Fotoausstellung von b-05 - Kunst-Kultur-Natur e.V.
Einsamkeit - Isolation - Solidarität
Allein oder einsam? Alltag mit einer Bedrohung - eine Fotostrecke quer durch Europa - Vernissage am 10 Juli, 15 Uhr - Ausstellung bis 29 August
Montabaur. Die im Rahmen des Kultursommers RLP im Sommer 2021 in den Ausstellungsbunkern zu sehende große Fotoausstellung greift das durch die Pandemie sichtbar und spürbar gewordene epochale Thema der Vereinzelung und der Angst auf. Was in den Arbeiten der vier Fotografen aufscheint, lässt sich mit den Begriffen Verstörtheit und Irritation, Individualisierung, Abgrenzung und Entfremdung beschreiben.
Die Ausstellung regt zusammen mit ihren Begleitveranstaltungen dazu an, sich mit der Frage, wie Menschen weltweite Bedrohung erleben und verarbeiten, auseinanderzusetzen. Die aktuelle Bedrohung durch die Pandemie, aber auch die immer noch andauernde nukleare Bedrohung, die Erinnerung an und die Erfahrung von Krieg und Vernichtung sind unterschwellig noch gegenwärtig im kollektiven Menschheitsgedächtnis und führen zu unterschiedlichen Reaktionen. Anpassung oder Verdrängung, Distanzierung oder Nähe, Solidarität oder Abgrenzung und Ausgrenzung ... all das sind Themen, denen die Fotostrecke, die vom südlichen Rheinland-Pfalz über Montabaur nach Leipzig und schließlich nach Moskau führt, nachgeht.
Drei ganz verschiedene Fotografen zeigen in den zu Ausstellungsräumen umgebauten großen Bunkern des b-05 ihre Eindrücke in unterschiedlichen Kontexten – und regen damit auch zur Auseinandersetzung darüber an, was wir aus den Krisen lernen und vielleicht in Zukunft anders gestalten wollen. Europa, die EU und die Einigung auf gemeinsame Werte waren eine Reaktion auf die Erfahrungen der großen Kriege: der Ausstellungsort b-05 im ehemaligen NATO-Sondermunitionslager in Montabaur ist selbst ein ‚Monument‘ des Kalten Krieges, der ein wichtiger Faktor für die Entstehung und Entwicklung des heutigen politischen Europas war. Abgrenzung, Verteidigung und sogar Vernichtung waren damals die großen Themen. Nicht erst, aber ganz besonders die weltweite Pandemie hat uns gelehrt, dass es Bedrohungen gibt, die keinen Unterschied zwischen ‚Freund‘ und ‚Feind‘ machen und die die Bedeutung der Solidarität für jeden und jede neu erleben lassen.
Der Veranstaltungsort ist barrierefrei.
