Gedenkveranstaltung der Gemeinde Swisttal
Einsetzen für Freiheit, Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit
Heimerzheim. „Die Vergangenheit mahnt uns, dass wir uns aktiv für Freiheit, Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit einsetzen müssen, um die Errungenschaften eines friedlichen Europas auch für kommende Generationen zu bewahren.“ Mit diesen Worten dankte Swisttal-Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner (CDU) bei einer kleinen Gedenkfeier auf dem jüdischen Friedhof in Heimerzheim aus Anlass des Gedenktags an die Opfer des Nationalsozialismus allen Bürgern, die sich tagtäglich durch ihr persönliches und bürgerschaftliches Engagement für ein friedliches und tolerantes Miteinander einsetzen und mit Zivilcourage Rassismus und Fremdenfeindlichkeit mutig und beherzt engegentreten.
Am Tag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz vor 73 Jahren werde allen Menschen gedacht, die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft geworden seien. Auschwitz sei ein Symbol für die systematische Entrechtung, Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden. Zu den Opfern gehörten allerdings auch politisch Andersdenkende, Sinti und Roma, Homosexuelle und Menschen mit Behinderungen, denen der Rassenwahn und das totalitäre Regime der Nationalsozialisten zum Verhängnis geworden sei. „Sie wurden ihrer Rechte, ihres Besitzes, ihrer Heimat, ihrer Würde und millionenfach ihres Lebens beraubt“, so Kalkbrenner. Doch mit der Befreiung des Konzentrationslagers durch die Rote Armee sei die erbarmungslose Maschinerie der systematischen Vernichtung von Menschen in Auschwitz beendet worden.
Heute lebten nur noch wenige Zeitzeugen, die einen persönlichen Bezug zu den geschichtlichen Ereignissen hätten. Erinnerung daran wachzuhalten, besonders auch im Bewusstsein der jungen Menschen durch Bildung und Gedenkveranstaltungen, sei eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe. So freute sich Kalkbrenner besonders, dass einige Schüler der Georg von Boeselager-Sekundarschule den Gedenktag mitgestaltet hätten.
Die Zehntklässler hatten sich unter der Leitung von Geschichtslehrer Andreas Tiggemann mit dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte auseinandergesetzt und ließen die Besucher an ihren Gedanken teilhaben.
Zur Erinnerungskultur in der Gemeinde Swisttal gehöre aber auch die Verlegung von Stolpersteinen in der Kirchstraße in Heimerzheim im Dezember 2015. Damit solle das Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen vor Ort und im Alltag präsent gehalten werden. Die Gemeinde selbst habe zum Gedenken an ihre jüdischen Bürger am 9. November 1981 eine steinerne Gedenktafel auf dem jüdischen Friedhof errichtet. Indem gemeinsam den Opfern des Nationalsozialismus gedacht werde, würden zugleich die Erinnerungen an die Schicksale dieser Menschen lebendig, so Kalkbrenner. JOST
