Ortsgemeinde Kobern-Gondorf
Einweihung der Gedenktafel
Kobern-Gondorf.Vor Kurzem hat die Ortsgemeinde Kobern-Gondorf gemeinsam mit der Realschule Plus eine Gedenktafel an die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger am Fährplatz feierlich eingeweiht. Die Gedenktafel steht dort, wo früher das Wohnhaus der Familie Koppel stand. Von dort wurden die letzten jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger von Kobern 1942 nach Polen und Theresienstadt deportiert.
Das Haus der Familie Koppel, das durch notariellen Kaufakt am 10. April 1942, also drei Monate vor der Deportation der Besitzer, von der Gemeinde Kobern zur Einrichtung eines NS-Kindergartens gekauft worden war, wurde zum Ende des Krieges stark beschädigt und in der Folge abgerissen.
Dieses Haus, dieser Platz ist mehr als ein Stück Geschichte. Es macht deutlich, wozu Menschen anderen Menschen gegenüber fähig sind. Es macht deutlich, was in der NS-Zeit geschehen ist.
„Uns muss bewusst werden und bewusst sein, welche Verantwortung bei uns, bei jedem Einzelnen von uns, liegt, die Grundwerte unserer Demokratie, die Menschenrechte zu achten und zu verteidigen, die Vielfalt und Unterschiedlichkeit von uns allen zu respektieren, aber auch zu schätzen“, so Ortsbürgermeister Michael Dötsch.
„In den letzten Jahren nehmen wir leider wahr, dass die Erinnerung, die Mahnung aus der Geschichte in der Gesellschaft abnimmt. Antisemitismus, Fremden- und Ausländerhass werden geschürt und scheinen für den ein oder anderen ohne Probleme kommunizierbar zu sein.
Ich bin als Bürgermeister dieser Gemeinde, aber auch als Privatperson froh und dankbar, dass die Realschule plus sich seit vielen Jahren dieser Thematik stellt, sich die Schülerinnen und Schüler in Projektarbeiten mit der Geschichte auseinandersetzen und damit einen deutlich engeren Bezug zu dem erhalten, was geschehen ist.“
Pressemitteilung der
Ortsgemeinde Kobern-Gondorf
