Allgemeine Berichte | 25.03.2020

BWV kritisiert Beschluss von Bundesinnenministerium

Einreisestopp für Saisonarbeitskräfte: Existenzangst in den Betrieben

Hartelt: Systemrelevante Infrastruktur braucht auch Arbeitskräfte

Symbolbild.Foto: Didgeman/Pixabay

Mainz. Der heute vom Bundesinnenministerium verhängte Einreisestopp für Saisonarbeitskräfte aus Osteuropa, stellt die Sonderkulturbetriebe im südlichen Rheinland-Pfalz vor nahezu unlösbare Herausforderungen. Für den Präsidenten des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd e.V., Eberhard Hartelt, ist diese Entscheidung nicht nachvollziehbar: „Erst vorgestern hat die Bundesregierung die Landwirtschaft als systemrelevante Infrastruktur anerkannt und heute werden unseren Betrieben die notwendigen Arbeitskräfte verweigert.“

Natürlich ist der Schutz der Gesundheit ein hohes Gut. Daher sind die Betriebe auch bereit, alle erforderlichen Maßnahmen im Produktionsablauf und der Unterbringung bzw. Verpflegung ihrer Mitarbeiter zu ergreifen, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.

Laut Hartelt trifft der jetzt noch einmal verschärfte Mangel an Saisonarbeitern aktuell besonders den Gemüsebau, aber im weiteren Verlauf des Jahres werden auch der Obstbau und Weinbau betroffen sein. „Viele unserer Betriebe haben berechtigte Angst um ihre Existenz. Der Einreisestopp muss daher so schnell wie möglich wieder aufgehoben werden.“ Spargelbetriebe, die nicht ernten können oder Gemüsebaubetriebe, die ihre Kulturen gar nicht erst pflanzen können, rechnen derzeit mit massiven Umsatzeinbrüchen. Darüber hinaus sei der Einreisestopp auch mit Blick auf die Versorgung mit Obst und Gemüse sehr kritisch zu bewerten.

Aufgrund der neuen Situation habe jetzt oberste Priorität innerdeutsche Möglichkeiten vollständig auszuschöpfen, um Menschen aus anderen Branchen unbürokratisch und vor allem schnell in der Landwirtschaft beschäftigen zu können. Natürlich könne man die Lücke zwischen Bedarf und Verfügbarkeit von ausländischen Saisonarbeitskräften auf diesem Wege nicht vollständig schließen und auch nicht bei jeder Tätigkeit könne die teilweise jahrzehntelange Erfahrung kurzfristig ersetzt werden. Trotzdem werden die Betriebe alles versuchen, um die Produktion von Lebensmitteln sicherzustellen, so der BWV-Präsident.

In diesem Zusammenhang hat Hartelt kein Verständnis für die Forderung des Deutschen Gewerkschaftsbundes nach einer besseren Bezahlung der Erntehelfer: „Der DGB scheint den Ernst der Lage nicht erkannt zu haben. Gemüsebaubetriebe, die mit ihrer täglichen Arbeit zur Ernährungssicherung beitragen, stehen durch den Ausfall der Saisonarbeitskräfte teilweise mit dem Rücken zur Wand. In einer solchen Situation höhere Löhne zu fordern ist absolut unverantwortlich!“

Pressemitteilung des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd e.V.

Symbolbild.Foto: Didgeman/Pixabay

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Innovatives aus der VG Weißenthurm
Andernach schmeckt
Zukunft trifft Tradition KW 26
Verkäufer(in)
Titelanzeige
Empfohlene Artikel
Die Reisebüromitarbeiter während ihrer Demonstration auf dem Marktplatz in Ahrweiler.Fotos: privat
Top 448

Ahrweiler. Reisebüro-Mitarbeiter haben als bundesweites Aktionsbündnis: ‚Wir zeigen Gesicht! Rettet die Reisebüros‘ - in Ahrweiler für schnelle Staatshilfe in der Corona-Krise demonstriert. Das erklärte Ziel ist eine branchenspezifische Lösung mit nicht rückzahlbaren Beihilfen für die Reisebüros - jetzt! Dies ist für den Erhalt der Touristik unabdingbar! Um auf ihre schwierige Lage aufmerksam zu machen, stellten sich ca.

Weiterlesen

Öffnungszeiten der „Corona-Ambulanzen“ über das Wochenende am 1. Mai
1648

Kreis MYK. Die „Corona-Ambulanzen“ in Koblenz (Oberwerth, CGM Arena) und in Mayen (In der Weiersbach, 56727 Mayen) sind am 1. Mai und dem darauffolgenden Wochenende wie folgt besetzt: Die Ambulanz in Koblenz ist am 1. Mai sowie Sonntag, 3. Mai, geschlossen. Am Samstag, 2. Mai, hat sie von 10 bis 13 Uhr geöffnet. Die Corona-Ambulanz in Mayen ist von Freitag bis Sonntag durchgängig von 13 bis 15 Uhr geöffnet.

Weiterlesen

124

Wachtberg. Was lange währt, wird endlich gut. Unter diesem bekannten Sprichwort könnte man den Start der Ehrenamtsbörse Wachtberg zusammenfassen. Inzwischen ist die Ehrenamtsbörse fast so bekannt, wie die klassischen Hilfsorganisationen oder beide Kirchen, die mit ihren sozialen Einrichtungen für Wachtberg eine feste und unabdingbare Größe sind.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Elmar Lersch (l.) Vorsitzender des MIT Kreisverband Ahrweiler und Detlef Odenkirchen, stellv. Vorsitzender MIT-Kreisverband Ahrweiler und Vorsitzender des MIT-Bezirksverbands Koblenz Montabaur, machen sich Sorgen über das Vorhaben der Reformpolitik im Land. Sind diese berechtigt?
529

Lersch/Odenkirchen: „Die Abschaffung von Minijobs schafft keine bessere, sondern vernichtet niederschwellige, legale und abgesicherte Beschäftigung.

MIT zur geplanten Mini-Job-Abschaffung: „Wer mitarbeiten will, wird bestraft!“

Kreis Ahrweiler. Für den deutschen Mittelstand sind Minijobs ein essenzielles Instrument der flexiblen Personalplanung. Sie ermöglichen es den Unternehmen, kurzfristige Auftragsspitzen abzudecken, ohne langfristige Fixkosten aufzubauen. In Branchen wie der Gastronomie, im Handel oder im Handwerk sichern diese flexiblen Aushilfen oft die Wettbewerbsfähigkeit. Auch für den Mittelstand im Kreis Ahrweiler wäre eine solche Entscheidung fatal.

Von Detlef Odenkirchen aus Bad Neuenahr-Ahrweiler

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.ocm
522

Ein richtiger Schritt oder völliger Unsinn - oder kommt es am Ende doch ganz anders? Macht mit bei unserer großen Umfrage?

Umfrage: Vorschlag zur Minijob-Abschaffung: Was haltet ihr davon?

Die Zukunft der Minijobs wird derzeit kontrovers diskutiert. Im Raum steht eine Reform, nach der geringfügige Beschäftigungen künftig weitgehend in reguläre sozialversicherungspflichtige Jobs überführt werden könnten. Befürworter sehen darin einen Gewinn für die Altersvorsorge und die Sozialkassen, Kritiker befürchten Nachteile für Beschäftigte und Arbeitgeber.

Weiterlesen