Sommerfahrt der Dieblicher Pfadfinder nach Finnland
Elf Tage in harmonischem Einklang mit der Natur
Dieblich. Freitagmorgen, 4.45 Uhr, Koblenz Hauptbahnhof: Während die letzten Koblenzer Nachtvögel ihren Heimweg antreten und sich die ersten Frühaufsteher auf den Weg zur Arbeit machen, versammeln sich 19 müde, aber motivierte Pfadfinder und Pfadfinderinnen des Stammes Treverer aus Dieblich in der Eingangshalle des Bahnhofs. Ziel: Finnland. Zehn Stunden später stehen sie am Bahnhof in Helsinki und verabschieden sich in drei Fahrtengruppen: Die jüngste Sippe Impala (ab zwölf Jahre) macht sich mit dem Bus auf in Richtung Vääksy, die Sippe Akita verschlägt es an den Saimaasee, die Sippe Karibu fährt mit dem Zug nach Tampere.
Elf Tage lang heißt es Zelt abbauen, Rucksack packen, loslaufen, Pause machen, weiterlaufen, Aussicht genießen, weiterlaufen, Zeltplatz suchen, weiterlaufen, Zeltplatz finden, Zelt aufbauen, Abendessen kochen, singen, ab und zu Schoki essen, schlafen gehen - und am nächsten Tag das Ganze von vorn. So was heißt im Pfadfinderjargon „haijken“ oder „auf Fahrt gehen“. Dabei bewunderten alle ausschweifende Nadel- und Birkenwälder, die sich manchmal plötzlich in ein Moor verwandeln - was zu nassen Schuhen führen kann. Die zahlreichen, wunderschönen Seen nutzten die Pfadfinder für Sonnenbäder. Hier ließen sie ihren Angelkünsten freien Lauf lassen: ob mit Pilzen, Keksen oder Würmern, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt - nur mögen Fische nicht alles. Bis auf die Sippe Impala erfreute sich niemand über einen Fang, auch wenn dieser nur ein Geschenk ist. Das Jedermannsrecht erlaubte es den Pfadfindern, überall ein Zelt aufzustellen, solange die Natur nicht beschädigt wird.
Dies mussten sie jedoch kaum in Anspruch nehmen, da die Finnen in regelmäßigen Abständen kleine Schutzhütten, sogenannte Laavus, aufgestellt haben. Neben diesen gibt es in der Regel eine Feuerstelle, einen randvollen Schuppen mit Holz und entsprechenden Geräten sowie eine Komposttoilette. Wo Wasser ist, gibt es auch Mücken. Doch können diese Plagegeister nicht vom atemberaubenden Anblick der Natur ablenken. Tagelang wandern die Pfadfinder r durch die Wildnis, ohne eine Menschenseele zu sehen. Wenn sie dann mal einen Finnen antreffen (sie verstecken sich in ihren kleinen Sommerhäuschen, sogenannte „Mükkis“), werden alle mit ungewohnt herzlicher Gastfreundschaft empfangen. Elf Tage lang sind die Pfadfinder auf sich allein gestellt und leben in harmonischem Einklang mit der Natur. Danach treffen sich alle Fahrtengruppen auf einem Zeltplatz in Helsinki. Hier werden die letzten Tage mit Erzählungen von manch tollem Erlebnis verbracht und die Stadt besichtigt.
Mit einer großartigen Gesangseinlage in Form von Straßenmusik wird sich leckeres Eis verdient. Nach einem großen Abschlussessen treten alle den Weg Richtung Heimat an und blicken sehnsüchtig auf die nächste Fahrt.
Weitere Informationen über die Dieblicher Pfadfinder im Internet unter www.stamm-treverer.de oder eMail an vorstand@stamm-treverer.de.
