Mehrzweckfeld in Holler wurde mit Volleyballturnier eingeweiht
„Einfach mal Spaß haben...“
Ungeplant hohe Ausgaben: 160.000 Euro Mehrkosten muss die Ortsgemeinde nun stemmen
Holler. „Über Kosten und solche Dinge wollen wir nicht sprechen. Ich denke mal, der Platz, der sagt schon aus, dass es nicht ganz billig war.
Aber ich denke mal, es hat sich aber auch gelohnt!“ Ortsbürgermeister Uwe Meyer gab in seiner Ansprache zur Einweihung des neuen Mehrzweck-Sportfeldes seiner Hoffnung Ausdruck, dass das neue Freizeitangebot rege genutzt werde. „Ich schiebe das jetzt mal auf das heiße Wetter, dass da nicht so viel los war.“
Der Beginn der Planung sei seinerzeit auf 200 Unterschriften zurückgegangen, die im Dorf gesammelt worden waren.
Ursprünglich „Bolzplatz“
Im Jahr 2012 sei der Sportplatz, auf dem jetzt das Neubaugebiet steht, aufgelöst worden. „Weil auch kein Verein Fußball mehr spielt“, so der Ortsbürgermeister gegenüber BLICK aktuell. Der damalige Gemeinderat habe aus dem jetzigen Gelände Bauland machen wollen, und „im gleichen Zuge“ sei beschlossen worden: dort werde ein „Bolzplatz“ geschaffen. Ursprünglich sei nur ein Rasen als Boden angedacht worden, erläutert Meyer. Der neue Gemeinderat hat dann vor vier Jahren gesagt: „Jetzt stehen wir in der Pflicht, das Ding auch mal zu bauen!“ Der neugewählte Gemeinderat wollte aber einen wartungsarmen Platz, der für viele Zwecke nutzbar sei. „Der Kindergarten liegt in direkter Nachbarschaft. Für den ist das auch Gold wert, der Platz wird auch rege genutzt vom Kindergarten.“
Kostenexplosion wird allein von der Ortsgemeinde gestemmt
14 Monate hat die Bauzeit letztendlich gedauert. Für die Einschränkungen der Anwohner durch den Baulärm und die an- und abfahrenden LKW entschuldigte sich Meyer. Die Kosten seien „uns ein bisschen explodiert“, gesteht der Ortsbürgermeister gegenüber BLICK aktuell. Die Auftragsbücher der Hersteller seien eben voll gewesen. „Dadurch sind die Kosten hochgeschossen bis auf 280.000 Euro.“ Das sind 160.000 Euro beziehungsweise 133 Prozent Mehrkosten. Der erste Plan, die „Minimallösung“, sei bei 120.000 Euro angesetzt gewesen.
„Wir haben fast das Dreifache ausgegeben jetzt. Wir werden sehen, wie unser Haushalt das nächste Jahr aufgestellt ist.“ Nur die Ortsgemeinde habe sich an der Finanzierung beteiligt. Im Gegensatz zur neu sanierten Sport- und Kulturhalle seien für dieses Bauvorhaben keine Zuschüsse vom Land gekommen, bedauert Meyer. „Wir versuchen, das irgendwie zu finanzieren. Ein Teil geht aus dem Verkauf der Bauplätze. Den Rest werden wir finanzieren müssen durch den Haushalt.“ Wann wird der Platz endgültig abgestottert sein? „Ich denke mal, das wird so fünf Jahre dauern.“
„Für die Allgemeinheit“
„Der Platz ist einfach wichtig dafür, dass man sich trifft, für Sport, einfach mal Spaß zu haben.
Darum ging es uns hauptsächlich“, erklärt Karl Wiedenmann, der Erste Vorsitzende des Sportvereins Holler, die Motivation für den kostenintensiven Ausbau des Sportgeländes. Durch das Neubaugebiet seien viele junge Familien nach Holler gekommen. „Wir haben eigentlich gedacht, dass er für die Allgemeinheit ein Treffpunkt werden soll. So wie auch unsere Sport- und Kulturhalle, die wir ja auch für viel Geld saniert und renoviert haben.“
Die Jugend sitzt genug
Man müsse ja keinen Spitzensport betreiben, findet Wiedenmann. „Gerade auch für die Jugend ist wichtig, dass sie sich bewegt und nicht so viel sitzt. Die sitzen genug.“
Jeder könne den Platz nutzen, es sei denn, der Sportverein hat feste Trainingszeiten. „Die Gymnastikgruppe geht im Sommer sehr gerne ins Freie. Die Älteren freuen sich, glaube ich, auch. Man kann ja auch mal hochkommen und schauen, wie die Jüngeren spielen.“ Wiedenmann selbst spielt gerne Badminton. „Das geht wegen des Windes nur in der Halle“, gesteht er ein. „Aber wir wollen jetzt ein Speedminton-Set anschaffen, mit dem man auch im Freien spielen kann. Das wollen wir versuchen.“ Das Feld stehe jedem offen, und jeder könne sich engagieren. „Es gibt natürlich manche, die wohnen nur hier. Aber das ist jedem seine eigene Sache.“
Teamgeist und Fairness
Pfarrer Heinz Walter Barthenheier zitierte zu Beginn seiner Ansprache eine Liedzeile aus einem alten Pfadfinderlied: „Nehmt Abschied, Brüder, schließt den Kreis. Das Leben ist ein Spiel. Nur wer es recht zu spielen weiß, gelangt ans große Ziel.“ In dem Lied werde das Leben mit einem Spiel verglichen. Kein schlechter Vergleich, findet Barthenheier. Sportliche Aktivitäten führten Menschen zusammen. „Beim Sport lerne ich auch in der Regel, was Fairness heißt. Beim Sport erfahre ich Teamgeist, beim Fußball müssen die Spieler gut zusammenwirken. Sportler pflegen Gemeinschaft. Und schließlich ist sportliche Betätigung gut für die Gesundheit.“
Glaubender Fußballtrainer
Gott gebe „dem Spiel des Lebens“ den Anstoß, Gott eröffne Spielräume: „Für dieses große Spiel, das wir Leben nennen!“ Der Fußballtrainer Jürgen Klopp habe einmal Folgendes gesagt: „So wie ich Gott kennengelernt habe, ist er der verlässliche Partner, der immer mit uns geht, auch wenn wir selbst nicht verlässlich sind. In meinem Leben gibt es unglaublich viele Gründe, dass ich mich im Minutentakt bei Gott bedanken könnte.“ Und an anderer Stelle bekenne Jürgen Klopp: „Meine absolute Grundfeste, mein absoluter Stabilisator ist mein Glauben.“ Der gespendete Segen gelte vor allem den Menschen, die hierher kämen. „Dass sie hier viel Freude haben, dass ihnen nichts passiert.“
Pfarrer Heinz Walter Barthenheier erbat Gottes Segen für den Platz und alle, die darauf spielen werden.
Karl Wiedenmann (Erster Vorsitzender des Sportvereins Holler), Ortsbürgermeister Uwe Meyer und Pfarrer Heinz Walter Barthenheier freuen sich, das neue Mehrzweckfeld den Bürgern von Holler zu übergeben.
