Allgemeine Berichte | 04.06.2024

Im Ahrtal simulierte eine internationale Notfallübung die medizinische Versorgung nach einem schweren Erdbeben

„Emergency Medical Teams“ probten den Ernstfall

In Rech und Sinzig waren Zeltstädte entstanden.

Bad Neuenahr-Ahrweiler/Rech/Sinzig. Das Ahrtal, vor drei Jahren selbst von einer schweren Naturkatastrophe heimgesucht, war kürzlich Schauplatz einer Übung, die ein zumindest ähnliches Katastrophen-Szenario simulierte. Ausgehend vom Briefing-Zentrum in Heimersheim, probten sowohl in Rech als auch in Sinzig ehrenamtliche medizinische Einsatzkräfte („Emergency Medical Teams“/EMT) der international tätigen Hilfsorganisationen Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), CADUS e.V., Johanniter-Unfall-Hilfe, Apotheker ohne Grenzen und Humedica gemeinsam den Ernstfall. „Schwere Zerstörungen sowie viele Tote und Verletzte nach einer Serie heftiger Erdbeben im fiktiven Staat ‚Rheinpfals‘“, lautete das Szenario und so waren in Rech unweit der Ahr sowie in Sinzig im grünen Weg Zeltstädte entstanden, in denen die Einsatzkräfte bei voller Ausrüstung üben konnten.

Basismedizinische und Notfallversorgung

„Hier sind internationale Teams, die normalerweise außerhalb Deutschlands zum Einsatz kommen, weswegen wir auch vom fiktiven Land ‚Rheinpfals‘ ausgehen. Als so genannter EMT Typ 1 machen wir basismedizinische Versorgung in unserer Zeltambulanz, sozusagen Hausarztmedizin, um die örtlichen Gesundheitsstrukturen zu entlasten oder bei vollkommener Zerstörung auch zu übernehmen – mit Ärzten, Rettungsdienst- und Pflegepersonal. Im Emergency-Room können auch Notfälle versorgt und zur Weiterverlegung stabilisiert werden. Ziel ist, dass die Menschen untersucht werden sowie eine Diagnose und wenn möglich auch eine Medikation erhalten. Der ganz Ansatz ist, dass wir autark leben können. So verfügen wir über eine Trinkwasseraufbereitungsanlage für Camp und Ambulanz, so dass wir im zerstörten Gebiet keine Ressourcen verbrauchen müssen“, so Ralf Hennig vom ASB. Um möglichst realistisch üben zu können, standen zahlreiche „Patienten“ zur Verfügung, die von der Erstuntersuchung über die Vorstellung bei Ärztin oder Arzt bis hin zur Diagnosestellung und Medikation das gesamte Procedere durchliefen. Wertvolles Wissen für die teilweise sogar aus Österreich angereisten Einsatzkräfte, das sie in Katastrophengebieten zum Wohle der Betroffenen einsetzen können.

Eine Patientin wird aufgenommen, erste Fragen der Einsatzkräfte werden gestellt.  Fotos: DU

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