Feier des Weltgebetstags in der Filialkirche St. Michael in Kasbach
Eingeladen zum Fest des Glaubens
kfd Ohlenberg gestaltete Gottesdienst unter dem Motto „Kommt, alles ist bereit“
Kasbach-Ohlenberg. „Das sieht ja richtig einladend aus“, meinte eine Besucherin des Weltgebetstags-Gottesdienstes ganz spontan, als sie nach Betreten der Kirche in Kasbach den gedeckten Tisch vor dem Altarraum erblickte. An dem mit buntem Kaffeegeschirr, Trauben, Gebäck und roten Tulpen geschmückten Tisch hatten sich die einladenden kfd-Frauen bereits versammelt, um die Gäste, die der Einladung zu dem ökumenischen Gottesdienst gefolgt waren, zu empfangen. Das fröhliche Eröffnungslied „Eingeladen zum Fest des Glaubens“ griff bereits die zentrale Thematik des Gottesdienstes auf, das Gleichnis aus dem Lukas-Evangelium vom großen Festmahl und dem Reich Gottes.
Mit dem Zuruf „Kommt, alles ist bereit“, dem Motto des diesjährigen Weltgebetstags, luden die Frauen des kleinen EU-Landes Slowenien alle Menschen rund um den Globus ein, mit ihnen an einem Tisch zu sitzen und Platz zu machen, besonders für die, mit denen sonst keiner rechnet, die Armen, die Blinden und Lahmen, die Obdachlosen, die Flüchtlinge, die Alten und Kranken. „Kommt, alles ist bereit“, ließ auch der Gastgeber im Gleichnis des Lukas-Evangeliums den eingeladenen Gästen ausrichten, aber keiner ist gekommen. So werden eben andere eingeladen, Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen. Von diesen „Nicht-Eingeladenen“ in ihrem Land erzählen die Frauen aus Slowenien. Obwohl sich seit den Zeiten des Kommunismus vieles geändert hat, gibt es soziale Ungerechtigkeit, Armut und Diskriminierung.
Die slowenischen Frauen berichten von der Einsamkeit und Armut im Alter, von der komplizierten Vereinbarkeit von Familie und Beruf, von der Ausgrenzung der Roma und Sinti, von der schwierigen Situation der Kirchen. Sie bitten Gott um Hilfe bei den Nöten der Menschen und legen ihre Zukunft und die Zukunft der jungen Menschen, die Hoffnungen der Familien und die Sorgen der alten Menschen vertrauensvoll in seine Hände.
Aber sie loben und preisen ihn auch und danken ihm für die Schönheiten ihres Landes, dieses kleinen Naturparadieses zwischen Alpen und Adria, das er mit fruchtbaren Weinbergen und Feldern, grünen Wäldern, schneebedeckten Berggipfeln, tosenden Wasserfällen, einer geheimnisvollen Unterwelt, den Karsthöhlen, und einem kleinen Küstenstreifen am Meer ausgestattet hat.
Wie in jedem Jahr ließen sich auch diesmal die Teilnehmerinnen des Gottesdienstes, zusammen mit allen über Länder- und Konfessionsgrenzen hinweg engagierten Menschen, von den Stärken und dem Mut der Frauen des gastgebenden Landes begeistern, sie nahmen Anteil an deren Sorgen, sie alle finden Ermutigung in ihrem Glauben und sind dankbar für die beharrliche Einladung Gottes zu seinem Festmahl.
