5 Jahre Tag der Städtebauförderung
Eine wichtige Säule in der Finanzierung der Stadtenwicklung
Ein Tag im Zeichen der Industriekultur Bendorf
Bendorf. Der Tag der Städtebauförderung ist eine gemeinsame Initiative von Bund, Ländern, Deutschem Städtetag und Deutschem Städte- und Gemeindebund. Er will die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger bei Vorhaben der Städtebauförderung stärken. Die Städtebauförderung unterstützt Städte und Gemeinden bei der Bewältigung vieler Herausforderungen. Strukturwandel von Industrie und Handel, Erneuerung der kommunalen Infrastruktur, Klimaschutz, Digitalisierung oder demografischer Wandel, auch durch Zuwanderung, Erhaltung der städtebaulichen Identität, soziale Integration – das alles wirkt sich auf das Zusammenleben in den Kommunen aus. Deswegen liegen die Bundesmittel für die Programme der Städtebauförderung mit 790 Millionen Euro jährlich auf einem Rekordniveau.
Angesichts der Herausforderungen ist die Stadtentwicklung zugleich eine Aufgabe für die gesamte Gesellschaft. Dazu gehört es, über staatliche Ebenen und Ressortgrenzen hinwegzudenken, Institutionen, Verbände und Vereine zu beteiligen sowie Bürgerinnen und Bürger an Planungsprozessen mitwirken zu lassen. Allein in diesem Jahr beteiligten sich rund 500 Kommunen am Tag der Städtebauförderung. Auch die Stadt Bendorf erhält seit Jahren nicht unerhebliche Mittel von Bund und Land aus diesem Fördertopf. So wurde und wird beispielsweise die Stadt mit bedeutenden Mitteln der Städtebauförderung in die Lage versetzt, umfangreiche Sanierungsarbeiten auf dem Denkmalareal Sayner Hütte durchzuführen. In Bendorf stand der Tag deshalb unter dem Motto „Industriekultur Bendorf: Unsere Denkmäler – Deine Geschichte!“ Beleuchtet wurde hierdurch die Industriekultur am Mittelrhein des 18. bis 20. Jahrhunderts, mit der sich eine bedeutende Phase der Industrialisierung verbindet. Das Event hatte die Identifikation der Bürger der Stadt und der Region zum Ziel. Im Rahmen dieser einzigartigen öffentlichen Veranstaltung wurde von der Stadt Bendorf, der Stiftung Sayner Hütte und des Freundeskreises Sayner Hütte e. V. in der Presse dazu aufgerufen, Erinnerungsgegenstände (z.B. vor Ort hergestellte Eisengegenstände oder Kunstguss), alte Fotos oder eine Geschichte die in Beziehung zu der Sayner Hütte stehen zur Verfügung zu stellen oder mitzubringen. Die Unterlagen und Gegenstände haben Experten vor Ort begutachtet, dokumentiert und im Anschluss in einer temporären Ausstellung in der Krupp’schen Halle auf dem Areal der Sayner Hütte aus- und vorgestellt. Es war schon beeindruckend, wie viele Exponate dank der Mithilfe der Bevölkerung ausgestellt werden konnten. Viele Menschen aus Bendorf und der Region stellten ihre originalen Exponate mit Bezug zur Sayner Hütte zur Verfügung. Die breite Palette reichte vom Werkzeug über ganze Alben mit zeitgenössischen Fotos und Briefen bis hin zu gusseisernen Ofentüren und Reliefs. Das Organisationsteam der städtischen Abteilung Wirtschaftsförderung mit Werner Prümm und Nancy Parac-Braun zeigte sich sehr zufrieden. Nancy Parac-Braun zu Blick aktuell: „Dank der großen Resonanz in der Bevölkerung sind wir in der Lage, viele einzigartige Gegenstände zu präsentieren. Aber ohne die Initiative und das persönliche Engagement von Mitgliedern der Heimatvereine wäre diese Ausstellung nicht möglich gewesen.“ Besonders wies sie darauf hin, dass neben Heimatforscher und Stadtarchivar Michael Syré der Leiter der Sayner Heimatfreund und Verwalter des Heimatarchivs Peter Siebenmorgen umfassend zur geschichtlichen Darstellung der Bendorfer Industriekultur beigetragen haben. Frau Parac-Braun weiter: „Große Unterstützung haben wir ebenfalls von der Stiftung und dem Freundeskreis Sayner Hütte erhalten. Ein besonderer Dank gebührt neben vielen anderen auch Josef Malkmus von der GGH, der durch seinen persönlichen Einsatz maßgeblich zum Gelingen der Ausstellung beigetragen hat.“ Einige Bürger brachten noch zum Beginn der Veranstaltung Gegenstände mit, nachdem diese begutachtet, katalogisiert und auf Tischen drapiert worden waren eröffnete Bürgermeister Michael Kessler den Bendorfer Tag der Städtebauförderung. Er begrüßte in seiner Ansprache die bereits in großer Zahl anwesenden Besucher in der Krupp’schen Halle und machte auch deutlich, warum er die Sayner Hütte im Jahr ihres 250-jährigen Bestehens als Veranstaltungsort gewählt hat. Kessler: „Hier sind wir bei dem Aufruf nationale Projekte des Städtebaus bereits zweimal mit Geldern des Bundes berücksichtig worden. Es gibt kaum ein weiteres Projekt - wir konkurrieren damit mit allen großen Städten in der Bundesrepublik – die dort zweimal sich bewerben durften und Geld bekommen haben.“ Am Ende des Tages waren alle Mitwirkenden mit der durchweg positiven Resonanz auf die Ausstellung sehr zufrieden und freuten sich, dass trotz der widrigen Wetterbedingungen zahlreiche Besucher den Weg auf das Gelände der Sayner Hütte nicht gescheut haben.
Bürgermeister Michael Kessler - Werner Prümm Leiter der Abteilung Wirtschaftsförderung der Stadt Bendorf.
Zum Tag der Städtebauförderung konnte dank der Mithilfe der Bevölkerung eine große Anzahl an Exponaten ausgestellt werden.
Friedrich Girkens fachsimpellt mit Werner Henneman vom Freundeskreis SaynerHütte.
Nancy Parac-Braun vom Organisationsteam der Stadt Bendorf.