Berufsfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehr Swisttal hält die Teilnehmer auf Trab
Einsatzreicher 24 Stunden Dienst
Rheinbach. Neun Jugendliche aus den Jugendfeuerwehren Buschhoven, Ludendorf und Miel trafen sich um 10 Uhr im Gerätehaus der Löschgruppe Miel. Der alle zwei Jahre stattfindende Berufsfeuerwehrtag stand an und wurde von den Kids mit großer Spannung erwartet. Eine Besonderheit in diesem Jahr war sicherlich, dass dieser nicht von jeder Jugendgruppe alleine, sondern aufgrund der geringen Teilnehmerzahl in den einzelnen Gruppen, komplett gemeinsam durchgeführt wurde. Nachdem um 10 Uhr gemeinsam gefrühstückt wurde und die ersten Kontakte jugendgruppenübergreifend geknüpft worden waren, begrüßten Gemeindejugendfeuerwehrwart Martin Krüger, sowie die Löschgruppenführer Christian Klein (Ludendorf) und Matthias Niklasch (Miel) alle Teilnehmer und wünschten viel Spaß. Just in diesem Moment kam es auch schon zum ersten Einsatz. Am stark bewachsenen Autobahndamm in Miel war ein Pilzsammler verunglückt und musste von den Jugendlichen gerettet werden. Umgehend wurden die Fahrzeuge besetzt und innerhalb weniger Sekunden ausgerückt. Vor Ort konnte der Patient dann zügig gerettet werden. Danach ging es zurück zum Gerätehaus. Hier wurde jetzt schon einmal gemeinsam das Nachtlager vorbereitet. Lange war dafür aber nicht Zeit. Plötzlich ertönte erneut der Alarmgong. Nun fuhren die Einsatzkräfte zu einem gemeldeten Wohnungsbrand nach Ludendorf. Glücklicherweise waren aber keine Personen in Gefahr. Umgehend wurde ein Trupp zur Brandbekämpfung in die Wohnung entsendet und konnte schnell die Ursache finden. Vergessenes Essen auf einem Herd führte zu einer massiven Rauchentwicklung. Im Anschluss wurden Lüftungsmaßnahmen durchgeführt. Wieder auf der Wache wurde sich dann gestärkt. Bei Nudeln mit Bolognese Sauce und Salat wurde jeder satt. Die folgende Mittagsruhe dauerte nicht lang. Die fiktive Leitstelle alarmiert alle verfügbaren Kräfte zu einem Tiernot Einsatz nach Buschhoven. Hier war in einer Tierarztpraxis eine Schlange abgängig. Die eingesetzten Kräfte durchsuchten mit größter Vorsicht die Räumlichkeiten der Praxis und konnten die Schlange nach wenigen Minute ausfindig machen und einfangen. Nachmittags wurde der Berufsfeuerwehrtag dann kurz unterbrochen, da die Einsatzkräfte aus Miel und Ludendorf zu einem realen Einsatz ausrücken mussten. Diese Zeit wurde durch theoretischen Unterricht zum Vorgehen bei verschiedenen Einsatzszenarien überbrückt.
ABC-Alarm am Abend
Auf der „Reitanlage Gut Hohn“ war es beim Zusammenführen von zwei Chemikalien zu einer unvorhersehbaren Reaktion gekommen. Dabei war eine Person in einem Traktor von der Gefahrgutwolke eingeschlossen. Als Erstes wurden Maßnahmen eingeleitet, diese Person zu retten und die zweite unbekannte Chemikalie zu analysieren. Nachdem feststand, dass beide Chemikalien in Wasser löslich sind, wurde dann ein B-Rohr sowie ein Hydroschild- ein Schild, um eine Wasserwand zu erzeugen- eingesetzt, um die entstehenden Dämpfe niederzuschlagen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Im Anschluss an diesen aufwendigen Einsatz wurde dann im Gerätehaus Miel gemeinsam gegrillt. Hierzu anwesend waren auch die Vertreter der einzelnen Löschgruppen. Das Essen hatte aber kaum Zeit, verdaut zu werden. Es musste nämlich kurz danach eine verschüttete Person befreit werden. Diese war unter einem umgestürzten Palettenstapel eingeklemmt. Um an die Person zu gelangen, mussten diverse Gegenstände und weitere Paletten mühsam und mit großer Vorsicht bei Seite geräumt werden. Die Person konnte nach kurzer Zeit an den Rettungsdienst übergeben werden. Nach der Rückankunft auf der Wache wurden dann Gesellschaftsspiele gespielt und der Tag Revue passieren lassen. Bisher war ja wirklich schon viel passiert und dem Ein oder Anderen war die Müdigkeit sichtlich anzusehen. Dann aber, kurz vor der Nachtruhe, der nächste Einsatz. In Miel wurde eine „unklare Rauchentwicklung“ gemeldet. Die Erkundung ergab ein unbeaufsichtigtes Lagerfeuer. Dieses wurde durch die Jugendlichen mit einem C-Rohr abgelöscht. Während dieses Einsatzes wurden den Jugendlichen auch die Grundlagen beim Einsatz einer Wärmebildkamera vorgeführt und gezeigt. Zurück auf der Wache ging es dann „in die Federn“ und der größte Teil der Jugendlichen brauchte nur wenige Minuten zum Einschlafen.
Gaffervorfall
Mitten in der Nacht dann ein Verkehrsunfall in Buschhoven. Die Feuerwehr wurde alarmiert um auslaufende Betriebsstoffe aufzunehmen und die Einsatzstelle auszuleuchten. Da bei Eintreffen aber noch kein Rettungsdienst vor Ort war, musste auch die Erstversorgung der Unfallopfer durch die Einsatzkräfte sichergestellt werden. Im weiteren Verlauf des Einsatzes kam es zu mehreren „unschönen“ Szenen. Eine sehr penetrante Gafferin behinderte massiv den Einsatz und fertigte sogar Handybilder der Unfallopfer. Da noch keine Polizei eingetroffen war, wurde sie mehrfach von der Einsatzleitung des Platzes verwiesen. Nach Eintreffen des Rettungsdienstes und der Polizei konnte die Einsatzstelle dann umgehend übergeben werden. Im Anschluss blieb es bis zum Morgen ruhig und jeder konnte eine ordentliche Portion Erholungsschlaf tanken. Noch vor dem Frühstück kam es aber zum nächsten Einsatz. Auf einem Grundstück in Buschhoven war ein Lagerfeuer außer Kontrolle geraten und drohte auf ein Gebäude überzugreifen. Mit einem C-Rohr zum Schutz des Gebäudes und einem weiteren C-Rohr zur Brandbekämpfung war die Lage schnell unter Kontrolle. Auf dem Heimweg zum Standort wurden die Kräfte dann zu einem Folgeeinsatz alarmiert. An der Zufahrt zum Gelände der RSAG in Lützermiel hatte ein Passant einen Behälter mit unklarer Flüssigkeit gefunden. Eine Analyse ergab, dass es sich dabei um Motoröl handelte. Davon waren circa 3,8 l ins Erdreich gelaufen. Die Jugendlichen bargen den Behälter und trugen das kontaminierte Erdreich ab. Mit einem gemeinsamen Frühstück zum Abschluss endete dann der Berufsfeuerwehrtag nach 24 Stunden. Alle Teilnehmer waren begeistert und hatten eine Menge Spaß. An dieser Stelle sei erwähnt, dass es sich bei allen Einsätzen um fiktive Einsätze gehandelt hat und natürlich nicht mit echten Chemikalien oder einer echten Schlange „gespielt“ wurde. Wer Interesse an der Jugendfeuerwehr hat, kann über die Website der Feuerwehr Swisttal, http://www.feuerwehr-swisttal.de/jugendfeuerwehr/jf_swisttal_allgemein.html,
unter der Rubrik Jugendfeuerwehr, gerne Kontakt mit dem für seinen Ort zuständigen Jugendwart aufnehmen. Jungen und Mädchen, ab einem Alter von 10 Jahren, sind in allen Jugendgruppen willkommen.
Pressemitteilung
Feuerwehr Swisttal
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