus dem Nähkästchen der Klinikärzte plauderte in Bestform „Sanitäter“ Thomas Flöck (Heimatfreunde Lay). Da ging es um die Gemeinsamkeiten von Zölibat und Rheuma, preiswerte Pillen für arme Schlucker und Zäpfchen zum Einführungspreis. Hervorragend beherrscht er die Kunst, mit Wörtern und ihren Bildern zu spielen, und verdiente sich damit den stürmischen Applaus des Publikums. Gemeinsam mit dem vorlauten Vogel „Dodo“ zog aus Köln Bauchredner Werner Schaffrath beim NC ein. Dodos frecher Schnabel kannte keine Gnade - weder beim Elferrat noch beim Publikum. Dafür konnte er sonst allerlei. Sogar Chinesisch. Dass Bauchreden auch mit Menschen funktioniert, stellte Schaffrath mithilfe von Fabian Patarr und Christoph Kohl aus dem Elferrat unter Beweis. Der Dialog, den er ihnen mit einem simplen Kniff in den Mund legte, bereitete den Saalgästen größtes Vergnügen. Noch ein Kölner Import, Ralph Kuhn, unterhielt mit Szenen aus seinem Leben als „ne Usjeflippte“ das Publikum, das er gerne in seine Kalauer einband. Koblenz-Kesselheim ist die närrische Heimat von Achim Bertgen („Kapuzemänner“), dem die Figur des Bischofs geradezu auf den Leib geschrieben scheint. Gehirn einschalten, dann lachen – so funktioniert sein Humor, der meist mit „liebe Gläubige, werte Gemeinde“ seinen Anfang nimmt. Hintersinnige Fragen wie die, ob im Gefängnis Fluchtwege gekennzeichnet sein müssen, versprühten prickelnden Witz und beste Laune. Zu den Höhepunkten der NC-Sitzung gehörte der Empfang des Koblenzer Prinzenpaares, Prinz Hubertus und Confluentia Sabine. Mit Schängel, Harlekin und seinem rheinisch-venezianischen Gefolge füllte es die Bühne, um die Niederberger in die närrische Gondel einsteigen zu lassen und einen Hauch von Venedig zu verbreiten. Den Abend ließ ausklingen mit viel Konfetti und Kölsche Tön der sympathische Clown mit Trompete, Bruce Kapusta. Das nach Mitternacht doch leicht geschrumpfte Publikum eroberte er mit seiner Musik derart im Sturm, dass die „Zugabe“-Rufe nicht enden wollten. Sein Auftritt war daher vermutlich der längste und gefeiertste des Abends.

Am Ende war für jeden Geschmack etwas dabei gewesen. Zum Dank für die mehr als fünf amüsanten Stunden, die musikalisch bestens von Klaus Weber begleitet wurden, ein letztes Olau.

BSB

Die Tänzerinnen des Horchheimer Carneval-Vereins zeigten Bein und große Klasse.

Die Tänzerinnen des Horchheimer Carneval-Vereins zeigten Bein und große Klasse.

Präsident Müller spendete dem Koblenzer Prinzenpaar und seinem Gefolge ein dreifaches „Kowelenz Olau“. Fotos: BSB

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